Finanzen

EZB nach Stresstest: Banken haben Verbesserungsbedarf bei Cyber-Angriffen

Seit der Finanzkrise 2008 wird genauer hingeschaut bei den Banken. Im Euroraum müssen sich die Institute nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank stärker für die Bewältigung von Cyber-Angriffen rüsten.
26.07.2024 14:04
Aktualisiert: 26.07.2024 14:04
Lesezeit: 1 min
EZB nach Stresstest: Banken haben Verbesserungsbedarf bei Cyber-Angriffen
Nicht alle Banken sind gut genug abgesichert: Das ist das Ergebnis eines EZB-Stresstests. (Foto: dpa) Foto: Frank Rumpenhorst

Wie gut sind die großen Banken im Euroraum gegen Angriffe auf ihre IT-Systeme gewappnet? Wie schnell sind sie im Ernstfall in der Lage, Cyber-Attacken abzuwehren? Die EZB sieht noch Luft nach oben. Die Banken im Euroraum müssen sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank stärker für die Bewältigung von Cyber-Angriffen rüsten. In einem Stresstest-Szenario hatte die EZB getestet, wie die Geldhäuser auf Hacker-Attacken reagieren und wie sie danach ihren Geschäftsbetrieb wieder hochfahren können.

„Insgesamt hat der Stresstest gezeigt, dass die Banken über Reaktions- und Wiederherstellungsrahmen verfügen, in manchen Bereichen aber noch Verbesserungsbedarf besteht“, teilte die Notenbank in Frankfurt mit. Details dazu wurden nicht genannt. Die nun im Stresstest gewonnenen Ergebnisse sollen in die jährliche Bankenprüfung einfließen. Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die führenden Banken im Euroraum direkt. An dem Cyber-Stresstest waren 109 direkt von der EZB beaufsichtigte Banken beteiligt, 28 Institute wurden umfangreicher getestet.

Gewaltige Datenmengen in IT-Systemen von Banken locken Kriminelle an

Die Untersuchung der EZB startete im Januar 2024 und basierte auf einem fiktiven Stresstestszenario, in dem alle präventiven Maßnahmen versagen und die Datenbanken der Kernsysteme der jeweiligen Bank stark von einem Cyber-Angriff betroffen sind. Bei dem Stresstest ging es laut EZB vor allem darum, wie die Banken auf einen Cyber-Angriff reagieren und sich davon erholen, und nicht darum, wie sie ihn verhindern.

Die gewaltigen Datenmengen in den IT-Systemen von Banken locken immer wieder Kriminelle an. Die EZB-Aufsicht hat nach früheren Angaben zuletzt mehr Cyber-Angriffe als vor der Corona-Pandemie registriert. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 prüfen Aufseher mit Stresstests regelmäßig, wie anfällig die Geschäftsmodelle von Banken im Krisenfall wären. Sie müssen Szenarien durchrechnen und belegen, dass sie auch unter widrigen Umständen – einem Wirtschaftseinbruch, einem Absturz der Immobilienpreise oder steigenden Kreditausfällen – genug Kapital hätten, um ihr Geschäft fortzuführen. Ist das nicht der Fall, verlangt die Aufsicht dickere Kapitalpuffer.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Billionär Musk sieht SpaceX-Debüt abheben und holt den Titel
12.06.2026

Ein historischer Handelstag an der Wall Street voller Rekorde und geopolitischer Wendepunkte.

DWN
Politik
Politik Ukraine bald EU-Mitglied? EU beginnt Beitrittsverhandlungen trotz Kriegsstatus
12.06.2026

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der Ukraine. Jetzt kann es endlich losgehen, berichtet die Deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Mitte ist pleite: Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland endet nicht: Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen spürbaren Anstieg...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pandora-Aktie: Die neue Chefin gibt ein ungewöhnliches Eingeständnis ab
12.06.2026

Pandora kämpft mit schwächerem Wachstum, steigenden Kosten und enttäuschenden Märkten. Die neue Chefin Berta de Pablos-Barbier sieht...

DWN
Politik
Politik EU-Stabilitätspakt: Irland erhält Flexibilität bei Energieausgaben
12.06.2026

Mehr Spielraum im Budget: Die EU erweitert die Ausnahme für Verteidigungsausgaben auf den Energiesektor. Damit reagiert Brüssel auf die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Infrastruktur-Finanzierung: Bauindustrie fordert neue Debatte über Pkw-Maut
12.06.2026

Die deutsche Bauindustrie schlägt zur dauerhaften Sanierung des Verkehrsnetzes die Einführung einer Pkw-Maut vor. Durch den Wechsel von...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Jahrhundert-IPO zwischen Musk-Fans und Milliarden-Risiken
12.06.2026

Der gigantische SpaceX-Börsengang elektrisiert die Märkte. Während Institutionelle und Kleinanleger Schlange stehen, um ein Stück vom...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-IPO: Was bedeutet das für ETF-Anleger?
12.06.2026

Mit SpaceX drängt eines der bekanntesten Technologieunternehmen der Welt an die Börse. Die Bewertung sorgt bereits für Diskussionen...