Finanzen

Deutsche Banken fordern ein Comeback der Verbriefungen

Nachdem schon Commerzbank-Chef Knof ein Ende ihrer Stigmatisierung gefordert hat, macht sich nun auch Deutsche-Bank-Chef Sewing für Verbriefungen stark.
01.12.2023 15:12
Aktualisiert: 01.12.2023 15:12
Lesezeit: 1 min

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing spricht sich für eine Wiederbelebung des schwachen Verbriefungsmarktes in Europa zur Finanzierung der anstehenden großen Reformaufgaben aus. Bis hin zu einer vollendeten Kapitalmarktunion in Europa werde es voraussichtlich noch einige Jahre dauern, sagte Sewing am Freitag auf einer EZB-Konferenz zur Bankenaufsicht. "Es gibt Sachen, die wir in der Übergangszeit machen können", sagte er.

"Es liegen Vorschläge auf dem Tisch zu Verbriefungen, die dabei helfen würden, die Bilanzen der Banken zu befreien." Der Umgang mit den Risiken sei bei den Instituten inzwischen völlig anders als zur Zeit der Finanzkrise 2008. "Wir haben unsere Lektion gelernt" Jetzt komme es darauf an, bei Verbriefungen den nächsten Schritt zu gehen auf dem Weg hin zur Kapitalmarktunion.

Knof: "Stigmatisierung muss enden"

Auch Commerzbank-Chef Manfred Knof hat sich unlängst für eine Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes ausgesprochen und gefordert, Investitionen in solche Anlageklassen zu erleichtern. "Die Stigmatisierung von Verbriefungen muss enden", sagte er am 17. November beim European Banking Kongress. Investitionen in diese Anlageklasse müssten erleichtert werden. Die aktuellen Dokumentations- und Meldepflichten seien zu aufwändig.

"Diese Forderungen sind nicht neu, aber es ist an der Zeit, dass sie in die Tat umgesetzt werden", sagte Knof. Frankreich und Deutschland hatten im September angekündigt, neuen Schwung in die Verhandlungen zur europäischen Kapitalmarktunion bringen zu wollen. Dazu gehörte auch die Wiederbelebung des trägen europäischen Verbriefungsmarktes.

Verbriefungen in Finanzkrise in Verruf geraten

Bei Verbriefungen schnüren Banken Kreditforderungen aus ihren Bilanzen zu handelbaren Wertpapieren zusammen, um sie dann an Investoren zu verkaufen. Damit entledigen sie sich unter anderem des Risikos von Zahlungsausfällen und können Kapital freisetzen. Während der globalen Finanzkrise waren solche Papiere stark in Verruf geraten.

Denn damals waren mit Immobilienkrediten unterlegte Papiere (Mortgage-backed securities, MBS) in großer Zahl ins Taumeln geraten und massenhaft ausgefallen, was die Krise stark befeuerte. Das Vertrauen in diese Anlageklasse hat seitdem stark gelitten, bis heute hat sich in Europa der Markt für Verbriefungen nicht erholt. Seit der Finanzkrise von 2008 hätten derartige europäische Papiere keine drastischen Verluste mehr verbucht, betonte Knof. (Reuters/gu)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Politik
Politik Übergewinnsteuer für Ölkonzerne: EU-Kommission bremst Klingbeil
18.09.2026

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil drängt auf eine europäische Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Doch aus Brüssel kommt...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfe: Merz fordert mehr Geld von EU-Partnern
18.09.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht den Druck auf andere EU-Staaten, ihre Unterstützung für die Ukraine deutlich auszuweiten. Gemeinsam...

DWN
Politik
Politik Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Knappe Rennen setzen CDU unter Druck
18.09.2026

Kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich der Kampf um die Spitzenplätze zu. Während in beiden Bundesländern...

DWN
Immobilien
Immobilien Lohnen sich Immobilien noch als Altersvorsorge?
18.09.2026

Lange galten Immobilien eine "sichere Bank" im Sinne der Altersvorsorge. Doch stimmt das 2026 immer noch? Hohe Baukreditzinsen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 43: Die Woche im Rückblick – KW 38
18.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie fliegt aus EuroStoxx 50: Was das für Volkswagen bedeutet
18.09.2026

Volkswagen verliert seinen Platz in einem der wichtigsten europäischen Aktienindizes. Die VW-Aktie scheidet aus dem EuroStoxx 50 aus –...

DWN
Politik
Politik Chinas Ölimporte: Wie Peking den Ölpreisschock verhindert
18.09.2026

China gilt als größter Ölimporteur der Welt und ausgerechnet Peking hat zuletzt einen noch heftigeren Preisschock verhindert. Sinkende...

DWN
Politik
Politik Neue Ära für die Luftwaffe: Deutschland erhält erste F-35
18.09.2026

Deutschland erhält den ersten von insgesamt 35 bestellten Kampfjets vom Typ F-35A. Mit Tarnkappentechnik, moderner Sensorik und der...