Politik

Italien bremst geplantes Verbrenner-Verbot in der EU

"Wir müssen unsere Autoindustrie schützen", sagt Italiens Außenminister Antonio Tajani und bremst das vom EU-Parlament beschlossen Verbot für Verbrenner-Pkw.
16.02.2023 13:31
Aktualisiert: 16.02.2023 13:31
Lesezeit: 1 min

Italien will die Pläne der Europäischen Union für ein Aus neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2035 laut Außenminister Antonio Tajani aufweichen.

Statt wie von der EU geplant den CO2-Ausstoß von Neuwagen mit Verbrennermotoren in zwölf Jahren um 100 Prozent zu reduzieren, sollten es nur 90 Prozent sein, wurde Tajani am Donnerstag von der Zeitung Corriere della Sera zitiert. Italien werde einen entsprechenden Gegenvorschlag vorlegen. Damit solle der Industrie die Möglichkeit gegeben werden, sich anzupassen.

"Ich bin ein großer Befürworter des Elektroautos, aber ehrgeizige Ziele müssen in der Realität erreicht werden, nicht nur auf dem Papier", sagte Tajani dem Blatt. "Wir müssen unsere Autoindustrie schützen."

Das EU-Parlament hatte am Dienstag beschlossen, dass neue Pkw ab 2035 klimaneutral sein müssen, was als Aus für den klassischen Verbrennungsmotor gilt. Darauf hatten sich Kommission, Mitgliedsstaaten und Parlament zuvor verständigt. Die Staaten müssen dies als letztes im EU-Rat ebenfalls billigen, was eigentlich als sicher gilt. Ziel ist es, dass die EU bis 2050 klimaneutral ist.

Die Autoindustrie in Italien, die immer noch weitgehend auf die traditionelle Verbrenner-Technologie ausgerichtet ist, beschäftigt laut dem Branchenverband Anfia direkt oder indirekt mehr als 270.000 Menschen und erwirtschaftet mehr als 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Verkäufe vollelektrischer Autos sind demnach in Italien im vergangenen Jahr um 27 Prozent gesunken und machen nur 3,7 Prozent der gesamten Neuzulassungen aus. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Politik
Politik Gelockerter Kündigungsschutz für Hochverdiener: Was Arbeitgeber für 2027 wissen sollten
27.09.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Kündigungsschutzes, in der Hochverdiener leichter kündbar werden sollen. Arbeitgeber können...

DWN
Panorama
Panorama Auswandern nach Andalusien: „In meinem Herzen habe ich zwei Seelen“
27.09.2026

Jens Halbroth und seine Frau Claudia suchten jahrelang nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Sie reisten mit Motorrad und Wohnmobil durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
27.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mehr Schließungs- als Übergabepläne im Mittelstand
27.09.2026

Erstmals wollen mehr Mittelständler dichtmachen als übergeben. Betroffen sind auch profitable Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Oft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI für Anwälte: Der 26-Jährige, dem Investoren Milliarden hinterhertragen
27.09.2026

Drei Gründer, drei Jahre und inzwischen eine mögliche Milliardenbewertung: Der erst 26-jährige Max Junestrand baut mit Legora eines der...