Unternehmen

Tesla-Gerichtsurteil: Baumhäuser im Camp gegen Tesla dürfen vorerst stehenbleiben

Die Baumhäuser im Protestcamp gegen die Expansionsabsichten des US-Autobauers Tesla in Grünheide dürfen vorerst bestehen bleiben. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg wies am Donnerstag eine Beschwerde der Brandenburger Polizei als Versammlungsbehörde zurück.
16.05.2024 14:01
Lesezeit: 1 min

Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte zuvor zugunsten des Protestcamps entschieden. Eine Räumung des Camps in unmittelbarer Nähe des einzigen europäischen Autowerks von Tesla-Firmenchef Elon Musk ist somit vorerst nicht möglich. Der Beschluss des OVG ist endgültig und nicht anfechtbar.

Die Auflagen der Polizei umfassten neben dem Abbau der Baumhäuser ein striktes Betretungsverbot für die Gebäude im gesamten Camp. Die Aktivisten lehnten dies ab und legten mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Einspruch gegen die Auflagen ein. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte Mitte März festgestellt, dass die Auflagen der Polizei den grundrechtlichen Schutz der Versammlungsfreiheit nicht ausreichend berücksichtigen. Die Brandenburger Polizei legte daraufhin Beschwerde beim OVG Berlin-Brandenburg ein.

Auch im zweiten Versuch konnte das Polizeipräsidium seine Sicherheitsbedenken nicht ausreichend belegen, erklärte ein Sprecher des OVG die Entscheidung. Zusätzlich konnten Fehler bei der Erlassung der Auflagen nicht korrigiert werden. Ob das Camp nach dem 20. Mai weiterhin in dieser Form bestehen bleiben darf, wurde vom OVG nicht entschieden. Ursprünglich war die Waldbesetzung bis zum 20. Mai angemeldet. Eine Verlängerung des Protests wurde jedoch bereits beantragt, wie eine Sprecherin der Initiative "Tesla stoppen" mitteilte.

Seit Ende Februar besetzen Aktivisten einen Teil des Landeswaldes nahe der Fabrik des E-Autoherstellers in der Nähe von Berlin. Sie errichteten auch Baumhäuser. Ihr Ziel ist es, die Rodung des Waldstücks im Rahmen der geplanten Erweiterung des Geländes samt Güterbahnhof zu verhindern.

Die Polizei begründete die Aufforderung zum Rückbau der Baumhäuser mit einem hohen Sicherheitsrisiko für die Menschen im Camp. Die Aktivisten lehnten dies ab, da die Baumhäuser ein wesentlicher Bestandteil ihres Protests seien. Gegen die Erweiterung des Tesla-Werks gibt es seit Langem teils heftigen Widerstand. Letzte Woche versuchten Aktivisten sogar, das Werksgelände zu stürmen.

Am Donnerstag sollen die Gemeindevertreter in Grünheide über eine überarbeitete Version der Expansionspläne abstimmen. Eine Mehrheit der Bürger von Grünheide hatte sich in einer Bürgerbefragung gegen die ursprünglichen Expansionspläne von Tesla ausgesprochen. Wenn die Vertreter am Donnerstag für die überarbeiteten Pläne stimmen, planen die Aktivisten, ihren Protest fortzusetzen.

Das Camp wurde von den Aktivisten wie eine politische Versammlung angemeldet. Solche Veranstaltungen unterliegen dem Versammlungsrecht und müssen nicht gesondert von der Polizei genehmigt werden. Allerdings können sie unter bestimmten Bedingungen verboten oder mit Auflagen versehen werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
19.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW ID. Buzz im Test: Übernachten im Elektroauto wird zum Geduldsspiel
19.10.2026

Im Elektroauto schlafen, morgens Kaffee kochen und dabei unabhängig vom Campingplatz bleiben. Der neue Campingmodus des VW ID. Buzz soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Was wäre, wenn ich statt des S&P 500 einfach seine Mutter kaufen würde?
19.10.2026

Ohne das Unternehmen S&P Global könnten die Finanzmärkte nur schwer funktionieren. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr jedoch auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
19.10.2026

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Anthropic: Milliardenverluste, Millionengehälter und ein gigantischer Börsenplan
19.10.2026

18 Millionen Dollar Vergütung für den Chef, fast 42 Milliarden Dollar Verlust für das Unternehmen: Beim KI-Entwickler Anthropic liegen...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
19.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...