Deutschland

Pkw-Absatz legt in Deutschland im März um 16,6 Prozent zu

Der deutsche Automarkt fasste im März dank nachlassender Lieferengpässe immer besser tritt. Fast alle deutschen Marken verzeichneten Zuwächse.
05.04.2023 12:19
Aktualisiert: 05.04.2023 12:19
Lesezeit: 2 min

Der deutsche Automarkt fasst angesichts nachlassender Lieferengpässe immer besser Tritt. Im März wurden mit gut 281.000 Personenwagen rund 17 Prozent mehr Neuwagen an Kunden übergeben als vor Jahresfrist, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Schon im Februar war der Pkw-Absatz leicht gestiegen. Das Niveau vor der Corona-Krise 2019 hat der Pkw-Markt aber längst noch nicht wieder erreicht.

Getragen wird die Erholung vor allem durch das dicke Auftragspolster, das die Hersteller während des Chipmangels und der brüchigen Lieferketten im vergangenen Jahr angesammelt haben. Experten rechnen mit einem baldigen Ende der Sonderkonjunktur, da neue Bestellungen wegen der schwachen Konjunktur und der hohen Inflation ausbleiben.

Zunächst sorgt der hohe Auftragsbestand aber für eine hohe Auslastung der Fabriken. "Die Erholung auf dem Neuwagenmarkt gewinnt erfreulicherweise an Fahrt, nach dem relativ schwachen Jahresbeginn bahnt sich jetzt ein kräftiger Frühlingsaufschwung an", erklärte Peter Fuß, Partner der Unternehmensberatung EY. Der Teilemangel, der im vergangenen Jahr noch zu massiven Produktionseinbußen geführt hatte, spiele eine immer geringere Rolle. Die Produktion könne dementsprechend weiter hochgefahren werden.

EINE SCHWALBE MACHT NOCH KEINEN SOMMER

In einigen Monaten dürften die sinkenden Auftragseingänge den Aufwärtstrend allerdings bremsen. Dann dürfte die Konkurrenz zwischen den Herstellern zunehmen und Rabatte wieder eine größere Rolle spielen, meint Fuß. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem Wachstum des deutschen Neuwagenmarktes um etwa zehn Prozent.

Der Importeursverband VDIK geht davon aus, das auch das zweite Quartal für die Branche gut läuft. "Angesichts schwacher Auftragseingänge wird das jedoch nicht dauerhaft so bleiben", schränkte Verbandschef Reinhard Zirpel ein.

Erste Vorboten für einen Abschwung gibt es bereits: Laut VDA wurden im März im Inland 31 Prozent weniger Bestellungen registriert. In den ersten drei Monaten waren es 35 Prozent weniger als im Vorjahr. Aus dem Ausland gingen zehn Prozent weniger Order ein. Aktuell brummt die Produktion noch. Nachdem im ersten Quartal hierzulande mehr Fahrzeuge von den Produktionsbändern liefen als erwartet, hob der Verband der Automobilindustrie seine Prognose um 100.000 Fahrzeuge auf knapp 3,8 Millionen Pkw an. Dennoch dürfte das Vorkrisenniveau nicht erreicht werden. 2019 rollten noch rund 4,7 Millionen Autos aus den Fabriken.

Im März verzeichneten laut KBA fast alle deutschen Marken Zuwächse bei den Neuzulassungen. Besonders hoch war der Anstieg bei Mercedes-Benz mit plus 38 Prozent und VW mit plus 29,5 Prozent. BMW verkaufte 7,3 Prozent mehr von seinen Fahrzeugen. Unter den verschiedenen Antriebsarten legten reine Elektroautos besonders kräftig zu. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag im März bei 15,7 (Vorjahr 14,3) Prozent. Insgesamt kamen in den ersten drei Monaten 666.818 Neuwagen auf die Straßen, plus 6,5 Prozent. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachsender Druck durch Wohnkosten: Immer mehr Menschen auf Wohngeld angewiesen
25.09.2026

Für immer mehr Bürger wird das Wohnen zu einer unbezahlbaren Last. Weil die eigenen finanziellen Mittel angesichts der steigenden Miet-...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Teure Energie dämpft Konsumlust: Sparneigung der Deutschen zieht spürbar an
25.09.2026

Angesichts hoher Energiekosten zeigen sich die Bürger in Deutschland beim Geldausgeben wieder deutlich zurückhaltender. Nach...

DWN
Politik
Politik Einheit ohne Gleichstellung: Die Linke fordert Bürgerrat zur Überwindung der Ost-West-Kluft
25.09.2026

Selbst 36 Jahre nach der Wiedervereinigung hinken die östlichen Bundesländer bei Gehältern und Vermögen hinterher. Da sich die...

DWN
Technologie
Technologie Unbemerkte Aufnahmen im Alltag: Steht Smart Glasses ein Verbot bevor?
25.09.2026

Das heimliche Filmen anderer Personen in der Öffentlichkeit gelingt mit Smart Glasses noch unauffälliger als mit dem Smartphone. Dies...

DWN
Politik
Politik Chinas Einfluss in Russland: Putin droht der Kontrollverlust im Osten
25.09.2026

Während Putin und Xi demonstrativ Nähe zeigen, verschiebt sich im russischen Fernen Osten das Kräfteverhältnis. Chinesisches Kapital,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...