Technologie

Afrika ist weltweit führend bei grüner Energie

Laut Daten der UN haben viele Staaten Afrikas einen Anteil an Erneuerbaren Energie von über 75 Prozent. Deutschland liegt bei 17 Prozent. Wie ist das möglich?
Autor
20.11.2022 09:00
Lesezeit: 2 min

Statista hat eine Infografik veröffentlicht, die auf Daten aus dem United Nations Energy Statistics Pocketbook 2022 beruht. Demnach ist Afrika die einzige Region der Welt, in der die Erneuerbaren Energien eine wirklich dominierende Rolle beim Energieverbrauch spielen.

Uganda, die Zentralafrikanische Republik, Somalia und die Demokratische Republik Kongo waren 2019 die einzigen Länder der Welt, in denen 90 Prozent des Gesamtverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen stammten. Der Kongo kam mit 96,2 Prozent sogar nahe an 100 Prozent heran.

Im Gegensatz dazu waren fortgeschrittene Volkswirtschaften wie die USA (9,9 Prozent), Deutschland (17,2 Prozent) und Japan (7,9 Prozent) noch weit davon entfernt, den Wechsel zu grüner Energie zu vollziehen.

Insgesamt 28 Länder wiesen sogar nur einen Anteil der Erneuerbaren Energien von weniger als einem Prozent auf. Dazu gehören Kuwait, Katar, Saudi-Arabien sowie Hongkong und der Stadtstaat Singapur.

Die für die Infografik genutzten Daten der UN sind aus dem Jahr 2019, also aus der Zeit vor der Corona-Pandemie und vor der aktuellen Energie-Krise, die in Europa zu einer verstärkten Nutzung von fossilen Energien geführt hat.

Den Daten zufolge verbrauchte Afrika im Jahr 2019 im Vergleich zu Europa nur ein Drittel der Kohle, weniger als ein Drittel an Öl, weniger als ein Sechstel beim Erdgas, fast doppelt so viel "Biokraftstoffe und Abfall" und so gut wie keine Kernenergie.

Unter den Erneuerbaren Energien sind in Afrika vor allem Windenergie mit 17,9 Terawattstunden und Solarenergie mit 10,2 Terawattstunden stark verbreitet. Das ist zwar weniger als auf den anderen Kontinenten, aber relativ zu den anderen Energiequellen ist es sehr viel.

Für die Welt insgesamt macht die relativ starke Nutzung grüner Energien in Afrika allerdings kaum einen Unterschied. Denn der Energieverbrauch ist in Afrika viel geringer als auf allen anderen Kontinenten, obwohl hier rund 1,4 Milliarden Menschen leben.

Weltweit liegt der gesamte jährliche Energieverbrauch pro Kopf durchschnittlich bei 51,7 Gigajoule. Während die meisten Staaten Afrikas weniger als 15 Gigajoule pro Kopf verbrauchen, verbrauchen alle Staaten Europas mehr als 50 Gigajoule pro Kopf, Deutschland sogar mehr als 100 Gigajoule pro Kopf.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street steigt aufgrund von Hoffnungen auf Iran-Waffenstillstand vor Trump-Ansprache
01.04.2026

Ein plötzlicher Stimmungswandel sorgt für grüne Vorzeichen an den Börsen, doch ein anstehendes politisches Statement könnte alles...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Spritpreise in Europa: Bekommt das Elektroauto neuen Rückenwind?
01.04.2026

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise rücken Elektroautos und den europäischen Automarkt erneut in den Fokus wirtschaftlicher Debatten....

DWN
Politik
Politik Geht uns der Sprit aus? Deutsche Top-Ökonomin plädiert für Verzicht auf Autofahrten
01.04.2026

Nach Ansicht der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer sollten Verbraucher und Wirtschaft mit Verzicht auf knapperes Öl reagieren:...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz steigender Steuereinnahmen: Kommunen mit Rekordausgaben von 31,9 Milliarden Euro
01.04.2026

Trotz steigender Steuereinnahmen wachsen die Ausgaben der Gemeinden noch schneller. Wofür besonders viel Geld ausgegeben wurde und wie die...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg spitzt sich zu: Erwägt Trump einen Rückzug?
01.04.2026

Die Zustimmungswerte von Präsident Donald Trump sind so niedrig wie seit Beginn seiner zweiten Amtszeit nicht mehr. Das wirkt sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Prognose Wirtschaftsinstitute für 2026: Iran-Krieg halbiert Wachstum und treibt Inflation
01.04.2026

Höhere Spritpreise, höhere Inflation: Ifo und DIW sprechen von einem Energiepreisschock - ausgelöst durch den Iran-Krieg. Sie erwarten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmer Wolfgang Grupp: Was die Biografie über den Ex-Trigema-Chef verrät
01.04.2026

Wolfgang Grupp spricht in einer Biografie offen über Machtkämpfe in der Familie und den Kampf gegen die Altersdepression. Was das neue...

DWN
Immobilien
Immobilien Bauprojekte im Belastungstest: Wie Investoren und Projektentwickler Verzögerungen und Mehrkosten aktiv vermeiden
01.04.2026

Viele Bauprojekte geraten schleichend unter Termin- und Kostendruck, obwohl Controlling und Statusberichte zunächst Stabilität...