Wirtschaft

Unser neues Magazin ist da: Wie Deutschland von Krisen und Kriegen profitiert

Die dramatischen Ereignisse der vergangenen Monate und Jahre haben die Welt in eine Zeit der Unsicherheit und Veränderung gestürzt. Mit diesem Magazin wollen wir einen anderen Blick wagen, neue Perspektiven für Sie öffnen, in der Dunkelheit nach Licht suchen. Denn am Ende steht nur eine einzige wichtige Frage.
17.02.2024 00:26
Aktualisiert: 17.02.2024 00:26
Lesezeit: 3 min
Unser neues Magazin ist da: Wie Deutschland von Krisen und Kriegen profitiert
Es mag verwundern, aber in der Tat ist Deutschland militärisch recht gut aufgestellt. So gut, dass deutsche Unternehmen Profiteure in der Krise sind? (Foto: MartinFredy/iStock) Foto: MartinFredy

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Krieg in Gaza, ein drohender Konflikt zwischen China und Taiwan – und eine Reihe politischer Veränderungen in aller Welt. Bisherige Gewissheiten, die seit dem Ende des Kalten Krieges für uns Deutsche galten, sind verflogen. Das hat viele Menschen im Land verunsichert, das Vertrauen in die Bundesregierung und in Deutschland ist in Teilen der Bevölkerung verloren gegangen.

Mit diesem Magazin wollen wir einen anderen Blick wagen, neue Perspektiven für Sie öffnen, in der Dunkelheit nach Licht suchen. Lassen Sie uns die aktuellen Krisen und Konflikte vor unserer Haustür und in aller Welt als Chance begreifen für ein Umdenken. Wir sollten uns nicht lähmen lassen angesichts der vielen bedrückenden Nachrichten. Deutschland steht besser da, als es sich für Sie und mich derzeit vielleicht anfühlen mag.

Profiteure in der Krise

Gehen wir nochmals einen Schritt zurück: Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine richtete die deutsche Regierung den politischen Kompass anders aus. In der Zeitenwende-Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar 2022 manifestierte sich der neue Kurs der Bundesregierung: keine Abhängigkeit mehr bei Energie von anderen Ländern, eine bessere Ausstattung der Bundeswehr und eine Neuausrichtung der Sicherheitspolitik.

Waffen in ein Kriegsgebiet zu liefern, nämlich in die Ukraine, war plötzlich möglich geworden, ja politisch gewollt. Erst zögerlich – wir erinnern uns alle an die hilflose Geste der damaligen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bei der Übergabe von 5.000 Soldatenhelmen an die ukrainische Armee –, dann immer entschlossener. Zusammen mit den USA gilt Deutschland nach dem Wert der gelieferten Waffen und Finanzhilfen für militärische Zwecke als größter Unterstützer der Ukraine. Das geht aus dem Ukraine Support Tracker des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hervor.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung unterstützt den Kurs zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Auch die Debatte über die Bundeswehr hat sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs gedreht, Sicherheitsausgaben gelten nun als richtig und wichtig. Kritik gibt es inzwischen eher daran, dass das Umsteuern zu langsam geht, die Zeitenwende in der Praxis zu lange auf sich warten lässt.

Die Bundeswehr gut zu finden, scheint inzwischen kein Problem mehr. Verteidigungsminister Boris Pistorius gilt als beliebtester deutscher Politiker. Seine Aussage, dass Deutschland „kriegstüchtig“ werden müsse, hat seinem Ansehen in der deutschen Bevölkerung quasi nicht geschadet. Im Gegenteil: Militärhistoriker Sönke Neitzel stimmt Pistorius nicht nur zu, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ attestiert er den Deutschen einen pazifistischen Selbstbetrug.

Tatsächlich ist Deutschland militärisch stärker aufgestellt, als es sich anfühlt. Das Bonn International Centre for Conflict Studies erklärte kürzlich, dass die Bundeswehr auf Augenhöhe mit den Armeen Frankreichs und Großbritanniens sei. Die Konfliktforscher stellten fest, dass die Hauptwaffensysteme teils sogar moderner seien als bei den genannten beiden NATO-Partnern.

Während die deutsche Regierung bei vielen Themen derzeit – nennen wir es mal – eine unglückliche Figur abgibt und Marketingprofis angesichts der Außendarstellung der Ampel die Hände über dem Kopf zusammenschlagen dürften, ist es die Arbeit vieler Menschen in Forschung und Entwicklung, die sich nun als zukunftsweisend herausstellt. Auf diese positiven Veränderungen im Verborgenen wollen wir jetzt mit Ihnen ein Schlaglicht werfen.

Moral und Methode

Die Frage, die am Ende bleibt, ist die nach der Moral: Ist es moralisch vertretbar, Panzer in ein Kriegsgebiet zu liefern? Ist es moralisch vertretbar, Innovationen in der Waffenindustrie gut zu finden? Ist es moralisch vertretbar, mit einem Investment in Aktien von Rüstungskonzernen Geld zu verdienen?

Einfache Antworten auf derlei Fragen sind kaum möglich, auch und gerade in diesen komplizierten Zeiten. Widmen Sie sich dieser – zugegebenermaßen – stellenweise emotional anspruchsvollen Debatte. Möglicherweise helfen unsere Ausführungen bei Ihrer Suche nach der einen oder anderen Antwort – und eröffnen Ihnen eine neue Perspektive auf Deutschland und die Welt.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünsche ich Ihnen,

Markus Gentner

Chefredakteur der Deutschen Wirtschaftsnachrichten

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