Deutschland

Wegen Energiekrise: Deutsche Banken bekommen Kredit-Probleme

Die Banken müssen sich wegen der Energiekrise auf verstärkte Probleme einstellen. Moody's zufolge sind die Commerzbank und drei Landesbanken überdurchschnittlich betroffen.
07.10.2022 15:07
Aktualisiert: 07.10.2022 15:07
Lesezeit: 1 min

Die Banken müssen sich nach Ansicht der Ratingagentur Moody's wegen der steigenden Energiepreise auf eine Zunahme der Problemfälle in ihren Kreditbüchern einstellen.

In Deutschland seien die Commerzbank, die Bayerische Landesbank (BayernLB), die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) überdurchschnittlich stark betroffen, heißt es in einem Bericht von Moody's. Der Anteil der Kredite an Energie- und Versorgungsunternehmen liege bei den vier deutschen Geldhäusern über dem EU-Durchschnitt. Zudem setze die Finanzierung von Gewerbeimmobilien die deutschen Institute den sekundären Effekten der Energiekrise aus.

Zusätzlich zum Gewerbeimmobilien-Finanzierer Aareal Bank mit Sitz in Wiesbaden wiesen auch die Kreditbücher der BayernLB, Helaba, LBBW, sowie die der DZ Bank, der Hamburg Commercial Bank und der DekaBank einen bedeutenden Anteil an Gewerbeimmobilien aus, der über dem EU-Durchschnitt liegt.

Die Commerzbank schätzt ihr Exposure an Unternehmenskunden, die von den volatilen Energiepreisen betroffen sind, auf 45 Milliarden Euro. Das entspreche 9,3 Prozent des Gesamtportfolios der Bank. Das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands rechnete im Sommer noch mit einer zusätzlichen Kreditvorsorge von 500 bis 600 Millionen Euro, sollte es zu Kreditausfällen kommen.

Nach Ansicht der Analysten von Moody's sollte die Helaba mögliche Kreditausfälle verkraften: Die Finanzierung erneuerbarer Energien machten 60 Prozent im Energieportfolio des Instituts aus. Engpässe in der Gasversorgung könnten Moody's zufolge die Risiken der Unternehmenskunden der LBBW im verarbeitenden Gewerbe erhöhen.

Der Moody's-Bericht hebt bei der BayernLB die Exposure an Energieversorger hervor, die auf fossile Stoffe setzen. Deren Anteil in den Kreditbüchern der bayerischen Landesbank sei nicht unerheblich, mahnen die Analysten. Allerdings stünden diesen Firmen-Kunden staatliche Maßnahmen in Form von KfW-Krediten zur Verfügung. Die hohe Risikovorsorge bei den drei Landesbanken biete außerdem einen Puffer für die verschlechterte Konjunktur, heißt es in dem Bericht. (Reuters)

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Immobilien
Immobilien Sonne als Heizung: Wie Sie mit energieeffizienten Fenster Heizkosten sparen – Tipps und Tricks
01.01.2026

Fenster sind mehr als Lichtspender: Sie entscheiden über Wärme, Komfort und Energieverbrauch. Richtig platziert und gesteuert, werden sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen AWS treibt Ausbau der Dateninfrastruktur voran: Unterseekabel zwischen Irland und USA geplant
01.01.2026

Irland rückt zunehmend in den Fokus globaler Dateninfrastruktur, während Unternehmen ihre Cloud- und KI-Kapazitäten ausbauen. Welche...

DWN
Panorama
Panorama BiB-Studie: Städte wachsen, Land schrumpft – der Bevölkerungstrend bis 2070
01.01.2026

Wachsen die Städte weiter – und schrumpft das Land noch schneller? Eine neue Studie des BiB rechnet bis 2070 verschiedene Szenarien...

DWN
Technologie
Technologie Glasfaser-Betrug: So erkennen Sie Laufzeitfallen beim Glasfaservertrag
01.01.2026

Glasfaser klingt nach Zukunft – doch beim Vertragsabschluss lauern Fallen. Manche Anbieter verschieben Laufzeitbeginne, andere arbeiten...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnnebenkosten-Ranking: In diesen Städten wird Wohnen zur Kostenfalle
01.01.2026

Die Miete allein ist längst nicht mehr das Problem – die Nebenkosten treiben die Wohnkosten auf ein neues Niveau. Höhere Gebühren,...

DWN
Politik
Politik Merz wirbt für "Moment des Aufbruchs" 2026
01.01.2026

In seiner ersten Neujahrsansprache appelliert Kanzler Merz an Vertrauen und Tatkraft in Krisenzeiten – und stellt in Aussicht, dass die...

DWN
Politik
Politik Endet die Koalition 2026 vorzeitig? Schwarz-Rot steht vor einem Schicksalsjahr
31.12.2025

Fünf Landtagswahlen, umstrittene Reformen: Der Dauerwahlkampf kommendes Jahr hat das Potenzial, die Koalition und die Reformprojekte...

DWN
Finanzen
Finanzen Italien greift nach dem Gold: Droht jetzt die stille Enteignung in der Eurozone?
31.12.2025

Wenn ein hoch verschuldetes Euroland wie Italien den Griff nach dem Gold wagt – wer garantiert, dass andere Staaten nicht nachziehen? Und...