Deutschland

Insider: Bundesregierung muss Gaskonzern VNG stützen

Die Bundesregierung wird Insidern zufolge den strauchelnden Gaskonzern VNG finanziell stützen. Dieser streitet das ab.
22.11.2022 09:47
Aktualisiert: 22.11.2022 09:47
Lesezeit: 1 min

Der in Schieflage geratene ostdeutsche Gaskonzern VNG soll Insidern zufolge vom Bund mit einer Milliardenhilfe zurück in die Spur gebracht werden. Dabei handle es sich um einen „mittleren einstelligen Milliardenbetrag“, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Vereinbarung mit der Tochter des Karlsruher Versorgers EnBW könne noch in dieser Woche unter Dach und Fach gebracht werden. VNG und EnBW wollten sich dazu nicht äußern. Vom Bundeswirtschaftsministerium war zunächst ebenfalls keine Stellungnahme zu erhalten.

Teure Alternativen zu russischem Öl

Die VNG hatte im September beim Staat einen Antrag auf Stabilisierungshilfe gestellt. Ursprünglich sollte dem Leipziger Unternehmen durch die geplante Gasumlage geholfen werden, die aber von der Bundesregierung zurückgezogen wurde. Die VNG ist durch den Gaslieferstopp Russlands in die Bredouille geraten. Das Unternehmen muss teuren Ersatz für die ausgefallenen Lieferungen beschaffen. EnBW-Finanzchef Thomas Kusterer kürzlich die daraus entstandenen Belastungen auf 1,2 Milliarden Euro für das gesamte Jahr 2022 beziffert.

Anders als bei den vor der Verstaatlichung stehenden Konkurrenten Uniper und Sefe, der früheren Gazprom Germania, gilt bei der VNG ein Staatseinstieg als unwahrscheinlich. EnBW-Manager Kusterer hatte bei der Vorstellung der Quartalszahlen am 11. November gesagt, er gehe nicht davon aus, dass die VNG verstaatlicht werde. Dies war auch aus Kreisen der Bundesregierung verlautet.

VNG will Entschädigung

VNG befindet sich nach eigenen Angaben in konstruktiven Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium über verschiedene Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens. Dabei werde aktuell aber weder eine Verstaatlichung noch eine staatliche Hilfe in Höhe eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags diskutiert, teilten die VNG und der Mutterkonzern EnBW am Dienstag mit.

EnBW und VNG erklärten, dass es darum gehe, dass die VNG teilweise für die von ihr getragenen Aufwendungen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit entschädigt werde und im Übrigen die darüber hinaus auflaufenden Verluste aus eigener Kraft und gemeinsam mit ihren Anteilseignern trage.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Immer mehr US-Forschende zieht es nach Deutschland
15.03.2026

Aus politischen Gründen geht das Weiße Haus gegen Elite-Unis vor. Für Wissenschaftler und Studierende aus den USA wird Deutschland daher...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI trifft auf SaaS: Steht die Softwarebranche vor einem Strukturwandel?
15.03.2026

Künstliche Intelligenz verändert die wirtschaftliche Logik der Softwarebranche und setzt das klassische SaaS-Modell unter Druck. Steht...

DWN
Finanzen
Finanzen Iran-Krieg heizt Energiepreise an: Investoren suchen Absicherung
15.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise nach oben und zwingt Investoren weltweit, ihre Strategien angesichts steigender Öl- und Gaspreise...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Milliardär warnt: Wir stehen vor einem totalen Umsturz unserer Gesellschaft
14.03.2026

Der dänische Investor und Milliardär Lars Seier Christensen warnt vor massiven Verwerfungen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OSINT: Wie Satellitendaten Staaten und Konzerne kontrollierbar machen
14.03.2026

Satelliten blicken längst nicht mehr nur für Militärs und Geheimdienste auf die Erde. Mit frei zugänglichen Satellitendaten und OSINT...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anspruch auf Bildungsurlaub: Mangelndes Wissen bremst Inanspruchnahme – was Sie beachten müssen
14.03.2026

Fortbildungen ermöglichen eine berufliche und private Weiterentwicklung. Doch viele Menschen in Deutschland sind trotz Interesse über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Werden Elektriker reicher als Programmierer?
14.03.2026

Programmierer galten lange als sichere Gewinner der Digitalisierung. Doch im KI-Arbeitsmarkt verschieben sich die Machtverhältnisse...

DWN
Technologie
Technologie Gerichtsurteil: Betreiber haften für falsche KI-Aussagen ihrer Chatbots
14.03.2026

Künstliche Intelligenz liefert Antworten in Sekunden – doch was passiert, wenn sie falsche Tatsachen behauptet? Ein aktuelles Urteil...