Unternehmen

Cybersicherheit: Neue Cyber-Resilienz-Vorschriften fordern Mittelständler heraus

Ab Oktober 2024 treffen neue Gesetze 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Experten mahnen zur Eile: Viele Firmen unterschätzen den Handlungsbedarf und sind unvorbereitet.
10.07.2024 12:06
Aktualisiert: 10.07.2024 12:06
Lesezeit: 1 min
Cybersicherheit: Neue Cyber-Resilienz-Vorschriften fordern Mittelständler heraus
Die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe auf Unternehmen stellt sie vor Herausforderungen (Foto: dpa). Foto: Lino Mirgeler

Ab Oktober 2024 wird das Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz in Kraft treten. Das Sicherheitsunternehmen Horizon3.ai warnt, dass die deutsche Wirtschaft dringend Maßnahmen zur Cyber-Resilienz ergreifen muss.

Dennis Weyel, International Technical Director für Europa bei Horizon3.ai, schätzt, dass rund 30.000 Unternehmen betroffen sein werden. „Die Zeit drängt“, betont Weyel, da der Starttermin näher rückt.

Breite Betroffenheit des Mittelstands

Entgegen weitverbreiteter Annahmen gilt die neue Richtlinie nicht nur für Betreiber kritischer Infrastrukturen, sondern für etwa 40 Prozent aller Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern in Deutschland. „Viele Mittelständler glauben fälschlicherweise, dass sie nicht betroffen sind“, sagt Weyel.

Tatsächlich betrifft die Richtlinie auch Zulieferer und Dienstleister in zahlreichen Branchen wie Energie, Finanzwesen, Gesundheitswesen und Transport.

Erhebliche Herausforderungen

Weyel sieht große Herausforderungen auf die mittelständischen Unternehmen zukommen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Diese umfassen Risikobewertungen, Sicherheitsvorfälle, Kryptografie, IT-Sicherheitstrainings und vieles mehr.

Eine Umfrage unter 300 Unternehmen ergab, dass nur 20 Prozent bereits Maßnahmen ergriffen haben, um den Anforderungen gerecht zu werden. Ein weiteres Viertel plant entsprechende Schritte, während 43 Prozent der Firmen keinen Handlungsbedarf sehen oder die neuen Anforderungen nicht kennen.

Regelmäßige Penetrationstests

Weyel empfiehlt daher regelmäßige Penetrationstests, auch Pentests genannt, um die eigene IT-Infrastruktur auf Schwachstellen zu überprüfen. „Es gibt wohl keinen besseren Weg als eine umfassende Attacke auf das eigene Netzwerk, um dessen Widerstandsfähigkeit in der Praxis zu überprüfen“, erklärt Weyel. Horizon3.ai bietet mit NodeZero eine Cloud-Plattform an, die solche Tests kostengünstig und effektiv ermöglicht.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an qualifizierten Pentesting-Experten. Unternehmen suchen daher nach autonomen Lösungen, wie der von Horizon3.ai angebotenen Plattform NodeZero, die regelmäßige Selbsttests ermöglicht und konkrete Hinweise zur Behebung von Sicherheitslücken gibt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

avtor1
Farhad Salmanian

Zum Autor:

Farhad Salmanian arbeitet bei den DWN als Online-Redakteur. Er widmet sich den Ressorts Politik und Wirtschaft Deutschlands sowie der EU. Er war bereits unter anderem für die Sender BBC und Radio Free Europe tätig und bringt mehrsprachige Rundfunkexpertise sowie vertiefte Kenntnisse in Analyse, Medienbeobachtung und Recherche mit.

DWN
Immobilien
Immobilien Kostenexplosion am Bau: Neubaupreise ziehen drastisch an
10.07.2026

Egal ob Dachdecker, Betonarbeiten oder die neue Heizung: Wer derzeit ein Haus baut, sieht sich mit massiven Kostensteigerungen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Atempause bei der Inflation: Tankrabatt und Ölpreis drücken Teuerungsrate im Juni
10.07.2026

Die Inflation in Deutschland hat im vergangenen Monat spürbar an Fahrt verloren. Hauptverantwortlich für diese Entlastung waren ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie in der Krise: Aufsichtsrat lässt Kernfragen offen
10.07.2026

Nach der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung bei VW herrscht weiterhin Ungewissheit über das genaue Ausmaß der drohenden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kahlschlag in Erfurt: Sozialplan besiegelt das Aus für 2.100 Zalando-Beschäftigte
10.07.2026

Das bittere Ende für das Erfurter Zalando-Logistikzentrum ist beschlossene Sache: Ein millionenschwerer Sozialplan regelt nun die...

DWN
Politik
Politik Riegel vor die Abo-Falle: EuGH stärkt Verbraucher gegen Streaming-Riesen
10.07.2026

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat das Widerrufsrecht bei digitalen Streaming-Abos massiv gestärkt. Die Richter stellten klar, dass...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Verpackungsverordnung: Der grüne Papierkrieg erreicht die Lieferketten
10.07.2026

Europa will Verpackungen nachhaltiger machen, doch für viele Unternehmen beginnt erst einmal ein Bürokratie-Marathon. Ab August brauchen...

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
09.07.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Export: Warum der Westen an billigen Waren aus China erstickt
09.07.2026

China produziert mehr, als die eigene Bevölkerung kaufen kann, und drückt immer aggressiver auf die Weltmärkte. Für Europa wird diese...