Politik

Irans Außenminister trifft Saudi-Arabiens Kronprinz

Iran und Saudi-Arabien intensivieren ihre historische Annäherung mit gegenseitigen Besuchen von Würdenträgern.
18.08.2023 13:55
Aktualisiert: 18.08.2023 13:55
Lesezeit: 1 min
Irans Außenminister trifft Saudi-Arabiens Kronprinz
Saudi-Arabien und der Iran nährn sich einander an. (Bild: istockphoto.com/Oleksii Liskonih) Foto: Oleksii Liskonih

Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian hat sich mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman getroffen. Das Gespräch habe in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda stattgefunden, berichtete der iranische Nachrichtensender Press TV am Freiag. Einzelheiten zu dem Treffen wurden nicht genannt.

Bei dem Treffen hätten der saudische Kronprinz und der iranische Außenminister Möglichkeiten der künftigen Zusammenarbeit ihrer Länder ausgelotet, meldete Saudi-Arabiens staatliche Nachrichtenagentur SPA, ohne nähere Details zu nennen. Auch über regionale und internationale Entwicklungen sei gesprochen worden.

Zeitenwende in Nahost

Der schiitisch geprägte Iran und das sunnitisch dominierte Saudi-Arabien galten über Jahrzehnte als Erzfeinde in der islamischen Welt und haben sich etwa in Syrien und Jemen Stellvertreter-Kriege geliefert. In den vergangenen Monaten hat allerdings eine historische Annäherung stattgefunden, die von der chinesischen Regierung eingefädelt und im vergangenen März verkündet wurde.

Anfang Juni eröffnete der Iran schließlich seine Botschaft in Saudi-Arabien wieder. Mitte Juni war der saudi-arabische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan dann zu Gast in Teheran. Bei dem Besuch vereinbarten er und sein iranischer Kollege Amirabdollahian eine bessere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen in der Region.

Die historische Annäherung zwischen den islamischen Großmächten gilt als herber politischer Rückschlag für die Interessen der USA und Israels in der Region, welche beide Widersacher des Iran sind und seit Jahren dessen internationale Isolation angestrebt hatten. Dass die Annäherung von China vermittelt wurde, gilt zudem als wichtiger diplomatischer Erfolg Pekings und hat den Einfluss Chinas im Nahen Osten verstärkt, während zugleich Spannungen das Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien trübten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Wer ist wer in den Kriegen im Nahen Osten
16.10.2026

Zehn Punkte zu Staaten, Rebellen und politischen Gruppen, die für Kriege, Lieferwege und Energiepreise entscheidend sind.

DWN
Politik
Politik Energiewende: CO2-Preis soll stabil bleiben im nächsten Jahr
16.10.2026

Der CO2-Preis, der Heizen und Tanken teuer macht, soll mit dem Jahreswechsel nicht steigen. Das soll Verbraucher vor Preissprüngen...

DWN
Finanzen
Finanzen Unicredit: EZB genehmigt Übernahme von Commerzbank-Anteilen
16.10.2026

Seit zwei Jahren pirscht sich die Unicredit an die Commerzbank heran. Mit einem Übernahmeangebot im Sommer verfehlte sie eine Mehrheit nur...

DWN
Finanzen
Finanzen Reform Erbschaftsteuer: Firmenerben bevorzugt? Karlsruhe prüft Steuervorteile
16.10.2026

Die Erbschaftsteuer soll reformiert werden, zumindestens in dem Punkt ist sich die schwarz-rote Koalition einig. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dow schließt deutlich höher, während sich die Wall Street erholttitle
15.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren und Einzelwerte die jüngste Erholung an den US-Börsen angetrieben haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...