Technologie

Zahl der MINT-Studenten geht spürbar zurück

Die Zahl der Studenten, die sich für MINT-Fächer interessieren, sinkt sowohl total als auch im Vergleich zu anderen Studien.
23.01.2023 09:00
Aktualisiert: 23.01.2023 09:32
Lesezeit: 2 min
Zahl der MINT-Studenten geht spürbar zurück
Eine Schülergruppe läuft bei IdeenExpo in der Messe Hannover am Stand von Engagement Global an einer Leinwand mit 17 Nachhaltigkeitszielen vorbei. Die IdeenExpo möchte bei jungen Menschen Neugier und Leidenschaft für technische und naturwissenschaftliche Berufe (MINT-Berufe) wecken. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Schlechte Nachrichten für die händeringend nach Fachkräften in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) suchende deutsche Wirtschaft: Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in diesen Fächern ist trotz sehr guter Jobperspektiven deutlich gesunken.

Im Studienjahr 2021 wählten rund 307.000 Studierende im ersten Fachsemester eines der genannten MINT-Fächer. Das waren 6,5 Prozent weniger als 2020, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sank zudem im Wintersemester 2021/22 erstmals seit 2007. Sie lag mit 1,09 Millionen um 1,0 Prozent niedriger als im vorigen Wintersemester.

Dieser Rückgang hängt den Angaben zufolge damit zusammen, dass die Zahl der Studienanfänger insgesamt seit 2019 rückläufig ist: 2021 lag sie um vier Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Parallel dazu hat sich in Deutschland die Zahl der 17- bis 22-Jährigen verringert.

Zusätzlich ging infolge der Corona-Pandemie die Zahl von Ausländern zurück, die zum Studium in die Bundesrepublik kamen. Überhaupt besteht in diesem Bereich für Deutschland ein großes Problem: denn hauptsächlich kommen schlecht ausgebildete Zuwanderer aus muslimischen Ländern nach Deutschland, während etwa die USA, Großbritannien, Kanada oder Australien gezielt um hochqulifizierte Migranten werben.

Lesen Sie dazu: Die verfehlte Migrationspolitik der Nancy F.

Gleichzeitig sinkt jedoch auch der Anteil derjenigen, die sich im 1. Fachsemester für MINT-Fächer entscheiden: 2021 lag er bei 37,7 Prozent. Im Jahr 2015 hatte er noch 40,5 Prozent betragen – das war der bisherige Höchststand.

Frauen entscheiden sich nach wie vor seltener für ein Studium von MINT-Fächern als Männer. Über die Jahre ist der Frauenanteil unter den Studienanfängerinnen und Studienanfängern im MINT-Bereich allerdings gestiegen: Lag er 2001 noch bei 30,8 Prozent, so betrug er 2021 bereits 34,5 Prozent.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Fächern: Am höchsten war der Frauenanteil 2021 in Innenarchitektur (88,2 Prozent), am niedrigsten in Stahlbau (2,2 Prozent). In Informatik lag er bei 21,8 Prozent.

Trotz Konjunktureintrübung fehlen in Deutschland immer mehr Arbeitskräfte in den MINT-Berufen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlten im vergangenen Oktober 2022 mehr als 326.000 Personen, um alle angebotenen Stellen zu besetzen. Dies liegt deutlich über dem Oktober-Wert von 263.000 im Jahr 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Immobilienmarkt unter Druck: Strategien für Käufer und Verkäufer im aktuellen Zinsumfeld

Der Immobilienmarkt in Bremen befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Nach Jahren des kontinuierlichen Preisanstiegs...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Young Talents als Fachkräfte von morgen
05.08.2026

Ob als Praktikanten, Werkstudenten, Auszubildende oder Trainees – junge Menschen bringen neue Perspektiven ins Unternehmen und können...

DWN
Politik
Politik Demokratie in der Krise: Fällt die Fünf-Prozent-Hürde für Wahlen in Deutschland?
05.08.2026

Wenn die Wählerstimme nicht mehr zählt: Schuldenbremse, Steuerpolitik und Ukraine-Hilfen. 2025 blieben 6,8 Millionen Wählerstimmen...

DWN
Politik
Politik Sinkende Strompreise? Keine kurzfristigen Entlastungen in Sicht
05.08.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dämpft Hoffnungen auf schnelle Entlastung bei den Strompreisen. Kurzfristig soll sich für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Energy-Aktie im Aufwind: Windgeschäft wird profitabel
05.08.2026

Beim Energietechnikkonzern sprudeln die Gewinne und selbst das scheinbar ewige Sorgenkind Gamesa schreibt zum ersten Mal seit 2022 keine...

DWN
Politik
Politik Deutsche Bildungsmisere: Warum der Nachwuchs zum Standortrisiko wird
05.08.2026

Seit Jahren gibt es einen regelrechten Sturzflug bei den Lernleistungen an den Schulen. Inzwischen erreichen mehr als ein Drittel der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklimaindex: Deutsche Autoindustrie schöpft Hoffnung
05.08.2026

Die Erwartungen in der aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts sind so gut wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Das überdeckt die aktuell...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Infineon-Aktie im Fokus: Neuer Rekordumsatz dank KI-Boom
05.08.2026

Der Halbleiterhersteller Infineon hat dank der boomenden Nachfrage für Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen...

DWN
Politik
Politik Teilzeitquote bei Lehrkräften auf Rekordhoch - Jeder Dritte 50 Jahre oder älter
05.08.2026

Rund 44 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Zugleich ist mehr als jede dritte Lehrkraft mindestens 50...