Politik

Russland liefert wieder Gas nach Italien

Gazprom will die über Österreich laufenden Gasexporte nach Italien wieder aufnehmen. Diese waren am Wochenende plötzlich gestoppt worden. Jetzt gibt es eine Lösung.
05.10.2022 10:44
Aktualisiert: 05.10.2022 10:44
Lesezeit: 1 min
Russland liefert wieder Gas nach Italien
Italien will offenbar nicht mehr auf russisches Gas verzichten. (Foto: dpa)

Russland pumpt nach einem kurzen Lieferstopp wieder Gas durch Österreich nach Italien. Es sei mit den italienischen Abnehmern eine Lösung des Problems gefunden worden, teilte der russische Staatskonzern Gazprom am Mittwoch im Nachrichtenkanal Telegram mit. Der österreichische Betreiber erkläre sich bereit, sogenannte Nominierungen für den Transport zu akzeptieren, was die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen ermögliche.

„Der österreichische Betreiber hat sich bereiterklärt, die Transportnominierungen von LLC Gazprom Export zu bestätigen, was die Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen durch Österreich ermöglicht“, so Gazprom. Der österreichische Netzbetreiber Gas Connect wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters vorerst nicht dazu äußern. Der österreichische Regulator E-Control war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der teilstaatliche italienische Konzern und größte Gasimporteur Eni bestätigte, dass am Mittwoch die Lieferungen wieder aufgenommen wurden. Das Unternehmen teilte mit, dass die Beschränkungen, die sich durch österreichische Normen ergeben hatten, beseitigt worden seien. Weitere Details wurden nicht bekannt. Eni kommunizierte ebenfalls nicht, wie viel russisches Gas bestellt und erwartet wurde.

„Keine geopolitischen Gründe“

In den Wochen und Monaten nach dem Angriff auf die Ukraine schloss Rom dann mit etlichen anderen Lieferanten – vor allem aus Algerien und dem Mittleren Osten – Abkommen ab, so dass im Sommer nach Regierungsangaben nur noch rund 25 Prozent des importierten Gases von Gazprom kamen. Der russische Anteil an den Importen schrumpfte zuletzt weiter, in den vergangenen Woche machte er dann laut Medien nur noch knapp 10 Prozent aus.

Dann stellte Gazprom am Wochenende die Gaslieferungen nach Italien komplett ein. Der russische Energieriese gab an, dem österreichischen Transporteur wegen neuer Vorschriften 20 Millionen Euro an Sicherheitsgarantien nicht mehr überweisen zu können. Eni prüfte, das Geld anstelle von Gazprom aufbringen zu können, damit der Transit in Österreich wieder aufgenommen werde. Italien erhält russisches Gas über eine Pipeline-Route, die durch Österreich führt.

Der italienische Konzern sah „absolut keine geopolitischen Gründe“ als Grund für den Lieferstopp. Vielmehr seien Probleme bei Bezahlungsdetails in Rubel oder Euro aufgetreten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Deutschland braucht einen nationalen Hitzeschutzplan: Doch wer trägt die Kosten?
21.09.2026

Sommer, Sonne, Hitze: Extrem hohe Temperaturen belasten zunehmend den Alltag vieler Menschen in Deutschland und verursachen...

DWN
Technologie
Technologie 70.000 Dollar für eine Hand: Deutschlands Chance im Roboter-Boom
21.09.2026

China lieferte im ersten Halbjahr 97 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit aus. Warum eine Fraunhofer-Studie ausgerechnet in deren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IAB-Studie: Rüstungsindustrie kann Stellenabbau nicht auffangen
21.09.2026

Die Rüstungsindustrie wächst, doch als Auffangbecken für Beschäftigte aus kriselnden Industriezweigen taugt sie bislang kaum. Neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Škoda Peaq im Test: Wenn die Reichweite ihrem Namen alle Ehre macht
21.09.2026

Mit dem Škoda Peaq stellt die Marke ihr bislang größtes Elektroauto vor. Der SUV setzt auf hohe Reichweite, viel Innenraum, starke...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck nach Berlin-Wahl – Diskussion um Enteignungen
21.09.2026

Die Berlin-Wahl setzt die Vonovia-Aktie unter Druck. Forderungen nach Enteignungen großer Wohnungskonzerne sorgen bei Anlegern für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsprofessor Luis Garicano: So vermeiden Sie, Ihren Job an KI zu verlieren
21.09.2026

Viele Warnungen vor KI und Massenarbeitslosigkeit klingen dramatisch. Der Ökonom Luis Garicano hält sie für übertrieben. Sein Argument:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie: Warum der Ozempic-Riese plötzlich alles ändert
21.09.2026

Novo Nordisk macht aus sich selbst „Novo“ und dreht sogar den berühmten Stier im Logo um. Doch hinter der vermeintlichen kosmetischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Euro-Banknoten: Diese Motive stehen zur Wahl – Umfrage endet
21.09.2026

Europas Bargeld soll moderner, sicherer und langlebiger werden. In einer großen Online-Umfrage entscheiden Bürger über mögliche Motive...