Technologie

Caravaning-Verband: Geschäft mit Campern und Wohnmobilen stabil auf hohem Niveau

Der Urlaub auf vier Rädern liegt voll im Trend. Der Corona-Boom ist zwar vorbei - die Branche blickt dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Trotz neuer Sorgen um die Lieferketten.
15.01.2024 13:40
Aktualisiert: 15.01.2024 13:40
Lesezeit: 2 min
Caravaning-Verband: Geschäft mit Campern und Wohnmobilen stabil auf hohem Niveau
Anders campen: Besucher stehen auf einer Camping-Messe am Stand von Firma Kulmann Freizeitmobile und informieren sich über neuartige Wohnmobile und Reisen.. (Foto: dpa) Foto: Bodo Schackow

Nach den Höchstwerten der Corona-Jahre hat sich das Geschäft der Caravaning-Branche im vergangenen Jahr auf hohem Niveau eingependelt. In Deutschland wurden 2023 mehr als 90 000 Wohnwagen und Reisemobile neu zugelassen, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) am Montag auf der Stuttgarter Reisemesse CMT mitteilte. Das seien 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Plus geht demnach vor allem auf eine Steigerung bei Reisemobilen zurück, die Nachfrage nach Wohnwagen sank um gut ein Zehntel.

CIVD-Präsident Bernd Löher sagte am Montag: „2023 war ein gutes Jahr, wir haben uns auf einem hohen Niveau konsolidiert. Für 2024 sind wir vorsichtig optimistisch." Die Auftragsbücher der Unternehmen seien weiter gut gefüllt. Auch die zuletzt sinkende Inflationsrate mache Mut, dass sich die Kaufkraft der Verbraucher weiter stabilisiere.

„Das Interesse am Caravaning ist ungebrochen. Ich glaube, das kann man attestieren", sagte Löher. Die Rahmenbedingungen würden aber auch 2024 sicher nicht einfacher. Zum Beispiel: „Wir hatten gedacht, wir haben die Lieferketten-Problematik halbwegs hinter uns", sagte er. Durch die Angriffe auf Containerschiffe im Roten Meer werde man nun aber eines Besseren belehrt. Zuletzt hatten die Hersteller etwa mit Lieferproblemen bei Fahrgestellen, sogenannten Chassis, zu kämpfen.

Verband: Plus bei Neuproduktion und Umsatz

Die Produktion der deutschen Hersteller wuchs nach CIVD-Angaben 2023 um 3,3 Prozent. Von den rund 133 600 hergestellten Fahrzeugen gingen fast 52 000 in den Export. Die Branche machte 2023 demzufolge einen Umsatz von 15,3 Milliarden Euro - ein Plus von 8,8 Prozent. Der Zuwachs sei auch auf Preiseffekte zurückzuführen, sagte Löher.

Deutschland ist nach Verbandsangaben der wichtigste Produzent und Exporteur von sogenannten Freizeitfahrzeugen in Europa. Getrieben durch die Corona-Pandemie und den Trend zum individuellen Reisen hatte die Caravaning-Branche in den vergangenen Jahren einen Boom erfahren. 2020 und 2021 hatte die Anzahl der Neuzulassungen jeweils die Marke von 100 000 überschritten. Danach setzte die Normalisierung ein.

Die CMT (Caravaning - Motor - Touristik) ist die nach eigenen Angaben weltgrößte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit und läuft noch bis zum 21. Januar. Auf dem Gelände sind rund 1600 Aussteller in zehn Hallen präsent. Im vergangenen Jahr kamen rund 265 000 Besucherinnen und Besucher auf das Messegelände in Stuttgart. (dpa/hps)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...