Politik

Putin: Russland verbessert Positionen im Kriegsgebiet in Ukraine

Die russischen Truppen haben ihre Offensive gegen die ukrainischen Positionen fortgesetzt. Sie verfügen über erhebliche Reserven an Personal und Ausrüstung.
15.10.2023 11:34
Aktualisiert: 15.10.2023 11:34
Lesezeit: 2 min
Putin: Russland verbessert Positionen im Kriegsgebiet in Ukraine
Präsident Putin sieht Russland in der Ukraine in der Offensive. (Foto: dpa) Foto: Pavel Bednyakov

Den russischen Truppen in der Ukraine ist es nach den Worten von Präsident Wladimir Putin gelungen, sich entlang der Front besser aufzustellen. "Was jetzt entlang der gesamten Kontaktlinie geschieht, wird als 'aktive Verteidigung' bezeichnet", erklärte der Kremlchef am Sonntag. "Und unsere Truppen verbessern ihre Position fast im gesamten Gebiet. Ein ziemlich großes Gebiet."

Auch das ukrainische Militär hat eingeräumt, dass sich die russischen Truppen nach ihren erlittenen Verlusten neu formiert haben. Sie griffen nun rund um das Dorf Makijiwka und in Richtung der Stadt Kupjansk an, sagte der ukrainische General Olexander Syrskji am Samstag bei einem Besuch der eigenen Truppen im nördlichen Teil der Ostfront. "Das Hauptziel des Feindes ist die Niederlage einer Gruppe unserer Truppen, die Einkreisung von Kupjansk und das Erreichen des Flusses Oskil", sagte Syrskji auf einer offiziellen Militärplattform.

Russland kontrolliert derzeit etwa 17,5 Prozent des ukrainischen Territoriums. Die vor vier Monaten von den ukrainischen Streitkräften begonnene Gegenoffensive hat nach Einschätzung westlicher Experten unter dem Strich keine bedeutenden Gebietsgewinne gebracht. Die ukrainischen Truppen kommen - wenn auch nur sehr langsam - vor allem im Osten im Gebiet um die praktisch zerstörte Stadt Bachmut und im Süden voran, wo die ukrainischen Truppen einen Keil zwischen die russische Einheiten treiben und die Küste des Asowschen Meeres erreichen wollen. Ihr Vorrücken wird allerdings dadurch erschwert, dass die russischen Streitkräfte weite Teile des Gebietes vermint haben und durch Tausende zusätzliche Soldaten verstärkt werden.

Putin hält die ukrainische Gegenoffensive hingegen für gescheitert. "Was die Gegenoffensive betrifft, die angeblich ins Stocken gerät, ist sie völlig gescheitert", sagte Putin in einer Videobotschaft, die der Kreml-Journalist Pawel Sarubin in den sozialen Medien veröffentlichte. "Die Gegenseite bereitet neue aktive Offensiveinsätze vor. Wir sehen es, und wir wissen es", sagte Putin auf die Frage nach der Schlacht um die ostukrainische Stadt Awdijiwka.

Auch die USA haben die Verschärfung der Kämpfe um Awdijiwka als neue russische Offensive bezeichnet. Am Wochenende wurden von dort massive russische Angriffe gemeldet. "Sie verfügen über erhebliche Reserven an Personal und Ausrüstung", teilte die ukrainische Militärverwaltung der Stadt am Samstag mit. "Awdijiwka steht völlig in Flammen." (dpa/Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ingenieurmangel trotz Rekordarbeitslosigkeit: Warum Deutschlands Technikarbeitsmarkt gespalten ist
27.10.2026

Mehr offene Stellen, aber gleichzeitig ein neuer Höchststand bei der Arbeitslosigkeit: Deutschlands Ingenieur- und IT-Arbeitsmarkt sendet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
27.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
27.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Microsoft-Aktie im Fokus: US-Konzern bietet 60.000 Mitarbeitern Abfindungen an
27.10.2026

Der US-Softwarekonzern Microsoft bietet rund 60.000 Beschäftigten in vier Ländern einen freiwilligen Abschied gegen eine Abfindung an....

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Technology-Aktie zwischen KI-Boom und China-Risiko: Was Anleger jetzt beachten sollten
27.10.2026

Nach heftigen Kursschwankungen steht die Micron-Aktie erneut im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Der Speicherchiphersteller profitiert...

DWN
Politik
Politik EZB-Zinsentscheid: Bleiben die Zinsen stabil oder deutet Lagarde schon die nächste Erhöhung an?
27.10.2026

In dieser Woche stehen zwei Zinsentscheidungen an. Am Mittwoch tagt die US-Notenbank Fed, am Donnerstag folgt der EZB-Zinsentscheid.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wolfgang Grupp junior: Audis Vier-Milliarden-Werk in den USA verschärft die Standortdebatte in Deutschland
27.10.2026

Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp junior kritisiert den Fokus auf den politischen Auftritt des Audi-Chefs in den USA. Er fragt...

DWN
Politik
Politik Was passiert, wenn Ägypten in den Krieg im Nahen Osten eintritt
27.10.2026

Ägyptens Parlament hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi grünes Licht für militärische Unterstützung Saudi-Arabiens gegeben. Die...