Finanzen

IWF: Digitale Zentralbankwährungen sollen global verbunden werden

Der IWF arbeitet an einer globalen Plattform für digitale Zentralbankwährungen. Gelinge es nicht, die verschieden CBDCs miteinander zu verbinden, bestehe die Gefahr, dass Kryptowährungen sich durchsetzen.
Autor
22.06.2023 09:58
Aktualisiert: 22.06.2023 09:58
Lesezeit: 1 min
IWF: Digitale Zentralbankwährungen sollen global verbunden werden
IWF-Chefin Kristalina Georgieva im Januar beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums. (Foto: dpa) Foto: Gian Ehrenzeller

Der Internationale Währungsfonds (IWF) arbeitet an einer Plattform für digitale Zentralbankwährungen (CDBCs), die Transaktionen zwischen den Staaten ermöglicht. Dies sagte die Geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, am Montag laut einem Bericht von Reuters.

"CBDCs sollten keine fragmentierten nationalen Angebote sein", sagte Georgieva auf einer Konferenz afrikanischer Zentralbanken in Rabat, Marokko. "Um effizientere und fairere Transaktionen zu ermöglichen, brauchen wir Systeme, die Länder miteinander verbinden: Wir brauchen Interoperabilität. Aus diesem Grund arbeiten wir beim IWF an dem Konzept einer globalen CBDC-Plattform", sagte sie.

Der IWF will erreichen, dass sich die Zentralbanken der Welt auf einen gemeinsamen regulatorischen Rahmen für digitale Zentralbankwährungen einigen, der eine globale Interoperabilität ermöglicht. Georgieva sagte, es entstehe ein Vakuum, das wahrscheinlich von Kryptowährungen gefüllt werde, wenn man sich nicht auf eine gemeinsame Plattform einigen könne.

Eine digitale Zentralbankwährung ist eine digitale Währung, die von der Zentralbank kontrolliert wird. Sie ist Teil der M1-Geldmenge, also sozusagen "digitales Bargeld". Daher sind digitale Zentralbankwährungen nicht nur eine Reaktion auf den Rückgang bei der Nutzung von Bargeld, sondern digitale Zentralbankwährungen ermöglichen erst die komplette Abschaffung des herkömmlichen Bargelds.

Bereits 114 Zentralbanken befinden sich in irgendeinem Stadium der CBDC-Exploration, "wobei etwa zehn Zentralbanken bereits die Ziellinie überschritten haben", sagte sie. "Wenn Länder CDBCs nur für den Einsatz im eigenen Land entwickeln, nutzen wir ihre Kapazitäten nicht aus", fügte sie hinzu.

Digitale Zentralbankwährungen könnten Georgieva zufolge auch dazu beitragen, die finanzielle Eingliederung zu fördern und Überweisungen billiger zu machen. Die IWF-Chefin sagte, dass die durchschnittlichen Kosten für Geldüberweisungen heute bei 6,3 Prozent liegen, was jährlich 44 Milliarden Dollar ausmacht.

Georgieva betonte, dass digitale Zentralbankwährungen mit Vermögenswerten unterlegt sein sollten, und fügte hinzu, dass Kryptowährungen eine Investitionsmöglichkeit darstellen, wenn sie mit Vermögenswerten unterlegt sind, aber wenn dies nicht der Fall ist, seien sie eine "spekulative Investition".

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Europas Strategie zunehmend zerfällt
26.04.2026

Die Energiepreise steigen weiter und Europas Regierungen reagieren mit Milliardenhilfen, Steuererleichterungen und Notmaßnahmen. Doch...

DWN
Panorama
Panorama Leben nach Tschernobyl: Schicksal eines Liquidators zwischen Atomkatastrophe und Krieg in Kiew
26.04.2026

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kämpft ein ehemaliger Liquidator noch immer mit den Folgen. Inmitten...

DWN
Finanzen
Finanzen Kevin Warsh vor Fed-Spitze: Politischer Druck auf die US-Notenbank wächst
26.04.2026

Die Entscheidung über die künftige Führung der US-Notenbank rückt näher und bringt politische Spannungen rund um den Fed-Vorsitz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neues EU-Grenzsystem EES belastet Flughäfen: Branche warnt vor Verzögerungen
26.04.2026

Das neue EU-Grenzsystem EES sorgt an europäischen Flughäfen für wachsende Unsicherheit im Reiseverkehr und stellt Abläufe zunehmend auf...

DWN
Technologie
Technologie Telekom testet Quantentechnologie: Glasfasernetz in Berlin im Praxiseinsatz
25.04.2026

Ein Berliner Experiment bringt Quanten-Teleportation erstmals über ein Telekom-Glasfasernetz in eine reale Infrastruktur und markiert...

DWN
Politik
Politik Energieanalyst Demostenes Flores: Europa wird beim Iran-Krieg den Preis zahlen
25.04.2026

„Wir befinden uns in einer Art drittem Weltkrieg in Etappen“, warnt der Energieanalyst Demostenes Floros über den aktuellen Konflikt...

DWN
Politik
Politik EU plant Reform der DSGVO: Weniger Bürokratie für Unternehmen
25.04.2026

Die EU will zentrale Digitalregeln wie DSGVO und Cookie-Vorgaben vereinfachen und stärker aufeinander abstimmen. Führt der geplante Umbau...

DWN
Politik
Politik Großzügig, teuer, umstritten: Wie tragfähig ist unser Sozialstaat noch?
25.04.2026

Arbeit soll sich lohnen. So lautet das Versprechen. Doch zwischen Grundsicherung, Arbeitsanreizen und Fachkräftemangel werden die Zweifel...