Politik

Angriff auf US-Truppen in Jordanien fordert mehrere Tote

Nach einem Angriff auf US-Truppen in Jordanien sind mehrere Tote zu beklagen. Die USA verstricken sich immer tiefer in die Auseinandersetzungen im Nahen Osten.
29.01.2024 11:54
Aktualisiert: 29.01.2024 11:54
Lesezeit: 2 min
Angriff auf US-Truppen in Jordanien fordert mehrere Tote
26.04.2018, Jordanien, Zarqa: US-amerikanische und jordanische Soldaten nehmen an der gemeinsamen Militärübung "Eager Lion" teil. (Foto: dpa) Foto: Raad Adayleh

Zum ersten Mal seit Beginn des Gaza-Krieges Anfang Oktober hat es in Nahost bei einem Angriff auf US-Truppen Tote gegeben. Drei amerikanische Soldaten starben bei einer Drohnenattacke im Nordosten Jordaniens nahe der Grenze zu Syrien, wie US-Präsident Joe Biden am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Mindestens 34 weitere Soldaten wurden demnach verletzt.

Biden machte vom Iran unterstützte Milizen dafür verantwortlich. Sie würden zur Rechenschaft gezogen, betonte der US-Präsident. Am Montag wies der Iran eine Verwicklung zurück. Mit dem tödlichen Angriff auf die US-Soldaten haben sich die Spannungen in der Region noch einmal deutlich verschärft.

Der Angriff galt nach Angaben des US-Militärs am Wochenende einem US-Stützpunkt in Jordanien. Details wurden nicht genannt. Die Zahl der Verletzten dürfte laut dem Militär noch steigen, weil sich noch weitere Soldaten in ärztliche Behandlung begeben. Aus US-Kreisen verlautete, die Drohne sei in den frühen Morgenstunden in der Nähe von Kasernen eingeschlagen. Dies könnte die hohe Zahl der Opfer erklären.

Die Fakten würden derzeit noch zusammengetragen, sagte Biden weiter. Es dürfe aber keine Zweifel geben, dass die USA zu gegebener Zeit die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen würden.

Innenpolitisch geriet der US-Präsident unter Druck. Die Republikaner von Ex-Präsident Donald Trump, der eine Kandidatur gegen Biden anstrebt, warfen Biden Untätigkeit angesichts der Angriffe auf US-Truppen in Nahost vor.

Der „Islamische Widerstand im Irak“ reklamierte unterdessen Anschläge auf drei Stützpunkte für sich - darunter auf eine Basis an der Grenze zwischen Jordanien und Syrien. Die Gruppe ist eine Dachorganisation radikaler, vom Iran unterstützter Milizen. Derartige Gruppen haben im Irak und Syrien seit Beginn des Gaza-Kriegs mehr als 150 Mal US-Truppen angegriffen.

Die US-Regierung sieht sich offiziell nicht im Krieg in Nahost, lässt das eigene Militär aber zurückschlagen. US-Kriegsschiffe greifen auch Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen an, von wo aus immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer attackiert werden.

Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen ließ am Montag über die staatliche Nachrichtenagentur Irna erklären, es habe keine Verbindung des Iran zu dem Angriff auf den US-Stützpunkt gegeben. Die Vertreter der Teheraner Führung fügten hinzu: „Es gibt einen Konflikt zwischen US-Truppen und Widerstandsgruppen in der Region, die Vergeltungsschläge erwidern.“

Die Bundesregierung hat den Angriff „auf das Schärfste“ verurteilt. Angesichts der ohnehin angespannten Lage in der Region sei ein solches Vorgehen „vollkommen unverantwortlich“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin.

„Wir erwarten von Iran, endlich seinen Einfluss auf seine Verbündeten in der Region zu nutzen, damit es nicht zu einem unkontrollierten Flächenbrand kommt, an dem niemand ein Interesse haben kann.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Welche Funktionen sind 2026 bei Trading-Plattformen wirklich wichtig?

Trading-Plattformen entwickeln sich rasant weiter. Im Jahr 2026 geht es längst nicht mehr nur darum, Wertpapiere oder andere...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft In europäischen Fabriken gehen die Lichter aus: Wer schließt sie, wer entlässt Mitarbeiter?
01.08.2026

VW, Bosch, BASF, Evonik, ThyssenKrupp, Michelin: In der Automobil-, Chemie- und Stahlindustrie reihen sich Werksschließungen, Entlassungen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der beste Freund des Recruiters: Tiere im Büro ziehen Talente stärker an als Boni
01.08.2026

Viele Unternehmen holen ihre Beschäftigten zurück ins Büro. Doch klassische Benefits verlieren an Zugkraft. Eine neue Studie zeigt: Für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
01.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Politik
Politik EU in Gefahr: Wie Großmächte Europas Vetorecht ausnutzen
01.08.2026

Orbáns Wahlniederlage eröffnet der EU eine seltene Reformchance. Doch neue Blockierer könnten schon bald nachrücken. Experten warnen:...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: China löst nächste Panikwelle aus – was Anleger jetzt beachten müssen
01.08.2026

Chipaktien brechen ein, China holt technologisch auf und Anleger fürchten die nächste große Blase. Doch hinter der neuen Börsenpanik...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Massenverrentung: Die Ruhestandswelle bedroht ganze Unternehmen
01.08.2026

Die Ruhestandswelle rollt auf die Unternehmen zu, doch viele Betriebe sind kaum vorbereitet. Mit jedem erfahrenen Mitarbeiter drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rally bei Tech-Aktien beendet volatile Woche
31.07.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street derzeit bewegen und was das für Anleger bedeutet.

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktie: Der Chip-Hersteller, dessen Aktienkurs raketenartig gestiegen ist, hat einen hohen Preis
31.07.2026

Intel ist an der Börse wieder auf der Startrampe. Die Intel-Aktie ist seit Jahresbeginn explodiert, die Quartalszahlen überraschten...