Technologie
Anzeige

Die Grenzen des externen Flottenmanagement

Das Outsourcing des Flottenmanagements hat viele Vorteile ⇒ Einige Pflichten des Arbeitgebers lassen sich jedoch nicht auslagern
26.09.2024 18:10
Lesezeit: 2 min
Die Grenzen des externen Flottenmanagement
(Bildquelle: pixabay)

Flottenmanagement outsourcen: Vor- und Nachteile

Sei es für Kundenbesuche, Auslieferungen oder andere Bereiche des Geschäftsbetriebs, viele Unternehmen sind auf die Nutzung betrieblich genutzter Fahrzeuge angewiesen. Damit verbunden ist, dass die Fahrzeuge disponiert, gepflegt, gewartet oder repariert werden müssen. Der optimale Betrieb der Fahrzeuge muss jederzeit gewährleistet sein. Unternehmen können sich entscheiden, ob sie das Management ihrer Fahrzeugflotte selbst übernehmen oder an externe Dienstleister auslagern. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich in dieser Frage für das Outsourcing des Flottenmanagements. Das hat viele Vorteile. Jedoch kommt das Outsourcing nicht für jeden Betrieb in Frage. Hinzu kommt, dass bestimmte Pflichten der Arbeitgeber der Praxis nicht ausgelagert werden sollten.

Outsourcing kann Geld und Ressourcen sparen

Eines der wichtigsten Motive, die für das Outsourcing des betrieblichen Flottenmanagements sprechen, ist die Einsparung von Geld und personeller Ressourcen. Durch das Leasing von Fahrzeugen beispielsweise kann die im Betrieb vorhandene Liquidität geschont werden. Dem Leasinggeber kann zugleich das Flottenmanagement inklusive der Wartung der Fahrzeuge übertragen werden. Durch das externe Flottenmanagement wird in der Regel auch sichergestellt, dass alle Fahrzeuge den rechtlichen Erfordernissen entsprechen. Intern lässt sich zudem Geld für eigene Mitarbeiter einsparen, die sich sonst um das betriebliche Flottenmanagement kümmern müssten. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit.

Was praktisch nicht ausgelagert werden kann

Bestimmte unternehmerische Pflichten können beim Flottenmanagement nicht ausgelagert werden. Dazu gehören Verpflichtungen, die sich aus den gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften ergeben.

Die gesetzlich geforderte UVV Prüfung für Pkw sieht beispielsweise vor, dass betrieblich genutzte Fahrzeuge regelmäßig auf ihre Sicherheit geprüft werden. Das kann noch von externen Flottenmanagement-Diensten übernommen werden.

Jedoch müssen Arbeitgeber auch überprüfen, ob die Fahrer der Fahrzeuge tatsächlich über die notwendige Fahrerlaubnis und andere erforderliche Genehmigungen und Prüfungen verfügen. Es muss außerdem sichergestellt sein, dass die Fahrer hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes fahrtauglich sind. Nicht zuletzt müssen Fahrer von Spezialfahrzeugen regelmäßig in Sicherheitsvorschriften und Verhaltensweisen im Notfall unterwiesen werden.

Diese Aufgaben können von Arbeitgebern nicht ohne Weiteres auslagert werden. Beispielsweise könnte ein externer Dienstleister praktisch nicht kaum überprüfen, ob sich ein Fahrer krank oder alkoholisiert ans Steuer setzt. Das kann nur vor Ort bei Dienstbeginn beurteilt werden. In vielen Unternehmen ist es beispielsweise üblich, dass Fahrer vor dem Arbeitsantritt eine Atemalkoholtest durchführen müssen.

Das kann jedoch nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen und sollte daher im Arbeitsvertrag vereinbart werden.

Ein externer Flottenmanager kann auch nicht überprüfen, ob ein Fahrer eventuell vor ein paar Tagen seinen Führerschein abgeben musste. Durch das regelmäßige Vorzeigenlassen der Fahrerlaubnis im Betrieb können sich Arbeitgeber exkulpieren und sich so vor Bußgeldern wegen vernachlässigter UVV Vorschriften schützen. Empfehlenswert ist es auch, Fahrer in regelmäßigen Abständen ärztlich untersuchen zu lassen, um zu vermeiden, dass sie mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen fahren und dadurch die Sicherheit im Straßenverkehr und damit auch ihre eigene Sicherheit gefährden.

Risiken, die das Outsourcing mitbringen kann

Grundsätzlich sollte beim Outsourcing darauf geachtet werden, dass Kernkompetenzen eines Betriebes nicht außer Hand gegeben werden. Beim Flottenmanagement spielt dieser Aspekt jedoch eine untergeordnete Rolle. Probleme ergeben sich jedoch oft bei der Kommunikation zwischen Vertretern des Unternehmens und dem externen Flottenmanager oder daraus, dass der externe Dienstleister seinen Pflichten nicht nachkommt. Das kann zu Störungen beim betrieblichen Ablauf führen. Kommt es häufiger zu Störungen, ist es wichtig, dass im Vertrag über das Flottenmanagement etwaige Haftungen geregelt werden, sodass mögliche Schäden gemindert werden können. Nicht zuletzt sollte die Laufzeit des Flottenmanagement Vertrages nicht zu lang gewählt beziehungsweise entsprechende Kündigungsmöglichkeiten vereinbart werden, um gegebenenfalls zeitnah Alternativen nutzen zu können.


DWN
Politik
Politik Der EU-Waffenchef warnt eindringlich: "Wir produzieren die falschen Waffen!"
16.06.2026

Der EU-Verteidigungskommissar warnt vor einem gefährlichen Missverhältnis in Europas Rüstungsstrategie. Während Donald Trumps...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bund lehnt Unicredit-Angebot für Commerzbank ab
16.06.2026

Der Bund stellt sich offen gegen die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit und verschärft damit den Machtkampf um Deutschlands...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tankrabatt verpufft: Millionen bleiben bei den Konzernen
16.06.2026

Der Tankrabatt sollte Autofahrer entlasten – doch nach Einschätzung von Experten kam ein Teil der Milliarden gar nicht bei ihnen an.

DWN
Politik
Politik EU stimmt US-Zolldeal zu – und droht mit Gegenzöllen
16.06.2026

Die EU macht den Weg für das Zollabkommen mit den USA frei, baut aber ein Sicherheitsnetz gegen neue Alleingänge aus Washington ein....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kostenfalle Deutschland: Was Betriebe heute wirklich zahlen
16.06.2026

Energie doppelt so teuer wie in den USA, Lohnstückkosten 22 Prozent über globalem Schnitt, Bürokratie bindet 7 Prozent der Arbeitszeit,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autokrise in China setzt VW und Mercedes unter Druck
16.06.2026

China galt jahrelang als Wachstumsmotor der Autoindustrie – doch nun brechen die Verkäufe massiv ein und setzen auch deutsche Hersteller...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
16.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rettet Polen die deutsche Industrie?
16.06.2026

Deutschlands Exportmodell steht unter Druck, da China und die USA als Absatzmärkte schwächeln. Polen und Mittelosteuropa fangen einen...