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Staatliche Förderprogramme: Wie Gründer und Unternehmer davon profitieren!

Lesezeit: 3 min
27.01.2024 08:00
Vom zinsgünstigen Darlehen bis hin zum Gründerzuschuss - staatliche Fördermittel können Unternehmen den entscheidenden Schub bringen. Wie Ihr Unternehmen, ob Start-up oder Mittelständler, von staatlichen Förderprogrammen profitieren kann, lesen Sie im Folgenden.
Staatliche Förderprogramme: Wie Gründer und Unternehmer davon profitieren!
Staatliche Förderprogramme: Unternehmen können diese beantragen und davon profitieren (Foto: dpa)
Foto: Hendrik Schmidt

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Für das Jahr 2024 legt die Bundesregierung einen besonderen Fokus auf die Wirtschaftsförderung mittelständischer Unternehmen: Mit einem Investitionsvolumen von etwa 11 Milliarden Euro sollen speziell kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), Dienstleister, Handwerksbetriebe und Freiberufler unterstützt werden – insbesondere jene, die traditionell erschwerten Zugang zu Finanzmitteln haben.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hebt die Bedeutung dieser Initiative hervor: „Das ist ein wichtiges Signal für den deutschen Mittelstand und gerade auch für Gründer und Gründerinnen, die davon besonders profitieren sollen (…).“

Jedoch liegt die Herausforderung in der Komplexität der Informationen und Vorschriften, die es erschweren, passende Förderungen zu identifizieren und zu beantragen. Dieser Umstand benachteiligt insbesondere kleinere Unternehmen und führt dazu, dass Fördermöglichkeiten oft ungenutzt bleiben.

Dieser Artikel soll Ihnen als Wegweiser dienen, das breite Spektrum staatlicher Förderinstrumente – von Darlehen über Bürgschaften und Beteiligungen bis hin zu direkten Zuschüssen – effektiv für Ihr Unternehmenswachstum zu nutzen.

Startkapital für Gründer und KMUs: ERP-Kredite und Fördermittel gezielt einsetzen

Sie haben eine tolle Geschäftsidee, doch es fehlt an Startkapital? Hier kommen KfW-Darlehen und regionale Fördermittel ins Spiel, die Ihnen als Gründer oder mittelständisches Unternehmen zur Verfügung stehen. Ihre Hausbank spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie den Antragsprozess erleichtert.

Steffi Köster, Fördermittel-Spezialistin der HypoVereinsbank, betont die Bedeutung einer frühzeitigen Konsultation mit der Bank: „Unternehmer und Unternehmerinnen müssen unbedingt vor Beginn ihres Vorhabens mit ihrer Bank sprechen. Ist das Projekt bereits gestartet, hat der Unternehmer die Chance auf ein zinsgünstiges Förderdarlehen in den meisten Fällen verpasst.“

Der ERP-Gründerkredit StartGeld ist ein Paradebeispiel für ein solches Instrument, das Start-Ups unterstützt. Mit niedrigen Zinsen und einer Rückzahlungsgarantie können Gründer jeweils bis zu 125.000 Euro erhalten – und das auch ohne Eigenkapital. Über eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren, inklusive einer tilgungsfreien Anlaufphase, gewährt dieses Darlehen bemerkenswerte finanzielle Flexibilität.

Mit einem solchen Darlehen erhielt die EcoVerpackung Solution, ein innovatives Start-up, das sich vollständig recycelbaren Verpackungen widmet, einen bedeutenden Anstoß für den Kauf einer neuen Produktionsanlage. Dadurch konnte das Unternehmen die Effizienz und die Nachhaltigkeit seiner Produktion maßgeblich verbessern und sein Team erweitern.

Junge Unternehmen und Freiberufler profitieren ebenso von speziellen Konditionen des ERP-Förderkredits KMU, der mit Kreditlinien von bis zu 25 Millionen Euro gezielt Wachstum und Innovation fördert. Auch etablierte Unternehmen sind keinesfalls ausgeschlossen – auch sie profitieren von den flexiblen Darlehensmöglichkeiten, vor allem in Regionen mit strukturellen Herausforderungen, wo besonders attraktive Konditionen winken. Ein Highlight dieser Programme ist die Risikoabsicherung: Junge Unternehmen können bei der Beantragung des ERP-Gründerkredits Startgeld eine Absicherung von bis zu 80-Prozent durch die Bank erhalten, während etablierte Unternehmen beim ERP-Förderkredit KMU eine Absicherung von bis zu 50-Prozent erwarten dürfen. Dies verbessert die Kreditbedingungen signifikant und erleichtern die Finanzierungswege.

Staatliche Förderungen: Investitionszuschüsse für nachhaltige Projekte & Unternehmensberatungen

Für Unternehmen, die in nachhaltige Technologien investieren, gibt es zusätzliche Anreize. So können in Niedersachsen bis zu 35-Prozent der Investitionskosten erstattet werden, unter dem Programm "Niedersachsen-Invest". Der Verpackungshersteller EcoPackSolution erhielt durch "Niedersachsen-Invest" 35-Prozent der Investitionskosten seiner neuen Produktionsanlage erstattet. Ganz ohne Rückzahlung! Bei Projekten im Klimaschutzbereich kann die Förderung sogar bis zu 65-Prozent betragen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Weiterbildung von KMUs, wofür der Staat subventionierte Unternehmensberatungen anbietet. Durch eine Registrierung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten Unternehmen Zugang zu Förderungen für Beratungssitzungen, die bis zu 50-Prozent der Kosten abdecken. Durch eine solche Beratungssitzung konnte die EcoVerpackung Solution eine umfassende Marktanalyse durchführen und einen detaillierten Digitalisierungsplan entwickeln. Dies führte zur Implementierung neuer Software, die die Produktionsprozesse optimierte und die Kosten einspart.

Zudem erleichtert der Staat erleichtert den Übergang von Arbeitslosigkeit zu Unternehmertum mit Anreizen wie dem Gründungszuschuss, der zusätzliche Mittel zur Arbeitslosenunterstützung bietet. Bürgergeldempfänger erhalten Unterstützung in Form von Einstiegsgeld.

Beteiligungskapital (Venture Capital) und Bürgschaften für KMUs und Start-Ups

Außerdem kann Beteiligungskapital - oder Venture Capital - eine wertvolle Ressource für Unternehmen sein, die sich in einer Wachstumsphase befinden. Investoren beteiligen sich mit frischem Kapital an Ihrem Geschäft, entweder sichtbar als Miteigentümer oder im Hintergrund als „stille“ Partner. Bei einer „offenen Beteiligung“ sind die Investoren als Miteigentümer auch in Entscheidungsprozesse eingebunden – eine gängige Praxis in dynamischen Branchen wie der Technologie. Stille Beteiligungen hingegen bieten eine Gewinnbeteiligung, ohne dass Investoren im Tagesgeschäft mitreden.

Derartige Finanzierungen erhöhen nicht nur die Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens bei Banken, sondern bieten auch eine flexible Kapitalspritze für Ihr Wachstum. Der Bundesverband Beteiligungskapital vermittelt zwischen Unternehmen und Investoren, die bereit sind, Beträge zwischen 50.000 und 2,5 Millionen Euro zu investieren, maßgeschneidert auf die Bedürfnisse kleinerer Firmen.

Zudem reduzieren Bürgschaftsbanken, wie die Bürgschaftsbank Niedersachsen, das Risiko für Unternehmer, indem sie für Kredite bürgen – bis zu 80-Prozent, maximal jedoch 2 Millionen Euro.

Staatliche Fördermittel für Unternehmen beantragen: Der erfolgreiche Fördermittel-Antrag

Schlussendlich kommt es bei der Beantragung von Fördermitteln auf eine überzeugende Geschäftsidee an. Sie ist der Kern des Vorhabens und muss deutlich das Potenzial für Wachstum und Arbeitsplatzsicherung aufweisen. Ein durchdachtes Konzept, das Ihre finanzielle Planung und den Mehrwert Ihrer Investitionen verdeutlicht, ist dabei unerlässlich.

Ein Anspruch auf Fördermittel besteht rechtlich nicht. Beachten Sie daher folgendes:

  • Förderkriterien: Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen förderberechtigt ist. Nicht jede Branche oder jedes Unternehmen qualifiziert sich hierfür.
  • Finanzstrategie: Ein präziser Geschäftsplan ist grundlegend, um Ihre finanziellen Vorhaben und geplanten Investitionen schlüssig darzulegen.
  • Dokumentation: Seien Sie darauf vorbereitet, den Einsatz der Fördermittel lückenlos zu begründen und zu belegen.

Mit dem Förderkompass 2023 des BAFA und dem Merkblatt der Industrie- und Handelskammer (IHK) finden Sie weitere Informationen über die Förderlandschaft. Nutzen Sie diese Ressourcen, um Ihr Unternehmen erfolgreich zu fördern.

 


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