Wirtschaft

Russlands Kriegswirtschaft: Putin geht das Geld nicht aus

Russlands Wirtschaft wächst weiterhin, ist aber stark von der der Kriegsproduktion abhängig. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius glaubt sogar schon, die ersten Anzeichen von russischen Überkapazitäten zu erkennen.
25.04.2024 06:56
Aktualisiert: 27.04.2024 06:56
Lesezeit: 1 min
Russlands Kriegswirtschaft: Putin geht das Geld nicht aus
Russlands Rüstungsindutrie floriert und beschert der Gesamtwirtschaft ein solides Wachstum. (Foto: dpa) Foto: Maxim Shipenkov

Russlands Kriegswirtschaft wird laut der Prognose einer Wiener Denkfabrik dieses Jahr um 2,8 Prozent zulegen und nächstes Jahr mit 2,5 Prozent etwas langsamer expandieren. Präsident Wladimir Putin könne in dieser Boomphase auf sprudelnde Steuereinnahmen zurückgreifen, sagte Vasily Astrov vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) am Mittwoch.

Russische Wirtschaft abhängig vom Krieg

„Putin wird das Geld für den Krieg nicht ausgehen“, meinte der Russland-Experte. „Für die russische Wirtschaft stellt sich eher die Frage, was nach dem Krieg kommt, da sie momentan vollkommen von ihm abhängig ist“, sagte Astrov.

Wegen des Fachkräftemangels und der staatlich gesteuerten Kriegswirtschaft seien die Reallöhne voriges Jahr um fast 8 Prozent gestiegen, während sich der private Konsum um 6,5 Prozent erhöht habe, hieß es in dem Bericht des auf das östliche Europa spezialisierten Instituts. Das Bruttoinlandsprodukt hat 2023 um 3,6 Prozent zugelegt.

Für die Ukraine erwartet das WIIW dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, nach 5,3 Prozent im Vorjahr. Doch die fehlende Flugabwehr in der Ukraine werde immer mehr zum ökonomischen Problem, weil die Energieversorgung und wichtige Industriebetriebe immer öfter getroffen würden. „Letztlich steht und fällt alles mit ausreichender und rechtzeitiger Militär- und Finanzhilfe durch den Westen“, sagte Studienautorin Olga Pindyuk. Allein dieses Jahr klaffe in der Ukraine in diesem Bereich eine Finanzierungslücke von 40 Milliarden US-Dollar.

Pistorius: Russlands Rüstungsproduktion füllt bereits die Depots

Russland produziert nach Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bereits Waffen und Munition über den Bedarf für den Angriffskrieg gegen die Ukraine hinaus. Registriert werde, wie mit steigenden Rüstungsausgaben und einer Anordnung der Kriegswirtschaft „ein großer Teil oder ein Teil dessen, was neu produziert wird, gar nicht mehr an die Front geht, sondern in den Depots landet“, sagte Pistorius am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“. Er warnte zugleich vor weiteren militärischen Ambitionen von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 09: Die wichtigsten Analysen der Woche
27.02.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 09 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Politik
Politik Afghanistan-Pakistan-Krieg: Gefechte zwischen Pakistan und Taliban – China zeigt sich besorgt
27.02.2026

Beginnt gerade ein Afghanistan-Pakistan-Krieg? Gefechte zwischen Pakistan und den Taliban in Afghanistan spitzen sich dramatisch zu,...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Treffen in Abu Dhabi: Sicherheitsfragen und Wirtschaft im Fokus
27.02.2026

Ein weiteres Ukraine-Treffen steht bevor – und die Erwartungen sind hoch. Während die USA auf Fortschritte drängen, fordert Kiew...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitslosenzahl sinkt leicht: Niveau bleibt hoch und über Drei-Millionen-Schwelle
27.02.2026

Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahl sorgt für neue Diskussionen über die Stabilität des deutschen Arbeitsmarkts. Zwar zeigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Privatinsolvenzen steigen weiter deutlich an – 2026 neuer Höchststand erwartet
27.02.2026

Steigende Lebenshaltungskosten, wachsende Unsicherheit und immer mehr finanzielle Engpässe: In Deutschland geraten zunehmend Haushalte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekonzern VNG: EU-Methanregeln setzen Gasimporteure unter Druck
27.02.2026

Die EU-Methanregeln verschärfen den Druck auf Europas Energiemarkt. Während Brüssel strengere Vorgaben für Methanemissionen durchsetzt,...

DWN
Finanzen
Finanzen BASF-Aktie: Ludwigshafener Chemiekonzern bleibt für 2026 vorsichtig – BASF-Zahlen überzeugen nicht
27.02.2026

Die endgültigen BASF-Quartalszahlen überzeugen die Anleger nicht. Der weltgrößte Chemiekonzern hat eine vorsichtige Prognose...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne laut Umfragen dicht hinter der CDU – und die AfD?
27.02.2026

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg verdichten sich die Hinweise auf ein überraschend enges Rennen zwischen CDU und...