Politik

Südafrika kündigt großes Marine-Manöver mit China und Russland an

Die südafrikanische Marine wird im Februar ein großes Manöver mit chinesischen und russischen Einheiten abhalten.
20.01.2023 09:00
Lesezeit: 2 min

Südafrika plant mit der russischen und chinesischen Marine gemeinsame Militärübungen. Die Übungen mit dem Namen „Operation Mosi“, was in der Lokalsprache Tswana „Rauch“ bedeutet, sollen vom 17. bis 27. Februar vor der südöstlichen Hafenstadt Durban stattfinden, teilte das Militär am Donnerstag mit. Die Marineübungen fallen mit dem einjährigen Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zusammen (24. Februar). Sie werden die „bereits blühende Beziehung zwischen Südafrika, Russland und China stärken“, hieß es von der Armee.

Rund 350 südafrikanische Soldaten sollen an den Übungen teilnehmen. Ziel sei es der Armee zufolge, „operationelle und informative Fähigkeiten“ mit den Marineeinheiten aus Russland und China auszutauschen.

Kritik aus der Opposition

Südafrikas Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA) hat die geplanten Übungen scharf kritisiert. Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) stelle sich damit de facto auf die Seite Moskaus, sagte ein Sprecher der DA. Die Beziehungen Russlands zur regierenden ANC-Partei existieren schon seit Jahrzehnten, als der African National Congress von der Sowjetunion unterstützt wurde.

Südafrika, das gemeinsam mit Russland, China sowie Indien und Brasilien der BRICS-Gruppe von aufstrebenden Schwellenländern angehört, hat bislang eine neutrale Position zum Krieg in der Ukraine eingenommen. Bei einer Abstimmung der Vereinten Nationen zur Verurteilung des Krieges hatte sich Südafrika vergangenes Jahr enthalten. Die geplanten Marineübungen folgen einer ähnlichen Operation von Russland und Südafrika 2019 in den Gewässern vor Kapstadt.

Lesen Sie dazu: Multipolare Weltordnung: Organisationen des Globalen Südens erhalten verstärkt Zulauf

Am Montag wird gleichzeitig Russlands Außenminister Sergej Lawrow für bilaterale Gespräche in Südafrikas Hauptstadt Pretoria erwartet. Es ist Lawrows erster Besuch im Land an der Südspitze Afrikas seit Russlands Invasion in die Ukraine.

Russland und China hatten ihren Einfluss in Afrika in den vergangenen Jahren ausgebaut. Während Russland dazu vornehmlich auf Rüstungsgeschäfte setzte, bauten die Chinesen im Rahmen ihres Seidenstraßen-Projekts bedeutende Infrastrukturanlagen in afrikanischen Ländern. ABC News zufolge stellt der anstehende Besuch der amerikanischen Finanzministerin Janet Yellen in Südafrika auch einen Versuch da, den eigenen Einfluss auszubauen. „Die Verbesserung der Beziehungen zu Südafrika steht im Mittelpunkt der Bemühungen der USA, den russischen und chinesischen Einfluss zu begrenzen. Um dies zu unterstreichen, wird auch US-Finanzministerin Janet Yellen nächste Woche Südafrika besuchen, um eine Drei-Länder-Tour durch Afrika abzurunden. Yellens Südafrika-Besuch beginnt zwei Tage nach Lawrows Treffen mit dem südafrikanischen Außenminister.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Das anstehende Wirtschaftsereignis Fußball-WM 2026 & warum Daten, Prognose sowie Online-Portale einen eigenen Digitalmarkt bilden

Die WM ist in diesem Jahr nicht bloß ein bedeutendes Ereignis auf sportlicher Basis, denn sie wird zum Härtetest für Datenökonomie,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street legt zu, Dow über 50.000
14.05.2026

Ein historischer Handelstag bricht Rekorde: Entdecken Sie die Hintergründe, die den Markt aktuell antreiben und für Feierstimmung sorgen.

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie: Warum SAP im KI-Wettlauf plötzlich unter Druck gerät
14.05.2026

SAP steht mit seiner neuen KI-Offensive vor einer Bewährungsprobe, die über Wachstum, Vertrauen der Investoren und die Stärke der...

DWN
Panorama
Panorama ESC gewinnen: Gibt es eine Erfolgsformel für den Eurovision Song Contest?
14.05.2026

Der Eurovision Song Contest begeistert seit Jahrzehnten Europa – doch nach welchen Regeln wird dort wirklich gewonnen? Zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Geothermie: Deutschland bohrt sich frei
14.05.2026

Unter Deutschlands Städten liegt ein gigantischer Wärmespeicher, der kaum genutzt wird. Jetzt drängt die Geothermie in den Mittelpunkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorge: Wie Pensionsfonds funktionieren und warum Zeit ein Schlüsselfaktor ist
14.05.2026

Die zusätzliche Altersvorsorge gewinnt an Gewicht, da die gesetzliche Rente für viele Menschen den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Warum der Elektro-Ferrari alles verändern könnte
14.05.2026

Ferrari wagt den radikalsten Schritt seiner Geschichte und ersetzt ikonische Motoren durch Strom. Der neue Ferrari Luce soll nicht nur...

DWN
Finanzen
Finanzen eBay-Deal sorgt für Zweifel: Warum Michael Burry seine GameStop-Aktien verkauft hat
14.05.2026

Michael Burry zieht bei der GameStop-Aktie die Reißleine, während Ryan Cohen mit eBay den bislang kühnsten Umbau des Konzerns anstrebt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lebenslauf verliert an Bedeutung: Warum sich der Bewerbungsprozess verändert
14.05.2026

Der Lebenslauf gilt für viele Arbeitgeber weiterhin als zentrales Instrument im Bewerbungsprozess und prägt maßgeblich die Auswahl von...