Unternehmen

Energie-Krise: Unternehmen setzen auf Einsparungen

Die Energiekrise ist für die Unternehmen in Deutschland eine starke Belastung. Um Kosten einzusparen, greift man jetzt zu unterschiedlichen Lösungen
02.11.2022 10:26
Aktualisiert: 02.11.2022 10:26
Lesezeit: 2 min

Die Energiekrise führt für viele Unternehmen in Deutschland zu massiven Problemen. Um die Ausgabenkosten in einem erträglichen Maß zu halten, werden nun überall Einsparmöglichkeiten gesucht und umgesetzt. Die Unternehmen überlegen sich branchenübergreifend neue Ideen und gehen dabei unterschiedliche Wege.

Hornbach-Vorstand zieht in neues Büro um

Am Freitag wurde laut der Lebensmittelzeitung bekannt, dass die Vorstandsbüros des Baumarkts Hornbach in der Zentrale in Bornheim, seit Mitte Oktober leer sind. Konzernchef Albrecht Hornbach und der Chef der Baumarktsparte, Eric Harsch, zogen in einen der drei verbleibenden Gebäudetrakte beim drittgrößten Baumarktkonzern Deutschlands um.

Hornbach wählt damit einen ähnlichen Schritt wie zuvor der Handelskonzern Otto. Das Hamburger Unternehmen hatte Anfang Oktober verkündet, man wolle mehrere Bürogebäude schließen, um im Winter Energiekosten und Gas einzusparen. Der Schritt macht für die Unternehmen Sinn. Seit der Corona-Pandemie sind viele Angestellte zumindest an verschiedenen Tagen im Home-Office, viele Büros werden wenig genutzt. In diesem Jahr sind an Tagen mit hoher Büroauslastung bei Hornbach nur 350 der 1800 Mitarbeiter im Haus gewesen, so das Unternehmen gegenüber der Lebensmittelzeitung.

Coop verzichtet auf Weihnachtsbeleuchtung

Bei Metro sollen alle Gebäudeteile der Düsseldorfer Zentrale geöffnet bleiben. Man möchte aber Erdgas als Wärmequelle ersetzen. So bemüht sich das Unternehmen den gesamten Campus an das Düsseldorfer Fernwärmenetz herzustellen. Pro Jahr will der Konzern in den nächsten Jahren etwa 100 Millionen Euro für Energieeffizienzmaßnahmen und den Klimaschutz ausgeben.

Auch in der Schweiz setzten die Unternehmen auf Einsparpotentiale. Die Handelsgruppe Coop will trotz einer im Vergleich zu Deutschland deutlich geringeren Inflation im Land von 3,3 Prozent und weniger Abhängigkeit zu Gas als Heizquelle auf die Energiekrise reagieren. So greift das Unternehmen in diesem Winter unter anderem nicht auf die Weihnachtsbeleuchtung zurück. Überall wo es nicht zwingend notwendig ist, stellt man beim Großhandelsunternehmen die Beleuchtung der Logos komplett, oder eine halbe Stunde nach Ladenschließung ein. Zudem wird die Temperatur jeden Tag auf 19 Grad runtergestellt. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung erklärt gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass man bei Coop so fünf bis zehn Prozent Energie einsparen kann.

Galeria plant Energieverbraucht zu senken

Die stark unter Druck stehende Warenhauskette Galeria, ist wegen großer finanzieller Probleme dazu gezwungen alle Ausgaben genau zu kontrollieren und Einsparungen vorzunehmen. So plant das Unternehmen nach Informationen der Lebensmittelzeitung, den Energieverbrauch, um circa 20 Prozent zu senken. In den Warenhäusern werden mehrsträngige Rolltreppen schon seit längerer Zeit zum Teil ausgeschaltet. Die Arbeitszeiten für die Angestellten auf der Fläche hat der Warenhauskonzern schon reduziert. Galeria soll auch dabei sein, die Öffnungszeiten in einzelnen Filialen zu beschränken.

Insidern zufolge machen die Energiekosten bei Galeria noch unter drei Prozent vom Umsatz aus. Der Warenhauskonzern spürt jedoch die aktuellen Marktverwerfungen ziemlich stark. Einen Großteil der Energie bezieht die Warenhauskette mittlerweile über den Spotmarkt. In einem Mitarbeiterbrief kalkulierte CEO Miguel Müllenbach laut Lebensmittelzeitung, dass die Energiekosten bei Galeria in den nächsten zwei Jahren etwa 150 Millionen höher sein dürften als ursprünglich geplant.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Deutsche Firmen bleiben bei Klimainvestitionen zurückhaltend
31.08.2026

Der klimafreundliche Umbau der deutschen Wirtschaft erfordert erhebliche Investitionen. Eine Ifo-Umfrage zeigt jedoch, dass viele...

DWN
Politik
Politik Schwarzes Meer blockiert: Jetzt rückt Polen als Getreidekorridor auf
31.08.2026

Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer erhöhen die Nachfrage nach europäischen Agrargütern. In den Häfen herrscht deshalb Hochbetrieb....

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin vererben: Wenn das Testament nicht reicht
31.08.2026

Die Blockchain kennt keinen Erbschein. Wer Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowerte vererben will, muss auch den Zugriff sichern. Sonst...

DWN
Politik
Politik Rentenreform: Wirtschaftsweise Grimm nimmt Mütterrente ins Visier
31.08.2026

Veronika Grimm erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Die Wirtschaftsweise verlangt tiefgreifende Änderungen bei mehreren...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo EX60 im Test: Ein schwedischer Triumph
31.08.2026

Der lange erwartete neue Volvo verbindet Ruhe und Vernunft mit technischer Raffinesse und souveränen Reserven. In mehreren Bereichen setzt...

DWN
Politik
Politik EU-Referendum: Island entscheidet sich gegen Brüssel – die Hintergründe
31.08.2026

Am Samstag stimmten die Isländer darüber ab, ob sie bereit sind, die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinserwartungen bewegen XRP-Kurs: XRP Ledger verliert beim Stablecoin RLUSD gegen Ethereum
31.08.2026

Der XRP-Kurs zeigt sich nach einer starken August-Rally am Montag volatil. Auf der einen Seite belasten die US-Zinserwartungen den Kurs des...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Sparpläne bei Volkswagen verärgern IG Metall – Zeichen stehen auf Konflikt
31.08.2026

Bei Volkswagen spitzt sich die Lage zu: Der Vorstand plant härtere Einschnitte, die Gewerkschaft warnt vor einem schweren Konflikt. Selbst...