Unternehmen

Zahl der Insolvenzen zu Jahresbeginn leicht rückläufig

Trotz der schwachen Konjunktur zeichnet sich auch zu Jahresbeginn keine Pleitewelle in Deutschland ab. Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen ging im Januar leicht zurück.
13.02.2023 11:48
Lesezeit: 1 min
Zahl der Insolvenzen zu Jahresbeginn leicht rückläufig
Die meisten Insolvenzen fanden im Baugewerbe und im Handel statt. (Foto: dpa) Foto: Roberto Pfeil

Trotz der schwachen Konjunktur zeichnet sich auch zu Jahresbeginn keine Pleitewelle in Deutschland ab. Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen sank im Januar um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Dezember 2022 war die Zahl der Insolvenzen hingegen noch um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Die Verfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, erklärten die Wiesbadener Statistiker. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen Fällen fast drei Monate davor. Auch bildet die Insolvenzstatistik nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.

Pleiten im Handel und Baugewerbe

Im November meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1312 beantragte Firmeninsolvenzen – rund ein Fünftel mehr als im Vorjahresmonat. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Die meisten Pleiten gab es im Baugewerbe und Handel. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank im November um 5,8 Prozent zum Vorjahresmonat.

Der Trend zu mehr Firmenpleiten hatte sich zum Jahresende verfestigt. Rasant gestiegene Energiepreise, Rekordinflation und die Konsumzurückhaltung von Verbrauchern zwingen wieder mehr Unternehmen zur Geschäftsaufgabe. Eine Pleitewelle sehen Fachleute aber nicht.

Wegen nachlassender Sorgen um eine tiefe Rezession fürchten weniger Unternehmen in Deutschland um ihre Existenz: Nur noch 4,8 Prozent bangten im Januar um ihren Fortbestand, berichtete das Ifo-Institut jüngst auf Basis einer Umfrage. Im Dezember waren es noch 6,3 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gesundheitsreform geplant: Arbeitgeber und Gutverdiener vor Mehrkosten
30.04.2026

Die Gesundheitsreform soll die gesetzliche Krankenversicherung stabilisieren und verlagert die Lasten stärker auf Gutverdiener,...

DWN
Politik
Politik Deutschland rüstet auf: Merz setzt auf europäische Führungsrolle
30.04.2026

Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben massiv und stellt damit die Machtbalance in Europas Sicherheitspolitik neu zur Disposition....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisschock vor der Entlastung: Historischer Sprung an den Zapfsäulen
30.04.2026

Eigentlich sollten Autofahrer ab Mitternacht durch den neuen Tankrabatt aufatmen können – doch kurz vor dem Start der Steuersenkung...

DWN
Immobilien
Immobilien Warnsignal für den Immobilienstandort: Justiz-Debakel um Bauruine belastet Investitionsklima
30.04.2026

Der Fall des Fellbacher „Schwabenlandtowers“ entwickelt sich von einem lokalen Bau-Skandal zu einem besorgniserregenden Lehrstück für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Teuerung in der Eurozone: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,0 Prozent
30.04.2026

Der Ölpreisschub infolge des Iran-Krieges hat die Inflation im Euroraum im April massiv angeheizt. Nach ersten Schätzungen des...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Leitzinsen der Eurozone bleiben unverändert - wann kommt die Zinswende?
30.04.2026

Steigende Energiepreise, unsichere Märkte und eine fragile Wirtschaft setzen die EZB unter Zugzwang. Noch bleiben die Leitzinsen für die...

DWN
Politik
Politik VW-Aktie: Volkswagen im Abwärtsstrudel – Radikalkurs gegen Milliarden-Verlust
30.04.2026

Der Abwärtstrend bei Europas größtem Automobilhersteller setzt sich unvermindert fort: Volkswagen kämpft zum Jahresauftakt 2026 mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt April: 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland
30.04.2026

Der Arbeitsmarkt zeigt auch im April kaum Bewegung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt nur leicht, bleibt aber klar über der...