Unternehmen

Verband: Niedrigste Stahlproduktion in Deutschland seit 2009

Die Stahlproduktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. Wo die Ursachen liegen und was das für die deutsche Wirtschaft bedeutet.
23.01.2024 17:50
Lesezeit: 1 min
Verband: Niedrigste Stahlproduktion in Deutschland seit 2009
Stahlproduktion in Deutschland befindet sich auf einem Tief seit 2009 (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

2023 wurden 35,4 Millionen Tonnen Stahl produziert und damit 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag in Berlin mitteilte. Das sei das niedrigste Produktionsvolumen seit der Finanzmarktkrise 2009. Seinerzeit sei es nach dem rezessionsbedingten Einbruch aber wieder rasch bergauf gegangen. Dagegen halte der nun seit Anfang 2022 dauernde Negativtrend an.

Lage für die Stahlindustrie sehr ernst

Besonders die schwache Nachfrage in Verbindung mit hohen, nicht wettbewerbsfähigen Strompreisen setze der Industrie zu, teilte die Wirtschaftsvereinigung mit. "Die Jahresbilanz der Stahlproduktion in Deutschland zeigt deutlich, dass die Lage für die Stahlindustrie (...) sehr ernst ist", sagte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Maria Rippel. Sie appellierte an die Regierung, besonders bei den hohen Stromkosten bestehe dringender politischer Handlungsbedarf.

Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds stehe zudem die Finanzierung der angestrebten Klimaneutralität in Frage. Nötig sei ein klares politisches Konzept, sagte Rippel. "Das ist ein zentraler Baustein, um die Transformation der Stahlindustrie und die Dekarbonisierung unseres Landes insgesamt weiter voranzubringen."

Einbruch der Elektrostahlerzeugung dramatisch

Besonders dramatisch sei der Einbruch der Elektrostahlerzeugung, hieß es. Dort sei die Produktion im Vorjahresvergleich um fast elf Prozent auf 9,8 Millionen Tonnen gesunken. Das unterschreite sogar den Tiefpunkt in der Finanzmarktkrise mit 11,3 Millionen Tonnen.

Elektrostahl ist ein besonders hochwertiger, unter Nutzung eines Elektroofens hergestellter Stahl aus eingeschmolzenem Schrott. Diese Produktionsroute ist laut der Wirtschaftsvereinigung sehr stromintensiv und daher besonders von den steigenden Energiepreisen belastet. Die Hochofen-Produktion habe sich lediglich stabilisiert, aber auch das nur auf einem äußerst niedrigen Niveau. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: S&P 500 und Nasdaq geben nach; Ölpreise fallen weiter
02.11.2026

Spannende Entwicklungen an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte heute bewegt haben.

DWN
Finanzen
Finanzen Ist das das Geräusch einer platzenden KI-Blase?
02.11.2026

Die größten Technologiekonzerne investieren immer höhere Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Doch Anleger beginnen, die...

DWN
Politik
Politik Midterms in den USA: Warum eine Niederlage bei den Zwischenwahlen Trump entfesseln könnte
02.11.2026

Eine Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen könnte Donald Trump noch aggressiver machen. Der amerikanische Analyst Richard...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ryanair streicht 62 Flugstrecken: Diese Ziele entfallen
02.11.2026

Ryanair nimmt 62 Verbindungen aus dem Buchungssystem, darunter elf Strecken von und zu sechs polnischen Flughäfen. Besonders betroffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche etwa leichter. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Finanzen
Finanzen Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10
02.11.2026

Der Dieselpreis hat sich im Oktober nach den Rekordwerten des Septembers zwar spürbar entspannt. Laut der am 2. November veröffentlichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Technologieaktien versprechen gigantische Renditen und globale Marktmacht – sind aber „nur für Einsteiger geeignet“
02.11.2026

15.288 Prozent Rendite seit dem Börsengang, steigende Gewinne und 64 Kaufempfehlungen von Analysten: Die Alphabet-Aktie gehört zu den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...