Finanzen

Krisenbank Monte Paschi: Aktienkurse bei Kapitalerhöhung brechen ein

Die älteste Bank der Welt braucht erneut dringend Geld. Die nun angelaufene Kapitalerhöhung gerät unter Druck.
17.10.2022 10:00
Aktualisiert: 17.10.2022 10:33
Lesezeit: 1 min
Krisenbank Monte Paschi: Aktienkurse bei Kapitalerhöhung brechen ein
Banca Monte dei Paschi di Siena, die älteste Bank der Welt. (Foto: dpa) Foto: Mattia Sedda

Zum Start der der 2,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung stürzten die Bezugsrechte auf neue Aktien der italienischen Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) ab. Sie verlieren in Mailand nach mehreren Handelsunterbrechungen gut 91 Prozent und kosten 0,70 Euro. Das 2017 vom italienischen Staat gerettete Geldhaus bietet ihren Eignern 374 neue Anteilsscheine für je drei gehaltene Papiere. Die bereits gehandelten Titel von Monte Paschi können ihre Anfangsgewinne nicht halten und fallen um drei Prozent.

Die italienische Bank hatte sich vergangene Woche mit einer Gruppe von Geldinstituten über die Konditionen der anstehenden Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Milliarden Euro geeinigt. Das Konsortium der Emissionsbanken werde den Verkauf von Aktien in Wert von bis zu 807 Millionen Euro übernehmen, erklärte MPS am vergangenen Donnerstag nach der Unterzeichnung der Verträge. Der italienische Staat, der 64 Prozent der Anteile der Krisenbank besitzt, wird dieses Mal 1,6 Milliarden in die Kapitalerhöhung investieren. Die restlichen Gelder muss die Bank laut EU-Regulierung von privaten Investoren einsammeln.

Die älteste Bank der Welt will ein milliardenschweres Aktienpaket verkaufen, um sich vor einer erneuten Pleite zu retten. Das Institut baut 3500 Stellen ab und braucht zusätzliche Liquidität, um die Abfindungen für Frührenten-Vereinbarungen und eine potenzielle Kapitallücke von 500 Millionen Euro auszugleichen.

Doch die aktuellen Marktkonditionen und die Höhe des benötigten Kapitals erschwerten die Gespräche mit den acht Emissionsbanken. Denn die MPS will das Zehnfache dessen auf dem Kapitalmarkt einsammeln, was sie selbst aktuell wert ist. Institute im Konsortium fürchteten laut einem Insider, dass sie bei geringem Interesse der Investoren Verluste machen würden. Das Institut kündigte auch die Verschiebung des Geschäftsberichtes an: Die Ergebnisse des dritten Quartals wird MPS erst am 10. November vorlegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen AppLovin-Aktie: Ist dieser KI-Titel jetzt viel zu billig?
13.09.2026

Mehr als die Hälfte ihres Wertes hat die AppLovin-Aktie seit Jahresbeginn verloren. Doch während Anleger fliehen, wachsen Umsatz und...

DWN
Technologie
Technologie KI-Cyberangriffe: Banken warnen vor einem neuen Wettrüsten
13.09.2026

Eine vernetzte Kaffeemaschine kann reichen, um Hackern den Weg in eine Bank zu öffnen. Künstliche Intelligenz verändert die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten bei 35 Grad: Braucht Deutschland ein Hitzearbeitsrecht?
13.09.2026

Der Sommer 2026 brachte Rekordtemperaturen von über 41 Grad und mehr als 12.000 hitzebedingte Todesfälle. Jeder Hitzetag kostet die...

DWN
Technologie
Technologie Cyber Resilience Act: Wie Saugroboter zu Waffen werden
13.09.2026

Saugroboter saugen Staub, Kameras überwachen das Haus – und im schlimmsten Fall greifen beide nebenbei fremde Computersysteme an....

DWN
Panorama
Panorama Höhere Kassenbeiträge: Warum Versicherte jetzt selbst aufpassen müssen
13.09.2026

Ein höherer Krankenkassenbeitrag kann das Nettogehalt spürbar schmälern. Bislang kündigten persönliche Schreiben solche Änderungen...

DWN
Politik
Politik Nord Stream bis Schulen: Was könnte die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ändern?
13.09.2026

Nord Stream reaktivieren, Windkraft bremsen, den Rundfunkbeitrag abschaffen: Die AfD plant für Mecklenburg-Vorpommern tiefgreifende...

DWN
Technologie
Technologie Ladesäulen: Baut Deutschland am Bedarf vorbei?
13.09.2026

Deutschlands Elektroautomarkt wächst, doch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur rückt eine neue Frage in den Vordergrund: Braucht das Land...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation im Euroraum: Warum Energie und Lebensmittel wieder teurer werden
13.09.2026

Die Inflation ist zurück über der Drei-Prozent-Marke, doch der eigentliche Preisschub könnte erst noch bevorstehen. Teures Gas,...