Finanzen

Märkte in Europa: Bank-Aktien stehen unter Druck

Die Aktien von Finanzinstituten standen am Freitag europaweit unter Druck
24.03.2023 15:00
Lesezeit: 2 min

Nach der kräftigen Zwischenerholung vom Wochentief am Montag hat es die Aktien europäischer Banken am Freitag wieder schwer erwischt. Der Stoxx Europe 600 Banks sackte bis zu 5,7 Prozent ab und rutschte damit erneut unter seine 200-Tage-Linie. Das längerfristige Trendbarometer war am Montag zwischenzeitlich schon einmal gerissen worden nach dem Schock über die plötzlich notwendig gewordene Notfallrettung der Credit Suisse durch die UBS. Nach der schweren Krise der US-Regionalbanken war es eine weitere Hiobsbotschaft für die Branche.

Der Zahlungsausfall nachrangiger Anleihen der Credit Suisse beschwor Sorgen über höhere Refinanzierungskosten von Banken herauf. Hinzu kommen Vertrauenseinbußen ins Bankensystem und Verwirrung über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Die Fed hatte zwar signalisiert, dass sie den Leitzins noch etwas anheben will, und Experten halten für die kommende Sitzung plus 0,25 Prozentpunkte für das wahrscheinlichste Szenario. Der Geldmarkt läuft aber gegensätzlich und preist nicht nur einen Höhepunkt der Zinswende, sondern sogar Zinssenkungen ein.

Lesen Sie dazu: Brand im Bankensystem: Fed verfolgt riskante Doppel-Strategie

Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sehen den Bankensektor zwar weit besser aufgestellt als zur Finanzkrise vor rund 15 Jahren, schließen aber nicht aus, dass nach der Credit Suisse demnächst ein weiteres Geldinstitut Probleme bekommen könnte. "Dabei versuchen die wichtigsten Notenbanken zwar einerseits die Finanzstabilität möglichst sicherzustellen, geben andererseits jedoch dem Kampf gegen die Inflation weiterhin den Vorrang über den Schutz der Konjunktur", hieß es von der LBBW, die deshalb beim Bankensektor weiter zur Vorsicht rät.

Besonders massiv verkauft wurden am Freitag Papiere der Deutschen Bank. Sie brachen zwischenzeitlich um fast 15 Prozent ein und kosteten erstmals seit Oktober wieder weniger als 8 Euro. Einem Marktteilnehmer zufolge scheint hier noch ein anderer Belastungsfaktor zu wirken: Sorgen um das Engagement in die Finanzierung von US-Gewerbeimmobilien. Eigentlich sei die Deutsche Bank in diesem Feld aber weniger präsent als der Branchendurchschnitt, erklärte er.

Gegen Mittag waren Deutsche Bank mit einem Minus von 12,4 Prozent das Schlusslicht im Dax, noch hinter den Aktien der Commerzbank, die um rund acht Prozent einknickten.

2023 steht damit für die Commerzbank ein Minus von rund zwei Prozent und für die Deutsche Bank ein Verlust rund 23 Prozent auf dem Kurszettel. Dabei waren Banken noch bis Ende Januar die Favoriten der Anleger: Damals hatten sich die Gewinne im noch jungen Börsenjahr für die Commerzbank-Aktien auf gut 18 Prozent und für die Deutsche-Bank-Papiere auf gut 15 Prozent summiert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

 

DWN
Politik
Politik Grundrechte in Gefahr? BND-Reform sieht weitgehende Befugnisse vor und sorgt für Streit
24.09.2026

Eine geplante Gesetzreform zur Stärkung von BND und Verfassungsschutz heizt die politische Debatte in Berlin an. Während Koalition und...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Michael: Soll ich die Vonovia-Aktie kaufen, wenn die Politik mit der Enteignung von Wohnungen droht?
24.09.2026

Die Vonovia-Aktie bietet einen schönen Abschlag auf den Vermögenswert und eine Dividendenrendite von sieben Prozent. Doch ist jetzt der...

DWN
Technologie
Technologie Elektroautos überflügeln in Europa reine Verbrenner
24.09.2026

Im August stieg ihr Anteil auf deutlich mehr als ein Viertel. Doch ohne Subventionen könnte der Boom schnell nachlassen, warnen Experten....

DWN
Politik
Politik Trump-Xi-Gipfel: Warum Trump China jetzt nicht provozieren kann
24.09.2026

Donald Trump empfängt Xi Jinping mit allem Pomp, den Washington zu bieten hat. Doch sechs Wochen vor den Zwischenwahlen kann sich der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft wächst wieder: Institute verdoppeln Prognose
24.09.2026

Die deutsche Wirtschaft kommt wieder in Bewegung: Führende Institute verdoppeln ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Doch hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Gründer starten neues Unternehmen
24.09.2026

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci bauen neben dem Mainzer Pharmakonzern ein neues Unternehmen auf. Mit Arife wollen sie...

DWN
Immobilien
Immobilien Vonovia bietet Soldaten neuen Wohnraum
24.09.2026

Die Bundeswehr wächst, doch in einigen Städten fehlt es schon heute an passenden Wohnungen für Soldaten. Vonovia bietet nun eine...

DWN
Politik
Politik Grönland-Abkommen mit Trump: Eine Frage bleibt offen
24.09.2026

Wir waren in New York dabei, an einem historischen Tag für Dänemark. Als die Erleichterung einsetzte, kam jedoch auch eine Erkenntnis...