Unternehmen

Randstad-Studie: Wer ist Deutschlands beliebtester Arbeitgeber?

Wo arbeiten Deutschlands Beschäftigte am liebsten – und warum? In einer Studie ermittelte der Personaldienstleister Randstad Deutschlands beliebteste Arbeitgeber des Jahres. Der Vorjahressieger sackt auf den dritten Platz ab – und der damalige Neunte grüßt nun von der Spitze.
06.06.2024 13:00
Lesezeit: 2 min
Randstad-Studie: Wer ist Deutschlands beliebtester Arbeitgeber?
Der Personaldienstleister Randstad befragte für die Studie zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland rund 4300 Menschen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Was müssen Arbeitgeber ihrer Belegschaft bieten, um attraktiv zu sein – und es auch zu bleiben?

Angesichts von Krieg, Krisen, einer Pandemie und gestiegenen Firmenpleiten in den vergangenen Jahren vor allem eins: einen sicheren Arbeitsplatz. Doch der Wind hat sich gedreht, mittlerweile sind ein gutes Gehalt und weitere Benefits wieder die wichtigsten Kriterien für Arbeitnehmer, einen Arbeitgeber zu bevorzugen. Das zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Randstad. „Nachdem das Sicherheitsbedürfnis durch die Krisen der vergangenen Jahre zunächst an Bedeutung gewonnen hat, ist jetzt angesichts höherer Lebenshaltungskosten und Inflation die Bezahlung wieder wichtiger geworden“, sagt Richard Jager, CEO von Randstad Deutschland. Auf dem dritten Platz der entscheidenden Kriterien rangiert eine angenehme Arbeitsatmosphäre, gefolgt von einer ausgewogenen Work-Life-Balance und finanzieller Stabilität des Unternehmens.

Die Studie soll die Kernfrage beantworten, für welche Unternehmen Menschen arbeiten wollen – und warum. Randstad beauftragt zur Klärung dieser Frage schon seit 24 Jahren unabhängige Institute. Die wiederum befragen mittlerweile über 170.000 Menschen aus 6000 Unternehmen und aus 32 Ländern. Aus Deutschland nahmen im Januar rund 4300 Arbeitnehmer an der Umfrage teil.

Allerdings klaffe bei den angegebenen Kriterien für einen guten Arbeitgeber noch immer oft eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Zwar könnten die Arbeitgeber oft mit Jobsicherheit, günstiger Lage oder finanzieller Stabilität punkten. „Aber gerade im Bereich Gehalt ist noch viel Luft nach oben“, sagt CEO Jager. „Und auch, wenn es um die Work-Life-Balance geht, fühlen sich Beschäftigte nicht genug wertgeschätzt.“ Hier müssten Unternehmen nachlegen, um auf dem angespannten Arbeitsmarkt Talente langfristig zu binden.

Die jährliche Randstad-Studie zeigt allerdings auch, welche Arbeitgeber die Kriterien der Beschäftigten am ehesten Erfüllen.

Die Top-3-Arbeitgeber Deutschland: Die Fraunhofer-Gesellschaft, Audi und Siemens.

„Sie überzeugen nicht nur mit gutem Gehalt, finanzieller Stabilität und einem guten Ruf, sondern bieten auch spannende Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeitenden“, sagt Jager. Die Fraunhofer-Gesellschaft rangierte im vergangenen Jahr noch auf dem neunten Platz des Rankings, nun aber muss der Vorjahressieger Siemens den Thron räumen und sich mit dem dritten Platz begnügen. Laut der Studienautoren konnte die Fraunhofer-Gesellschaft in diesem Jahr vor allem mit attraktiver Bezahlung und Benefits punkten. Der zweitplatzierte Autokonzern Audi verbesserte sich ebenfalls nach einem fünften Platz im Vorjahr. Bei allen Arbeitgebern auf dem Siegertreppchen habe auch ihr hervorragender Ruf maßgeblich zu der hohen Platzierung beigetragen.

Drei Autokonzerne in den Top Fünf

Außerdem in den Top Ten: Porsche, Daimler, BMW, die Airbus-Group, Boehringer Ingelheim, Schott und Bosch. Allerdings mussten auch einige Unternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr die Spitzenplätze räumen: ZF Friedrichshafen, B. Braun Melsungen, SAP und Mahle rutschten ab.

Die Automobilbranche bleibt laut der Studie insgesamt der attraktivste Wirtschaftszweig. Immerhin kommen drei der fünf bestbewerteten Unternehmen aus der Branche. Allerdings habe die Pharmaindustrie den Spitzenplatz in diesem Jahr nur knapp verfehlt und im Vergleich zum Vorjahr wesentlich besser abgeschnitten. Ebenfalls attraktiv für die Arbeitnehmer: der Maschinenbau.

Mehr als jeder Fünfte plant einen Jobwechsel

Die Studie zeigt auch, dass die Deutschen mehr und mehr bereit sind, für einen attraktiveren Job ihren Arbeitgeber zu wechseln: 17 Prozent der Teilnehmer hatten zum Zeitpunkt der Befragung in den vergangenen sechs Monaten ihren Arbeitgeber gewechselt. Mehr als jeder Fünfte plante es für die kommenden sechs Monate noch. Gewechselt wird vor allem, um ein höheres Gehalt wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten zu erzielen. Allerdings versprechen sich viele Wechselwillige dadurch auch eine bessere Work-Life-Balance und Karrierechancen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

DWN
Politik
Politik US-Politikwissenschaftler: Der Schwerpunkt der NATO verlagert sich nach Osten, nur Europa hat das noch nicht begriffen
24.05.2026

Die NATO verändert ihre innere Geografie und Polen rückt ins Zentrum der europäischen Sicherheit. Dahinter steht das Ende eines...

DWN
Panorama
Panorama Elon Musk als Technokönig: Warum Muskismus mehr ist als Tesla und SpaceX
24.05.2026

Elon Musk ist längst mehr als ein Unternehmer. Eine neue Analyse beschreibt Muskismus als Projekt, das Technologie, Macht und...

DWN
Technologie
Technologie Handynutzung: Prepaid-Handys kommen in Deutschland aus der Mode
24.05.2026

Wie viele Minuten waren das? Wer früher bei der Handynutzung sparsam sein wollte, der hielt Telefonate kurz. Prepaid-Karten konnten...

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...