Politik

Niger schließt Militärpakt mit Burkina Faso und Mali

In der Sahel-Zone formieren sich zwei gegnerische Machtblöcke.
25.08.2023 11:56
Aktualisiert: 25.08.2023 11:56
Lesezeit: 1 min
Niger schließt Militärpakt mit Burkina Faso und Mali
Niger und die angrenzenden westafrikanischen Länder. (Grafik: istockphoto.com/PeterHermesFurian) Foto: PeterHermesFurian

Die seit einem Militärputsch regierende Junta im Niger hat ein Militärbündnis mit den Nachbarländern Burkina Faso und Mali geschlossen. Das teilten die Außenminister der drei Länder nach einem gemeinsamen Treffen in Nigers Hauptstadt Niamey mit.

Demnach wollen die Länder gemeinsam gegen die in den Ländern aktiven islamistischen Terrorgruppen vorgehen und ihre Grenzen sichern. Das Abkommen ermöglicht Mali und Burkina Faso jedoch auch militärischen Beistand, sollte es zu einer militärischen Intervention gegen die Putschisten im Niger von Seiten des westafrikanischen Staatenbundes ECOWAS kommen.

Die Minister von Mali und Burkina Faso hätten es laut Erklärung begrüßt, im Falle eines Angriffs auf nigrischen Boden einzugreifen zu dürfen und ihre Ablehnung eines bewaffneten Angriffs gegen das nigrische Volk, der als Kriegserklärung betrachtet werden würde, bekräftigt.

Ein ähnliches Abkommen besteht bereits zwischen Burkina Faso und Mali, die ebenfalls von Militärregierungen geführt werden.

Nach dem Putsch am 26. Juli hatte die ECOWAS eine Bereitschaftstruppe aktiviert und mit Gewalt gedroht, sollte der demokratisch gewählte Präsident Mohamed Bazoum nicht wieder ins Amt eingesetzt und die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt werden. Seit dem Wochenende laufen Gespräche zwischen der ECOWAS und der Junta im Niger.

Letzte Stütze des Westens im Sahel

Seit Jahren werden die Länder in der Sahelzone von verschiedenen Terrormilizen bedroht, die zum Teil Al-Kaida oder dem Islamischen Staat die Treue geschworen haben. Unter Bazoum galt der Niger einer der letzten strategischen Partner des Westens im Kampf gegen den Vormarsch islamistischer Terroristen in der Sahelzone.

Während nun Mali, Burkina Faso und Niger nicht mehr unter europäischem (besonders französischem) und amerikanischem Einfluss stehen, haben sich auch diplomatische Spannungen zwischen dem Sahel-Staat Tschad und einigen europäischen Staaten verschärft. Der Tschad hatte im Frühjahr den deutschen Botschafter ausgewiesen.

Die Afrikanische Union (AU) hatte bereits ihren Kurs gegenüber den Putschisten in Niger verschärft. Die Spitze der alle afrikanischen Staaten umfassenden Organisation hat am Dienstag das westafrikanische Land von allen gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen. Zudem rief die AU ihre Mitglieder dazu auf, alles zu vermeiden, was die Militärregierung in Niamey legitimieren könnte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt nach – Alphabet, Amazon und Intel belasten Aktienmärkte
29.10.2026

Spannende Wende an der Wall Street: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse der Tech-Riesen ins Wanken bringen.

DWN
Politik
Politik Haushaltskrise der Länder: Kommunale Schulden steigen um fast zehn Prozent
29.10.2026

4.907 Euro je Einwohner: Die Verschuldung der Kommunen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei fällt die Belastung regional sehr...

DWN
Politik
Politik „Gen Z regelt“ mobilisiert: Das ist für Samstag geplant
29.10.2026

In knapp 30 Städten sind Proteste angekündigt, organisiert von einer noch jungen Gruppierung. Nach den Ausschreitungen in Frankreich...

DWN
Politik
Politik Verteidigung des Baltikums: Heereschef Freuding fordert mehr Tempo
29.10.2026

Mehr als 70 Generale und führende Offiziere aus Deutschland und den Niederlanden haben mögliche Brennpunkte im Baltikum erkundet....

DWN
Politik
Politik Umfrage: Deutsche sehen USA ähnlich kritisch wie China
29.10.2026

Kurz vor den US-Zwischenwahlen fällt das Bild der Vereinigten Staaten in Deutschland überwiegend negativ aus. In einer aktuellen...

DWN
Technologie
Technologie Testbericht: Apples erstes faltbares iPhone ist ein kostspieliges, aber überzeugendes Debüt
29.10.2026

Ich erinnere mich noch gut an die Reue, die ich beim Kauf des iPhone 3GS im Jahr 2009 empfand. Bis dahin hatte ich ein BlackBerry Pearl...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Notenbanker belassen Leitzins der Eurozone bei 2,5 Prozent
29.10.2026

Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen am 29. Oktober 2026 unverändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Zugleich...

DWN
Politik
Politik Merz warnt vor Nordkoreas Rolle im Ukraine-Krieg
29.10.2026

Zum Abschluss seiner Asienreise besucht Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea. Bereits zuvor...