Unternehmen

Kinderkrankengeld, Kinderkrankentage: Das ändert sich 2024

Bis Ende des Jahres haben Eltern einen erweiterten Anspruch auf Kinderkrankengeld. 2024 werden die Tage wieder deutlich gekürzt. Wir erklären Ihnen, was sich ändert und was Sie als Unternehmen zum Thema Kinderkrankentage und Kinderkrankengeld wissen sollten.
30.10.2023 10:07
Aktualisiert: 30.10.2023 10:07
Lesezeit: 1 min

2022 und 2023 hatten Eltern mit gesetzlich versicherten Kindern 30 Tage im Jahr, Alleinerziehende, 60 Tage im Jahr Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Nach Ablauf der Corona-Sonderregelungen hätte es ab 2024 eigentlich laut Gesetz wieder zehn Kinderkrankentage pro Jahr und Elternteil gegeben. Das neue Gesetz erhöht die Kinderkrankentage auf 15 Tage je Elternteil, Alleinerziehende sollen 30 Tage im Jahr Anspruch auf Kinderkrankengeld erhalten. Einen unbegrenzten Anspruch sollen Eltern, deren Kind stationär behandelt wird, bekommen.

Attestpflicht ab dem vierten Krankheitstag

Bislang mussten Eltern am ersten Tag der Erkrankung mit Ihrem Kind zum Kinderarzt, um ein Attest und somit ihr Recht auf Kinderkrankengeld zu erhalten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will das ändern: Künftig sollen Eltern erst ab dem vierten Krankheitstag zum Arzt.

Diese Regelungen sollen auch 2025 gelten. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Kinderkrankengeld 2024 und 2025: Das bleibt

An den Krankentagen wird dem krankgeschriebenen Elternteil auch weiterhin 90 Prozent des entgangenen Nettolohns gezahlt.

Der Anspruch gilt nur für Kinder, die gesetzlich krankenversichert, jünger als 12 Jahre sind oder eine Behinderung haben. Außerdem muss der Arbeitnehmer versichern, dass es keine andere Person im Haushalt gibt, die das Kind in diesem Zeitraum betreuen könnte. Der Anspruch besteht auch, wenn Eltern im Homeoffice arbeiten.

Das Kind ist privat versichert

Ist das Kind über einen privat versicherten Elternteil versichert, muss der Arbeitgeber Eltern und ihren Kindern den Lohn für mindestens fünf Tage pro Jahr weiterzahlen, sofern das Kind jünger als 8 Jahre ist. Sie können als Arbeitgeber im Arbeitsvertrag aber natürlich auch einen längeren Zeitraum für die Lohnfortzahlung vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kinderkrankentage und Kinderkrankengeld

Kann ich von meinen Arbeitnehmern verlangen, dass sie zunächst Überstunden abbauen oder Zeitguthaben aufbrauchen?

Sie als Unternehmen können von Ihren Arbeitnehmern nicht verlangen, dass sie zunächst Überstunden abbauen oder Zeitguthaben aufbrauchen, bevor Sie Kinderkrankentage nehmen.

Wird Kinderkrankengeld auch während Kurzarbeit gezahlt?

Eltern, die in Kurzarbeit sind, haben auch Anspruch auf Kinderkrankengeld, sofern sie gesetzlich versichert sind. Betroffene Arbeitnehmer können jedoch Kurzarbeitergeld und Kinderkrankengeld nicht gleichzeitig beziehen.

Haben Arbeitnehmer während der Elternzeit Anspruch auf Kinderkrankentage?

Eltern, die Elterngeld beziehen, können die Krankheitstage ihrer Kinder in Anspruch nehmen, ohne dass das Elterngeld gekürzt wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

Maria Romanska

***

Maria Romanska arbeitet als freie Journalistin und schreibt vor allem über Arbeitsrecht, Arbeitgeberpflichten sowie kleine und mittelständische Unternehmen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmenspleiten in Deutschland: Höchster Stand seit 2013
09.10.2026

Vor allem kleinere Firmen rutschen in die Zahlungsunfähigkeit. Gläubiger verlieren zwar weniger Geld als im Vorjahr, doch manche Branchen...

DWN
Politik
Politik Schröder bei Putins Geburtstag: Umstrittene Freundschaft zum Kremlchef
09.10.2026

Altkanzler Gerhard Schröder steht seit Jahren wegen seiner engen Beziehungen zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin in der Kritik. Nun...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: BaFin setzt Volkswagen Millionenstrafe auf
09.10.2026

Kursbewegende Neuigkeiten müssen von Unternehmen an der Börse sofort und mit Nachdruck mitgeteilt werden. Hier soll VW in einem Fall...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Millionenprojekt in Litauen droht zur Geduldsprobe zu werden
09.10.2026

Die Fabrik steht, doch produzieren darf Rheinmetall noch lange nicht. In Litauen baut der deutsche Rüstungskonzern eine neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmen verkaufen? Das kann das Lebenswerk retten
09.10.2026

Viele Unternehmer glauben, ihr Lebenswerk lasse sich nur bewahren, wenn die Familie Eigentümer und Führung behält. Doch ein Verkauf oder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
09.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chip-Aktien ziehen Wall Street ins Minus, während der Ölpreis in die Höhe schießt
08.10.2026

Welche Marktkräfte die Wall Street heute ins Wanken brachten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Politik
Politik Trump will Wähler mit Geld locken: „Einfach nur peinlich“
08.10.2026

Donald Trump verspricht jedem erwachsenen Amerikaner rund 4.450 Euro, wenn die Republikaner die Kongresswahlen gewinnen. Doch ausgerechnet...