Unternehmen

Studie zu Fimengründungen: Großes Interesse bei jungen Deutschen, aber zu viele Barrieren

Eine repräsentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass bei vielen jungen Deutschen erstaunlich großes Interesse an Unternehmensgründungen besteht. Ob es dann in der Praxis auch dazu kommt, ist allerdings eine andere Frage.
12.07.2024 05:41
Aktualisiert: 12.07.2024 06:08
Lesezeit: 2 min
Studie zu Fimengründungen: Großes Interesse bei jungen Deutschen, aber zu viele Barrieren
Eine neue Studie sieht großes Potential für Firmengründungen in der jungen Altersgruppe, oftmals hapert es aber an der Mentalität (Bild: iStockphoto.com/Wasan Tia). Foto: Wasan Tita

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist einer Umfrage zufolge für 40 Prozent der jungen Menschen in Deutschland vorstellbar. Elf Prozent der bundesweit befragten 14- bis 25-Jährigen geben an, eine Gründung schon fest einzuplanen und 29 Prozent sagen, sie seien noch nicht ganz sicher. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Ein Drittel der knapp 1.700 Befragten antwortet auf die Frage, ob eine Gründung bis zum 30. Geburtstag für sie denkbar sei, dass sie sich das derzeit eher nicht vorstellen können, diese aber auch nicht ausschließen. Die Studie wurde im Juni 2023 sowie zwischen dem 23. Februar und 24. März 2024 durchgeführt. Für gut ein Viertel ist eine Rolle als Gründer oder Gründerin demnach keine Option. In der jungen Generation stecke Potenzial für mehr Gründungsaktivität in Deutschland, bilanzierte die Stiftung in Gütersloh. Um dieses zu heben, müssten Barrieren abgebaut werden.

Unternehmerisches Denken unterentwickelt?

Die Analyse geht davon aus, dass Unsicherheit, Stress und fehlendes Wissen viele junge Menschen an der Gründung eines Unternehmens hindern. Es sei wichtig, unternehmerisches Denken und Handeln früher zu fördern - schon in der Schulzeit etwa über Workshops. Es zeige sich zudem: Eine Firmengründung planen männliche Jugendliche häufiger als weibliche Jugendliche. Und in den Großstädten ist das Interesse höher als in Orten mit maximal 5.000 Einwohnern.

Dass 40 Prozent Interesse an einer Betriebsgründung zeigen, sei zwar zunächst eine gute Nachricht. Tatsächlich dürften diesen Schritt aber viel weniger junge Leute wirklich gehen, hieß es. So habe 2023 in Deutschland nur knapp jede sechste Person zwischen 18 und 24 Jahren ein Unternehmen gegründet.

Fehlendes Sebstvertrauen und Wissensdefizite

Bei Befragten, die sich eine Gründerrolle nicht vorstellen können, führt dies etwa ein Viertel auf fehlendes Zutrauen in die eigenen Kompetenzen und eine damit verbundene Unsicherheit zurück. Etwa jede fünfte Person bezweifelt, über das nötige Wissen zu verfügen. Aus Sicht der Stiftung müssten Infos über Unternehmens-Gründungen zielgerichtet an junge Menschen gelangen, vor allem über Social-Media-Kanäle.

Und: „Ein leichterer Zugang zu Startkapital wäre hilfreich für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer. Mehr Gründungsstipendien, günstigere Kredite sowie auf junge Menschen spezialisierte Gründerfonds können dazu beitragen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Politik
Politik Bundesregierung sucht Erfolgsgeschichten: Klingbeils schwierige Mission
04.10.2026

Lars Klingbeil will zeigen, dass die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung inzwischen auf Baustellen oder in der Forschung...

DWN
Panorama
Panorama In Polen wächst die Zahl der Ultrareichen weltweit am schnellsten. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?
04.10.2026

In keinem anderen untersuchten Land ist die Zahl der Ultrareichen zuletzt so stark gestiegen wie in Polen. Dahinter stehen ein stärkerer...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Geleakter Prospekt enthüllt die Milliardenrisiken hinter Claude
03.10.2026

Anthropic gilt als einer der heißesten Kandidaten für den nächsten großen KI-Börsengang. Doch ein geleakter Prospekt zeigt, welchen...

DWN
Panorama
Panorama Notstromversorgung: Warum ein Generator im Ernstfall nicht reicht
03.10.2026

Ein Stromausfall von wenigen Minuten ist lästig. Dauert er mehrere Tage, kann er für Unternehmen existenzbedrohend werden. Erfahrungen...

DWN
Immobilien
Immobilien Hitzeschutz: So bewahren Sie auch ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf 
03.10.2026

Deutschland hat einen der heißesten Sommer hinter sich - und es wird nicht der letzte gewesen sein. Um sich in Gegenwart und Zukunft gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
03.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI und Arbeitsmarkt: Der Effizienzboom könnte den Fachkräftemangel verschärfen
03.10.2026

Künstliche Intelligenz macht Unternehmen schneller und produktiver. Doch ausgerechnet junge Berufseinsteiger könnten dafür einen hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wann lag die Inflation im Euroraum zuletzt bei vier Prozent?
03.10.2026

Zehn Wendepunkte zeigen, wie schnell eine Krise die Inflation nach oben treiben kann und wie langsam sich die Preise anschließend wieder...