Finanzen

OECD senkt Konjunkturprognose für Deutschland, mehr Schwung in Sicht für nächstes Jahr

Die Industriestaatenorganisation OECD hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland erneut nach unten korrigiert. Für das kommende Jahr rechnen Experten dann mit mehr Schwung für die Wirtschaft, doch es werden weiterhin erhebliche Risiken für die gesamte Weltwirtschaft vorhergesehen - anhaltende geopolitische Spannungen könnten die Inflation erneut anheizen.
25.09.2024 15:18
Aktualisiert: 25.09.2024 15:18
Lesezeit: 1 min
OECD senkt Konjunkturprognose für Deutschland, mehr Schwung in Sicht für nächstes Jahr
Positiv für Weltwirtschaft sind unter anderem die sinkende Inflation, doch die Risiken sind weiterhin erheblich. (Foto: dpa) Foto: SOPA Images

Für die deutsche Wirtschaft erwarten Konjunkturexperten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur noch ein Plus von 0,1 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie aus dem in Paris veröffentlichten Wirtschaftsausblick hervorgeht.

Bereits im Mai hatte die OECD in einem Zwischenbericht ihre Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt. Statt der noch im Februar angenommenen 0,3 Prozent ging sie damals von 0,2 Prozent Zuwachs aus. Für das kommende Jahr rechnet die OECD dann mit mehr Schwung der deutschen Wirtschaft und einem Konjunkturplus von 1,0 Prozent. Im Mai war noch ein Plus von 1,1 Prozent für 2025 erwartet worden.

OECD erwartet stabiles Wachstum der Weltwirtschaft

Weltweit erwartet die OECD in diesem und im kommenden Jahr ein Wachstum von 3,2 Prozent. Im Euroraum geht sie von einem Zuwachs von 0,7 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent aus.

In den USA wird sich das Wachstum der Prognose zufolge verlangsamen, sollte aber durch die Lockerung der Geldpolitik abgefedert werden, heißt es. Für 2024 wird ein US-Wachstum von 2,6 Prozent und für 2025 von 1,6 Prozent prognostiziert. Das Wachstum in China wird sich voraussichtlich auf 4,9 Prozent im Jahr 2024 und 4,5 Prozent im Jahr 2025 abschwächen.

„Die Weltwirtschaft beginnt, die Kurve zu kriegen, mit sinkender Inflation und robustem Handelswachstum“, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. „Um die mittelfristigen Wachstumsaussichten zu verbessern, müssen wir das Tempo der Strukturreformen erhöhen, auch durch eine wettbewerbsfördernde Politik, beispielsweise durch den Abbau regulatorischer Hindernisse in den Dienstleistungs- und Netzsektoren.“

Krisen und Kriege als Risikofaktor

Stabilisierend auf die Wirtschaft wirken sich nach der OECD-Prognose die sinkende Inflation, steigende Einkommen und eine weniger restriktive Geldpolitik in vielen Ländern aus. Es werden aber weiterhin erhebliche Risiken gesehen. Anhaltende geopolitische und handelspolitische Spannungen, etwa aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der sich entwickelnden Konflikte im Nahen Osten, könnten die Inflation erneut anheizen und die globale Wirtschaftstätigkeit beeinträchtigen.

Auch könnte sich das Wachstum aufgrund der Abkühlung auf den Arbeitsmärkten stärker abschwächen als erwartet. Andererseits könnten aber auch anziehende Löhne die Ausgaben ankurbeln und weiter sinkende Ölpreise den Rückgang der Inflation beschleunigen.



Die in Paris ansässige OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile Mitglied.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Wird der XRP-Preis manipuliert? Hinter der Klage der US-Börsenaufsicht deutet sich ein langfristiger Plan von AMT DeFi an

Die Diskussionen rund um die Preisentwicklung von XRP reißen seit Langem nicht ab. Insbesondere nach der Klage der US-Börsenaufsicht...

DWN
Technologie
Technologie AWS EU-Cloud startet: Milliarden-Investition in Brandenburg
15.01.2026

AWS eröffnet eine unabhängige Cloud für Europa und investiert dafür Milliarden in Brandenburg. Das neue Angebot richtet sich vor allem...

DWN
Politik
Politik Trumps Ölpolitik: Widerstand in der US-Ölindustrie wächst
15.01.2026

Die US-Regierung treibt einen energiepolitischen Kurs voran, der in der heimischen Ölindustrie auf wachsenden Widerstand stößt. Doch...

DWN
Technologie
Technologie Reparaturpflicht für Smartphones und Waschmaschinen: Verbraucher profitieren
15.01.2026

Ab diesem Sommer gilt ein Recht auf Reparatur für Smartphones, Waschmaschinen und andere Geräte. Hersteller müssen Reparaturen während...

DWN
Finanzen
Finanzen Ray Dalio warnt: 38 Billionen US-Dollar Schulden und "wirtschaftlicher Herzinfarkt" der USA
15.01.2026

38 Billionen US-Dollar Staatsschulden belasten die USA wie ein Damoklesschwert. Ray Dalio, Gründer des Hedgefonds Bridgewater, warnt vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreis-Rekordhoch: US-Importe und Zollpolitik treiben Preise für Industriemetalle
15.01.2026

Die globalen Rohstoffmärkte geraten zunehmend unter den Einfluss geopolitischer Entscheidungen und strategischer Lagerpolitik. Der...

DWN
Immobilien
Immobilien Studie: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen
15.01.2026

Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zum Albtraum entwickelt, Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Studie des Pestel-Instituts...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geschäftsbericht: Weshalb Glaubwürdigkeit über den Geschäftserfolg entscheidet
15.01.2026

Geschäftsberichte gelten oft als lästige Pflicht. Doch hinter Tabellen und Kennzahlen entscheidet sich, ob Unternehmen glaubwürdig...

DWN
Technologie
Technologie Schranken für anzügliche KI-Bilder bei Musk-Chatbot Grok
15.01.2026

Elon Musks Chatbot Grok sorgte für internationale Empörung, weil Nutzer Frauen und Minderjährige in durchsichtigen Bikinis darstellen...