Wirtschaft

Rückschlag für die deutsche Wirtschaft: Der deutsche Export schwächelt

Im Mai 2024 ging der Wert der deutschen Exporte kalender- und saisonbereinigt um 3,6 Prozent zurück, besonders nach China sank der Export dramatisch um 10,2 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss stieg zwar auf 24,9 Milliarden Euro, jedoch kritisieren Exporteure die Regierung für unzureichende Exportförderung und hohe Bürokratie.
08.07.2024 15:02
Aktualisiert: 08.07.2024 15:02
Lesezeit: 1 min

Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer hat sich der deutsche Außenhandel im Mai schwach entwickelt. Im Vergleich zum Vormonat April ging der Wert der ausgeführten Waren kalender- und saisonbereinigt um 3,6 Prozent auf 131,6 Milliarden Euro zurück, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Vor allem nach China wurde wesentlich weniger exportiert. Die Importe schwächelten mit einem Rückgang um 6,6 Prozent auf 106,7 Milliarden Euro noch etwas deutlicher.

Der Außenhandelsüberschuss betrug damit im Mai 24,9 Milliarden Euro nach 22,2 Milliarden Euro im April. Bereits im vergangenen Jahr hatte die deutsche Exportindustrie die Schwäche des Welthandels und die Folgen geopolitischer Krisen zu spüren bekommen.

Exporteure sprechen von „dramatischem Einbruch“

Der Außenhandelsverband BGA spricht von einem dramatischen Einbruch, der hausgemacht sei. „Regulierungen und Berichtspflichten sind Deutschlands Regierung nach wie vor wichtiger als die Exportförderung“, kritisiert BGA-Präsident Dirk Jandura. Die EU-Kommission müsse unter deutscher Führung den Ausbau der Freihandelsabkommen zur Priorität machen.

Export-Einbruch im China-Geschäft

Innerhalb der EU war der Export mit einem Rückgang um 2,5 Prozent noch vergleichsweise stabil. Auch die Exporte in den wichtigsten Einzelmarkt USA gingen nur um 2,9 Prozent zurück. Einen Einbruch gab es in Richtung China mit einem Rückgang um 10,2 Prozent. Gleichzeitig kletterten die Einfuhren aus dem Reich der Mitte um 1,7 Prozent. Aus den USA kamen 4,6 Prozent mehr Importe. Aus Europa importierte die deutsche Volkswirtschaft hingegen 8,9 Prozent weniger.

Bei den Exporten sei bei weitem kein Sommermärchen erkennbar, sagt Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. „Die anziehende Weltkonjunktur kommt nicht bei der deutschen Exportindustrie an.“ Gründe seien nicht nur geopolitische Unsicherheiten und Handelshemmnisse. Auch hohe Bürokratie- und Kostenbelastung nagten an der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Nach Einschätzung der VP-Bank können die Unternehmen aber immer noch vom Auftragspolster aus der Corona-Zeit zehren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eli Lilly-Aktie: Dieser Wirkstoff könnte den Milliardenmarkt neu ordnen
23.03.2026

Ein neuer Wirkstoff von Eli Lilly sorgt für Unruhe im globalen Pharmamarkt. Retatrutid liefert Ergebnisse, die bisherige Medikamente klar...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Energiepreise: Weltwirtschaft steuert auf Rezession zu
23.03.2026

Die zunehmenden Verwerfungen im Energiesektor infolge des Iran-Kriegs belasten bereits Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte und...

DWN
Politik
Politik SPD in der Krise: Führung bleibt – Merz bremst Reformen
23.03.2026

Die SPD kämpft nach Rückschlägen um Stabilität, während Kanzler Merz vor übereilten Entscheidungen warnt. Reformen stehen an, doch...

DWN
Politik
Politik Trump will gigantischen Milliardenbetrag für den Krieg in Iran fordern
23.03.2026

Die Kosten für den Krieg gegen Iran steigen rasant. Nun will Donald Trump weitere 200 Milliarden Dollar vom Kongress fordern. Die Debatte...

DWN
Finanzen
Finanzen Volatile Siemens Energy-Aktie: Kurssprung nach schwachem Start – was Anleger jetzt wissen müssen
23.03.2026

Ein turbulenter Handelstag bringt die Siemens Energy-Aktie erneut in den Fokus. Zwischen Kursverlusten und kräftiger Erholung schwankt der...

DWN
Politik
Politik Von der Leyen will Wege finden, Ukraine-Kredit trotz Ungarn auszuzahlen
23.03.2026

Die EU sucht nach Lösungen, um die zugesagten 90 Milliarden Euro an die Ukraine auszuzahlen, obwohl Ungarn weiterhin blockiert.

DWN
Panorama
Panorama Hybride Angriffe: Kein Strom, kein Geld, kein Arzt – was Menschen Sorgen bereitet und was hilft
23.03.2026

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen rechnet mit schweren Krisen durch hybride Angriffe. Dennoch fühlen sich nur 15 Prozent der Haushalte...

DWN
Politik
Politik Ukraine im Schatten des Iran-Kriegs: Droht ein strategischer Nachteil?
23.03.2026

Der Ukraine-Krieg gerät zunehmend aus dem Fokus der Weltpolitik, während der Iran-Krieg neue Prioritäten setzt. Droht der Ukraine...