Immobilien

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Einstieg in den Immobilienmarkt?

Positive Entwicklung auf dem Immobilienmarkt für Käufer: Die Bauzinsen liegen wieder deutlich unter der Vier-Prozent-Marke, was zu günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten führt. Dies, in Kombination mit stark-fallenden Preisen letztes Jahr. Ist jetzt der richtige Moment, in den Markt einzusteigen?
25.01.2024 12:03
Lesezeit: 2 min

Nachdem Immobilienkaufpreise letztes Jahr im Herbst offiziell angefangen haben zu fallen aber Zinsen noch relativ hoch waren, hat sich die Situation gegen Ende des Jahres und dann im Januar deutlich verändert: Zinsen sind stark gefallen. So manch ein Kaufinteressent wird sich daher fragen, ob jetzt der ideale Zeitpunkt ist, um in den Markt einzusteigen – entweder für der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung, oder als Kapitalanlage.

Aktuell liegt der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 4,5 Prozent. Bei ihrer letzten Sitzung Mitte Dezember hat die EZB die Leitzinsen nicht erhöht. Viele Banken haben ab Anfang des Jahres bei ihren Finanzierungs-Angeboten nachkorrigiert.

2023: Fallende Preise aber auch schwierigere Finanzierung für Käufer

Seit Anfang letzten Jahres sind die Immobilienpreise in vielen Städten wegen den höheren Zinsen und der Inflation deutlich gesunken, doch zur gleichen Zeit ist die Immobilienfinanzierung für Käufer wegen denselben Gründen auch schwieriger geworden: Viele Finanzinstitute verlangten ein größeren Eigenkapitaleinsatz, die monatliche Zinsrate für das 10- oder 15-jährige Hypothekendarlehen lag im Vergleich zu den Vorjahren auf einem deutlich höheren Niveau und Käufer mussten für eine Refinanzierung des Immobilienkredits gut vorausplanen in dem Fall, dass Zinsen weiter ansteigen könnten.

Herausforderungen für Verkäufer

Laut BSK stellte das vergangene Jahr auch Verkäufer vor einigen Herausforderungen: Verlängerte Vermarktungszeiten und gelegentliche Preisnachlässe waren keine Seltenheit. Eine Umfrage unter Makler deutete darauf hin, dass die Vermarktungszeiten gestiegen sind und etwa zwei Drittel der Befragten sagten, dass es zwischen vier und sechs Monaten dauerte bis zum Verkaufsabschluss.

Einige der Gründe waren: Einerseits suchten potenzielle Käufer häufig länger nach dem passenden Objekt und andererseits wollten manche nicht von ihren Wunschpreisen abweichen. Eine Analyse zeigte, dass Verkäufer seit Mitte 2022 immer wieder erhebliche Preisnachlässe hinnehmen mussten.

Aktuellen Chancen für Käufer: Sinkende Zinsen und noch niedrige Kaufpreise

BSK-Immobilien zufolge könnten die niedrigeren Zinssätze und daher die günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten die Nachfrage nach Immobilien beleben. „Kaufinteressenten können somit mit etwas besseren Voraussetzungen ins neue Jahr starten, denn die niedrigeren Zinsen verbilligen die Baufinanzierung erheblich“, so die Immobilienvermittlungs-Firma

Die aktuellen Chancen für Käufer sind also die guten Marktbedingungen wegen der Kombination von sinkenden Zinsen und noch niedrigen Kaufpreisen, sowie noch gute Verhandlungsmöglichkeiten auf dem Immobilienmarkt.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind letztes Jahr angesichts schwacher Nachfolge infolge hoher Bauzinsen und strengen Klima-Vorgaben in Rekordtempo gefallen: Laut dem Statistische Bundesamt fielen sie von Juli bis September um durchschnittlich 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Die bis dahin stärksten Rückgänge hatte es im ersten (-6,8 Prozent) und zweiten Quartal 2023 (-9,6 Prozent) gegeben.

Anders als bei den Kaufpreisen gehen die Mieten laut einer DIW-Studie weiter nach oben, hauptsächlich wegen dem hohen Bevölkerungswachstum infolge der Zuwanderung und dem schleppenden Wohnungsbau. "Hinzu kommt, dass sich viele Haushalte vom Traum eines Eigenheims verabschiedet haben, da die bisherigen Preisrückgänge die gestiegenen Finanzierungskosten nicht kompensieren", so DIW-Forscher Malte Rieth vor Kurzem.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI World ETF-Vergleich: Die besten ETF Fonds auf den MSCI World-Index im Test
21.07.2026

Mit einem MSCI World-ETF investieren Anleger in die weltweit wichtigsten Unternehmen der Industriestaaten. Wer vor 10 Jahren MSCI...

DWN
Politik
Politik Grönland gegen Kopenhagen: Jetzt soll die Macht neu verteilt werden
21.07.2026

Der Druck der USA auf Grönland verändert die Machtverhältnisse im hohen Norden. Plötzlich zeigt sich Dänemark offen für Forderungen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögenssteuer: Als die Mittelschicht noch Häuser kaufte und die Reichen höhere Steuern zahlten
21.07.2026

Deutschland erlebt die größte Vermögensanhäufung seiner Geschichte – und gleichzeitig wird Eigentum für viele Menschen immer...

DWN
Technologie
Technologie Mistral und Microsoft schließen Milliarden-Deal
21.07.2026

Europa will bei Künstlicher Intelligenz unabhängiger werden – und Microsoft investiert dafür Milliarden in eine Allianz mit dem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerkspräsident warnt vor Folgen der Reformpolitik
21.07.2026

Die Bundesregierung verspricht Reformen, doch im Handwerk kommt davon bislang wenig an. Handwerkspräsident Jörg Dittrich fordert deshalb...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Minenjagd: Einsatz gegen eine unsichtbare Gefahr
21.07.2026

Seeminen gehören zu den effektivsten Mitteln, um internationale Handelswege lahmzulegen. Das Aufspüren, Räumen – und gegebenenfalls...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an allen Bahnhöfen 
21.07.2026

Die Deutsche Bahn will Alkohol aus ihren 5.400 Bahnhöfen verbannen – und setzt damit auf mehr Sicherheit für Reisende und...

DWN
Technologie
Technologie Bericht: Engpässe im Stromnetz bremsen Chinas grüne Energie
21.07.2026

China ist Weltmeister beim Ausbau von Solar- und Windparks. Doch immer häufiger geht die dort gewonnene Energie verloren. Einer Analyse...