Unternehmen

Commerzbank erwartet 2024 weiteres Rezessionsjahr

Die Ökonomen der Commerzbank erwarten für 2024 ein weiteres Schrumpfen der deutschen Wirtschaft. Denn die Unternehmen hätten „unglaublich viel zu verdauen“.
10.11.2023 14:25
Lesezeit: 1 min
Commerzbank erwartet 2024 weiteres Rezessionsjahr
Die Commerzbank ist mit ihrer Rezessions-Prognose für 2024 deutlich pessimistischer als Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Die Ökonomen der Commerzbank sagen anders als die Wirtschaftsweisen und die Bundesregierung für 2024 ein weiteres Rezessionsjahr für Deutschland voraus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 0,3 Prozent schrumpfen, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Konjunkturprognose. Zum Vergleich: Die Wirtschaftsweisen rechnen mit 0,7 Prozent Wachstum, die Bundesregierung sogar mit 1,3 Prozent. Für das zu Ende gehende Jahr veranschlagen die Commerzbank-Experten ein Minus von 0,4 Prozent.

"Die Unternehmen sind zwar resilient", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie unglaublich viel zu verdauen haben." Die Energiepreise etwa dürften hoch bleiben - trotz des von der Bundesregierung gerade verkündeten Strompreispakets, das Entlastungen in Milliardenhöhe verspricht. "Das ist etwas, was die Unternehmen noch lange belasten wird", sagte Krämer. Hinzu kämen noch De-Globalisierung und eine erodierende Standortqualität.

Auch beim privaten Konsum sieht die Commerzbank keinen Aufschwung, ungeachtet der sinkenden Inflation und steigender Löhne. "Die Kaufkraft erholt sich", sagte der Chefökonom. "Darauf werden die Konsumenten aber viel langsamer reagieren als in der Vergangenheit." Seit Ende 2020 seien die Verbraucherpreise um etwa 18 Prozent gestiegen, die Löhne dagegen nur um zehn Prozent. Hinzu komme, dass etwa ein Drittel der Verbraucher von der Hand in den Mund lebe und nicht sparen konnte.

Schützenhilfe von der Europäischen Zentralbank (EZB) kann sich die schwächelnde Wirtschaft der Prognose zufolge auch nicht erhoffen. Ihren Leitzins von aktuell 4,50 Prozent dürften die Frankfurter Währungshüter erst Ende 2024 senken, und das auch nur leicht. "Das Inflationsproblem ist noch lange nicht gelöst", sagte Krämer. "Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben." (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Aktien legen dank Hoffnung auf Friedensabkommen zu
13.04.2026

Ein überraschendes Signal sorgt für Aufwind an den Börsen – erfahren Sie, warum die Anleger plötzlich wieder optimistisch in die...

DWN
Finanzen
Finanzen USA starten Blockade der Straße von Hormus: Trump setzt Drohungen um, der Ölpreis steigt
13.04.2026

Die Spannungen im Nahen Osten spitzen sich weiter zu: Die USA greifen zu drastischen Maßnahmen in einer der wichtigsten Handelsrouten der...

DWN
Panorama
Panorama Lufthansa-Streik: Diese Rechte haben Passagiere bei einem Pilotenstreik
13.04.2026

Der Lufthansa-Streik bringt den Flugverkehr in Deutschland ins Wanken und sorgt bei Tausenden Reisenden für Unsicherheit. Flugausfälle,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF warnt: Schwieriger Weg zurück für die Weltwirtschaft
13.04.2026

Die Ölkrise infolge des Iran-Kriegs verändert die globale Konjunktur nachhaltig. Warum selbst im besten Fall kein schneller Aufschwung...

DWN
Finanzen
Finanzen Autofahren in Deutschland immer teurer: Warum das so ist und was Sie tun können
13.04.2026

Autofahren wird für viele Menschen in Deutschland immer kostspieliger. Steigende Spritpreise, höhere Versicherungen und teurere...

DWN
Politik
Politik Analyse: Irans Führer fordern Trump heraus – wer hat am meisten zu verlieren?
13.04.2026

Die USA und der Iran verhandelten stundenlang, erzielten jedoch in Islamabad keinen Durchbruch. Sowohl die Kontrolle über die Straße von...

DWN
Finanzen
Finanzen BYD-Aktienkurs steigt: Kommt jetzt der Durchbruch?
13.04.2026

Die BYD-Aktie sorgt mit einem frischen Kaufsignal und starkem Auslandsgeschäft für Aufsehen. Gleichzeitig drücken Margenprobleme im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entlastungspaket der Bundesregierung: Kritik vom IW an Kosten und Wirkung
13.04.2026

Steigende Energiepreise und Inflation setzen Haushalte und Unternehmen unter Druck. Die Regierung reagiert mit einem umfangreichen...