Wirtschaft

Frankreich geht das Benzin aus

In Frankreich spitzt sich die Lage an den Tankstellen zu, der Treibstoff wird knapp. Die Regierung will nun durchgreifen.
12.10.2022 10:08
Aktualisiert: 12.10.2022 10:08
Lesezeit: 1 min
Frankreich geht das Benzin aus
Eine Internetseite zeigt Tankstellen, die entweder geschlossen sind oder nicht mehr alle Treibstoffarten anbieten können. (Foto: dpa)

Frankreichs Regierung will angesichts knappen Sprits bei den Streiks an Raffinerien hart durchgreifen. Premierministerin Élisabeth Borne sagte am Dienstagnachmittag in der Nationalversammlung, sie habe die zuständigen lokalen Behörden um ein Verfahren gebeten, um notwendiges Personal an den Exxon-Lagerstätten zum Dienst zu verpflichten.

Bei dem Konzern hatte es am Montagabend im Lohnstreit eine Einigung mit einem Teil der Gewerkschaften gegeben. Die anderen Gewerkschaften hatten erneut zum Streik aufgerufen. Auch bei Total streikten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kampf um einen höheren Lohn am Dienstag weiter.

„Die Situation ist für unsere Mitbürger (...) schwierig und an manchen Orten sogar unerträglich“, sagte Borne. An Frankreichs Zapfsäulen ist der Sprit angesichts seit Tagen anhaltender Streiks an Raffinerien örtlich knapp, teils gibt es lange Schlangen. Bei fast einem Drittel der Tankstellen fehlte am Montagabend mindestens ein Kraftstoff, wie Energieministerin Agnès Pannier-Runacher dem Sender France Info sagte.

Blockaden sollen beendet werden

„Wir müssen in den kommenden Stunden eine Einigung finden“, sagte Finanzminister Bruno Le Maire im Hörfunk. „Unsere Landsleute dürfen keine Kollateralopfer sein.“ Sowohl Le Maire als auch Regierungssprecher Olivier Veran erklärten, die Regierung könne eingreifen, um die Blockaden zu beenden. Veran sagte, die Regierung könne die Requirierung von Personal anordnen, um die Blockaden der Tanklager zu beenden. Bei Bedarf könne sie auch auf strategische Treibstoffreserven des Landes zurückgreifen.

Mehr als 60 Prozent der Raffineriekapazitäten in Frankreich werden durch die Streiks lahmgelegt, was die Dieselpreise in die Höhe treibt und das Land dazu zwingt, die Kraftstoff-Importe zu erhöhen. Unter Führung der Gewerkschaft CGT streiken die Beschäftigten der großen Raffinerien bereits seit 22 Tagen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...

DWN
Politik
Politik Neuordnung Pflegeversicherung beschlossen: Regierung bringt Pflegereform auf den Weg
30.09.2026

Die Bundesregierung gibt nach langem Ringen von Union und SPD grünes Licht für die geplante Pflegereform. Das Kabinett beschließt den...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Immobilienberatung: ChatGPT wählt einen Immobilienkredit – sinnvoll oder nicht?
30.09.2026

Ein Wohnungskauf für rund 803.000 Euro, eine hohe Eigenleistung und der Wunsch nach Kindern: Kann ChatGPT bei der Wahl des passenden...

DWN
Finanzen
Finanzen LPKF-Aktie bricht nach Prognosesenkung ein: Verzögerte Aufträge belasten Ausblick
30.09.2026

Die LPKF-Aktie ist am Mittwoch kräftig unter Druck geraten. Der Laserspezialist hat seine Prognose für 2026 deutlich gesenkt, weil sich...

DWN
Politik
Politik Russland erhöht Militärausgaben um 27 Prozent. Putin: Krieg mit Europa wäre kurz
30.09.2026

Medwedew spricht von Angriffen auf deutsche Fabriken. Russland beschlagnahmt deutsches Vermögen. Russische Fluggeräte sorgen an der...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Rally verliert an Schwung vor US-Inflationsdaten
30.09.2026

Der Bitcoin-Kurs hält sich am Mittwochmorgen über 83.000 US-Dollar, doch unter der Oberfläche verliert die jüngste Rally an Kraft....

DWN
Unternehmen
Unternehmen 1627 gegründet: Traditionsbrauerei Wolters wird geschlossen
30.09.2026

Das Brauerei-Sterben geht weiter: Die Wolters-Brauerei in Braunschweig schließt die Tore. Für die Produktionsstätte mit 90 Mitarbeitern...