Finanzen

DWN-Aktienticker: Diese Aktien stehen für den Wachstumsmarkt Solarenergie

Im Zuge der Energiewende kommt es nicht nur bei vielen Eigenheimbesitzern zu einem Umdenken. Es geht um das Heizen, aber auch um die Gewinnung von Energie im Allgemeinen. Die Solarbranche boomt wieder, doch welche Aktien könnten für Investoren interessant sein?
17.07.2023 11:58
Aktualisiert: 17.07.2023 11:58
Lesezeit: 2 min
Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..
DWN-Aktienticker: Diese Aktien stehen für den Wachstumsmarkt Solarenergie
Der DWN-Aktienticker stellt jeweils drei interessante Unternehmen aus einen Bereich vor. (Foto: iStock.com/monsitj) Foto: monsitj

Nach einer neunjährigen Schwächephase hat die deutsche Solarindustrie im Jahr 2022 endlich wieder die Spitzenleistung von 2012 erreicht, indem sie 7,5 Gigawatt an Kapazität ans Netz brachte. Trotz kürzlicher Kostensteigerungen im Sektor begrüßen Industrieakteure die Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Höchstgebote für Solarsubventionen in zukünftigen Photovoltaik-Auktionen um etwa 25 Prozent zu erhöhen.

Neben den Fortschritten in der Photovoltaik hat auch die Solarthermie weiter zugelegt: 2022 wurden 91.000 Anlagen mit einer gesamten thermischen Leistung von 460 Megawatt neu installiert, was zu einer Reduzierung von 2,6 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führte. Die Installation von Batteriespeichern hat ebenfalls zugenommen, mit etwa 141.000 neuen Einheiten und einer Gesamtkapazität von 1,1 Gigawattstunden im Jahr 2021.

Der europäische Markt für kleine Dachanlagen wird voraussichtlich bis 2027 jährlich um 9,6 Prozent wachsen, wodurch die Gesamtkapazität von 40,40 Gigawatt im Jahr 2021 auf 71,75 Gigawatt steigen wird. Angesichts der aktuellen Trends könnte Solarenergie bis 2040 bis zu 20 Prozent des Strombedarfs der EU decken, was ihren Ausbau zu einem Schlüsselelement in der Übergangsphase zu einer klimaneutralen Energieversorgung macht.

Die Hersteller und Installateure gehen von weiterem ungebremsten Wachstum aus. Daher werfen wir einen Blick auf drei Aktien, die vielversprechend und fundamental stark sind. Wir werden verschiedene Aspekte beleuchten.

JinkoSolar (ISIN US47759T1007): Große Wachstumschancen

JinkoSolar Holding Co Ltd, ein Unternehmen im Bereich Photovoltaik, deckt die gesamte Produktionskette von Siliziumwafern bis hin zu Solarmodulen ab. Sie sind international tätig, unter anderem in Mexiko und Argentinien, und bieten neben der Solarstromerzeugung auch EPC-Dienstleistungen an. Im Jahr 2021 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von lediglich 6.407 Millionen US-Dollar.

Für dieses Jahr wird bereits ein Umsatz von 15.556 Millionen US-Dollar erwartet. Finanzanalysten prognostizieren bis 2025 einen Umsatz von fast 20.000 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen muss jedoch weiterhin an der Steigerung der Rentabilität arbeiten. Derzeit empfehlen insgesamt 9 Experten, aufzustocken. Das mittlere Kursziel liegt bei 65 US-Dollar, was fast 50 Prozent über dem aktuellen Preis von rund 44 US-Dollar liegt.

SMA Solar (ISIN DE000A0DJ6J9): Ein renommierter deutscher Anbieter

Die SMA Solar Technology AG, ein deutscher Anbieter von Photovoltaik-Technologien, deckt fünf Kernbereiche ab: Haushalt, Geschäft, Energie, Off-Grid und Speicher/Service. Sie konzentriert sich auf private und gewerbliche Anwendungen, große Kraftwerke, die Integration verschiedener Batterietechnologien in Off-Grid-Systeme und bietet umfangreiche Dienstleistungen und Wartungen an. Das Betriebsergebnis lag im Jahr 2022 noch bei bescheidenen 32 Millionen Euro. Experten prognostizieren bis 2025 ein Betriebsergebnis von sogar 258 Millionen Euro.

Wie bei JinkoSolar sind auch hier die Wachstumsaussichten vielversprechend. Allerdings hat es in letzter Zeit bereits erhebliche Preissteigerungen gegeben. Im Februar 2022 lag der Kurs noch bei etwa 30 Euro. Inzwischen bewegt sich die Aktie im Bereich von rund 100 Euro, was psychologisch interessant ist. Analysten sprechen derzeit lediglich eine Halteempfehlung aus. Das mittlere Kursziel liegt bei 107 Euro.

Canadian Solar (ISIN CA1366351098): Wird die Seitwärtsphase durchbrochen?

Bei Canadian Solar handelt es sich um einen weltweit tätigen Hersteller von Solarenergie- und Batteriesystemen. Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie bereits seit einiger Zeit in einer Konsolidierungsphase. Dennoch baut sich Druck auf der Oberseite auf. Wenn es den Bullen gelingt, den Widerstand von etwa 50 US-Dollar nachhaltig zu überwinden, wäre dieser Bereich durchbrochen.

Fundamental steht das Unternehmen hervorragend da. Selbst die Schweizer Großbank UBS hat Anfang Juli ihre Meinung geändert und das Rating von "Neutral" auf "Kaufen" angehoben. Die Experten sehen den Zielpreis mittlerweile bei 50 US-Dollar. Derzeit wird die Aktie bei etwa 38 US-Dollar gehandelt.

Fazit: Der Solarmarkt wird in den kommenden Jahren weiterhin von Interesse sein, und mit den entsprechenden Aktien haben Anleger die Möglichkeit, von der Entwicklung zu profitieren.

Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein. Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrags kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.
Mehr zum Thema
article:fokus_txt

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Andreas Opitz

                                                                            ***

Andreas Opitz ist ein freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Finanzthemen. Er hat sich auf die technische Analysen und Fundamentaldaten von Aktien spezialisiert.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fossiles Heizen: Explodieren die Preise 2027?
30.08.2025

Seit Jahren herrscht ein Kampf in Europa: Wie kann man die klimaschädlichsten Aspekte des Gebäudesektors in Angriff nehmen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wird die Grundsteuer erhöht? Zu viele Ausgaben, zu wenig Einnahmen - deutsche Kommunen vorm finanziellen Kollaps
30.08.2025

Fast neun von zehn Städten und Gemeinden in Deutschland droht in absehbarer Zeit die Pleite, wie der Stadt Moers in NRW. Die Kommunen...

DWN
Technologie
Technologie Atomkraftwerke in Deutschland: Rückbau "läuft auf Hochtouren"
30.08.2025

Seit dem endgültigen Atomausstieg läuft in Deutschland der Rückbau von Kernkraftwerken. Doch wie weit ist dieser Prozess tatsächlich?...

DWN
Finanzen
Finanzen Erneuerbare Energien-ETF: Vergleich – wie Anleger am besten vom globalen Energieumbruch profitieren können
30.08.2025

Der weltweite Energieumbruch verändert Märkte, Technologien und Kapitalströme – und die globale Energiewende ist längst Realität....

DWN
Technologie
Technologie Europas Energie aus dem All: Die Sonne könnte 80 Prozent liefern
30.08.2025

Forscher sehen eine radikale Lösung für Europas Energiekrise: Solarkraftwerke im All sollen bis 2050 vier Fünftel des Bedarfs decken –...

DWN
Technologie
Technologie Retro-Revival: Warum die Kassette ein Comeback erlebt
30.08.2025

Retro ist wieder in – und die Musikkassette steht dabei im Mittelpunkt. Einst totgeglaubt, erlebt sie heute ein überraschendes Comeback....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu viele Tools, zu wenig Schutz: Wie Unternehmen ihre Cyberabwehr selbst sabotieren
30.08.2025

Je mehr Sicherheitslösungen, desto sicherer? Das Gegenteil ist der Fall: Tool-Wildwuchs, inkompatible Systeme und überforderte Teams...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland rüstet auf: Digitale Waagen gegen Brummi-Sünder
30.08.2025

Überladene Lkw ruinieren Straßen und bedrohen die Sicherheit. Deutschland setzt jetzt auf digitale Hightech-Waagen – und erklärt den...