Finanzen

DWN-Aktienticker: E-Auto-Aktien vor erneutem größerem Anstieg?

2021 haben sich viele Aktien von Elektroautoherstellern auf Höchstständen befunden und zwischenzeitlich deutlich an Wert verloren. Doch es sieht so aus, als ob im Zuge der Maßnahmen gegen den Klimawandel eine neue Euphorie entstehen könnte. Welche Aktien sind fundamental stark und besonders interessant?
19.07.2023 11:14
Aktualisiert: 19.07.2023 11:14
Lesezeit: 3 min
DWN-Aktienticker: E-Auto-Aktien vor erneutem größerem Anstieg?
Der DWN-Aktienticker stellt jeweils drei interessante Unternehmen aus einen Bereich vor. (Foto: iStock.com/monsitj) Foto: monsitj

Trotz eines allgemeinen Rückgangs von 3 Prozent bei den Fahrzeugverkäufen verzeichnete der Elektroautomarkt im Jahr 2022 ein erhöhtes Interesse. Im ersten Quartal 2023 wurden weltweit sogar über 2,3 Millionen Elektroautos verkauft. Die International Energy Agency (IEA) prognostiziert einen Anstieg von 35 Prozent auf insgesamt 14 Millionen verkaufte E-Autos für das gesamte Jahr 2023.

Im Jahr 2022 wurden weltweit mehr als 10 Millionen Elektroautos verkauft, was bedeutet, dass mittlerweile mehr Elektroautos pro Woche verkauft werden als im gesamten Jahr 2013. Zudem waren 2022 14 Prozent aller verkauften Fahrzeuge elektrisch, und für 2023 wird eine Steigerung auf 18 Prozent erwartet. Mit über 26 Millionen Elektroautos auf den Straßen weltweit ergibt sich ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zu 2021.

Eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur ist entscheidend

Die Ladeinfrastruktur spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Elektromobilität, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Gebieten. Bis Ende 2022 gab es weltweit 2,7 Millionen öffentliche Ladepunkte, was einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber 2021 entspricht. Zwei Drittel davon sind Normalladepunkte, und über die Hälfte wurde in China installiert.

Im Jahr 2022 verbrauchten Elektroautos weltweit rund 110 Terawattstunden Energie, was bedeutet, dass sie täglich etwa 700.000 Barrel Öl ersetzen und etwa 80 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen. Um das rasante Wachstum der Elektroautos zu unterstützen, ist ein kontinuierlicher Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich.

Dies erfordert natürlich eine erhebliche Menge an Strom. Die IEA prognostiziert eine Verzwanzigfachung des globalen Marktwerts von Strom bis 2030. Doch lassen Sie uns zu den Elektrofahrzeugen kommen. Die folgenden drei Unternehmen sind besonders interessant in diesem Bereich.

BYD (ISIN CNE100000296) – Großmeister Warren Buffett als bedeutender Aktionär

Die BYD Company Limited ist ein führendes chinesisches Unternehmen, das sich auf die Produktion von Autos, insbesondere Elektrofahrzeugen, spezialisiert hat. Neben der Automobilindustrie ist BYD auch in der Herstellung und Vermarktung wiederaufladbarer Batterien und Komponenten für Mobiltelefone tätig. Mit mehr als 570.000 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes in China und den angrenzenden Regionen.

BYD zeichnet sich durch solide Fundamentaldaten aus. Das Wachstum ist enorm, denn während der Umsatz im Jahr 2019 bei 121 Milliarden CNY lag, wird er für das laufende Jahr bereits auf 621 Milliarden CNY geschätzt. Nicht weniger als 19 Finanzanalysten rechnen mit einem Anstieg auf fast 900 Milliarden CNY bis zum Jahr 2025.

Technisch betrachtet befindet sich die Aktie seit 2021 in einer Seitwärtsbewegung, doch die Bullen sind bereits wieder auf dem Weg zu den alten Höchstständen. Das mittlere Kursziel liegt derzeit bei etwas mehr als 318 CNY, während der Aktienkurs aktuell bei rund 245 CNY liegt.

Tesla (ISIN US88160R1014) – Das wohl bekannteste Unternehmen der Branche

Tesla Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das für die Produktion von Elektroautos und erneuerbaren Energietechnologien bekannt ist. Es wurde 2003 gegründet und hat sich seitdem zu einem führenden Innovator in diesen Bereichen entwickelt. Das Unternehmen stellt auch Energiespeicherlösungen und Solardächer her, um eine nachhaltige Energiezukunft zu fördern.

Der Absturz des Aktienkurses im letzten Jahr bei Tesla war gerechtfertigt aufgrund einer gewissen Überspekulation und des rückläufigen Gewinns pro Aktie. Die Schätzungen für 2023 gehen von einem Gewinn von 3 US-Dollar pro Aktie aus. Investoren können jedoch bis 2025 mit einer Verdopplung des Gewinns rechnen. Auch die Umsätze sollen laut Prognosen kontinuierlich wachsen und sich gegenüber 2022 nochmals verdoppeln. Eine Betrachtung der Analystenschätzungen zeigt eine durchschnittliche Empfehlung von „Aufstocken“.

NIO (ISIN US62914V1061) – Ein interessanter Einstiegspunkt?

NIO ist ein chinesisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen spezialisiert hat. Es ist bekannt für innovative Technologien wie autonomes Fahren und Akkutauschstationen. Neben Autos bietet NIO auch andere Produkte und Dienstleistungen an, darunter Energiespeicher, Ladeinfrastruktur und Batterieabonnement-Services. Bis 2021 war NIO einer der führenden EV-Hersteller in China.

Die NIO-Aktie hat seit 2021 besonders stark unter der Bärenphase gelitten. Das Allzeithoch liegt mehr als 500 Prozent über dem aktuellen Preis. Mit derzeit sechs Analystenempfehlungen, die eine Aufstockung des Wertpapiers empfehlen, und sogar 13 direkten Kaufempfehlungen, bietet sich ein durchaus interessanter Einstiegspunkt.

Fazit: Die Fundamentaldaten des gesamten Elektrofahrzeugmarkts deuten auf Wachstum hin. Für Investoren lohnt es sich, einen Blick auf die Marktführer und aussichtsreiche Unternehmen zu werfen.

Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein. Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrags kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.
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Andreas Opitz

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Andreas Opitz ist ein freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Finanzthemen. Er hat sich auf die technische Analysen und Fundamentaldaten von Aktien spezialisiert.

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