Finanzen

Rheinmetall-Aktie klettert: Geopolitik treibt den Kurs, doch charttechnische Risiken bleiben

Die Rheinmetall-Aktie sorgt erneut für Schlagzeilen: Politische Spannungen und charttechnische Marken bewegen den Kurs. Während geopolitische Unsicherheit als Treiber wirkt, warnen Experten vor Rückschlägen. Wird die Rheinmetall-Aktie ihren Höhenflug fortsetzen – oder droht eine schmerzhafte Korrektur?
18.08.2025 15:19
Aktualisiert: 18.08.2025 15:19
Lesezeit: 2 min
Rheinmetall-Aktie klettert: Geopolitik treibt den Kurs, doch charttechnische Risiken bleiben
Die Rheinmetall-Aktie klettert zum Auftakt in die neue Börsenwoche – charttechnische Risiken bleiben (Foto: dpa).

Rheinmetall-Aktie: Ergebnisloser Alaska-Gipfel als Kurstreiber

Die Rheinmetall-Aktie hat zu Wochenbeginn erneut kräftig zugelegt. Hintergrund ist der ergebnislose Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska. Weder ein Waffenstillstandsabkommen noch konkrete Fortschritte für die Ukraine wurden erzielt. Dies schob europäische Rüstungswerte an die Spitze der Börsenindizes.

Im DAX setzte sich die Rheinmetall-Aktie (ISIN: DE0007030009) mit einem Plus von zeitweise über 4,4 Prozent an die Spitze. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies erklärte: Dass keine Einigung erzielt worden sei, habe den Rheinmetall-Aktienkurs beflügelt. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen ein Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen in weiter Ferne", so Lemarie. Selbst bei einer Lösung sei nicht zu erwarten, dass die Verteidigungsausgaben in Europa zurückgingen. Auch andere europäische Rüstungswerte legten zu: In Mailand gewannen die Aktien von Leonardo mehr als 2 Prozent, in London stiegen BAE Systems ebenfalls gut 2 Prozent, während Saab in Stockholm 3,5 Prozent zulegte.

Rheinmetall-Kursentwicklung beeindruckt

Der Wert des Düsseldorfer Konzerns notiert derzeit bei annähernd 1.675 Euro, nach einem Schlusskurs am Vortag von 1.621,00 Euro. Damit liegt die Aktie auf Platz eins im DAX, der sich vor dem Handelsstart an der Wall Street kaum verändert zeigt.

Die Rheinmetall-Aktie befindet sich 14,25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.944,00 Euro, während das 52-Wochen-Tief bei 461,46 Euro lag. Mit einem Börsenwert von 72,33 Milliarden Euro hat das Unternehmen eine Gewichtung von 3,38 Prozent im DAX. Rheinmetall beschäftigt 30.640 Mitarbeiter und belegt damit Platz 7 im wichtigsten deutschen Börsenindex. Größere DAX-Werte nach Streubesitz-Marktkapitalisierung bleiben SAP, Siemens und die Deutsche Bank. Die langfristige Rheinmetall-Kursentwicklung beeindruckt weiterhin. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 hat der Rüstungsriese über 1.500 Prozent an Wert gewonnen.

Trump erhöht Druck auf Kiew

Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Trump erklärte nach seinem Treffen mit Putin, er erwarte von Kiew "zügige Schritte" in Richtung Friedensschluss. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: "Selenskyj könnte den Krieg fast sofort beenden, wenn er will – oder er kann weiterkämpfen." Diese Aussagen entsprechen teilweise den zentralen Forderungen des Kremls, darunter die Anerkennung der Krim-Annexion und ein klares Nein zu einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt solche Zugeständnisse strikt ab. Analysten warnen, ein Nachgeben würde die ukrainische Verteidigungslinien schwächen.

Ökonomen wie Holger Schmieding von Berenberg sehen zudem die Gefahr, dass die USA ihre Unterstützung für die Ukraine zurückfahren könnten. Ein Ende der US-Sanktionen gegen Russland sei denkbar, was Europa zwingen würde, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. Davon würden Unternehmen wie Rheinmetall unmittelbar profitieren.

Rheinmetall-Aktie: Charttechnik bleibt angespannt

Trotz der politischen Rückenwinde zeigt sich die charttechnische Lage der Rheinmetall-Aktie fragil. Die zentrale Supportzone zwischen 1.649/1.659 Euro wurde zuletzt unterschritten. Zwar notierte die Aktie am Montagmorgen bei 1.635 Euro, doch Analysten betonen, dass ein nachhaltiger Rebreak über die 1.659er-Zone entscheidend wäre.

Direkt darüber warten weitere Widerstände: Die fallenden gleitenden Durchschnitte EMA 20 bei 1.698 Euro und EMA 50 bei 1.704 Euro. Erst ein Ausbruch darüber würde den Weg in Richtung 1.791/1.829 Euro und weiter bis zum Allzeithoch bei 1.944 Euro freimachen. Bleibt der Rebreak aus, drohen Rückschläge. Erste Unterstützungen liegen im Bereich 1.544/1.564 Euro sowie bei 1.525,50 Euro. Ein Bruch könnte den Rheinmetall-Aktienkurs bis auf den Support bei 1.483–1.500 Euro fallen lassen. Darunter rückt die EMA 200 bei 1.324,90 Euro ins Blickfeld.

Politische Unsicherheit trifft bei der Rheinmetall-Aktie auf charttechnische Hürden

Die Rheinmetall-Aktie profitiert kurzfristig klar von geopolitischen Spannungen und steigenden Verteidigungsausgaben. Die Rheinmetall-Kursentwicklung zeigt die Rolle des Konzerns als einer der wichtigsten DAX-Werte in unsicheren Zeiten. Anleger sollten jedoch die charttechnische Lage im Blick behalten: Gelingt der Ausbruch über 1.659 Euro, könnte sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen. Scheitert die Aktie erneut, droht eine tiefere Korrektur.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rhein Group: Draghi versammelt Europas Machtelite
19.09.2026

Mario Draghi hat Europas wirtschaftliche Schwächen analysiert. Jetzt will er handeln: Mit der Rhein Group versammelt der frühere...