Deutschland

Deutsche Importe verbilligen sich: Ebbt die Inflation ab?

In Deutschland sind die Importpreise im September überraschend wieder zurückgegangen. Sie liegen jetzt nur noch um 29,8 Prozent höher als vor einem Jahr.
01.11.2022 09:55
Lesezeit: 1 min

Die deutschen Importe haben sich im September nicht mehr so stark verteuert wie noch zuletzt. Die Einfuhrpreise erhöhten sich um 29,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg von 31 Prozent gerechnet, nachdem die Importpreise im August noch um 32,7 Prozent gestiegen waren - dies war der höchste Anstieg seit März 1974.

Von August auf September fielen die Importpreise nun sogar um 0,9 Prozent und damit im Vormonatsvergleich erstmals seit April 2020.

Preistreiber Nummer eins blieb angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine die Energie: Deren Einfuhren verteuerten sich im September um 135,1 Prozent.

"Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet", erklärten die Statistiker. Diese Preise lagen dreieinhalbmal so hoch wie im September 2021. Zum August fielen sie aber um 3,0 Prozent. Elektrischer Strom kostete an den Börsen 172,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Damit zeichnet sich ab, dass die Inflation in den kommenden Monaten sehr hoch bleiben wird.

Auch als Folge der stark gestiegenen Energiepreise wollen viele Unternehmen die höheren Kosten an ihre Kunden weiterreichen, wie das Ifo-Institut jüngst bei einer Umfrage herausfand. Demnach planen vor allem Lebensmittelhändler mit Preiserhöhungen.

Im Oktober lag die Inflation mit 10,4 Prozent bereits so hoch wie seit 1951 nicht mehr. Ab 2023 dürfte dann die von der Bundesregierung angekündigte Gas- und Strompreisbremse wirken und die Jahresteuerung etwas dämpfen. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Hochrechnungen knapp vor SPD
20.09.2026

Erste Hochrechnungen aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen deutliche Verschiebungen im Parteiensystem. Während eine Partei ihr Ergebnis mehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...