Technologie

Serienfertigung von Elektrolyse-Technik in Hamburg gestartet: Wegbereiter für grünen Wasserstoff

Grüner Wasserstoff made in Hamburg! Quest One eröffnet hochmodernes Werk zur Serienfertigung von Elektrolyse-Stacks. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beeindruckt: 75 % Zeitersparnis bei der Produktion.
30.09.2024 15:20
Lesezeit: 1 min
Serienfertigung von Elektrolyse-Technik in Hamburg gestartet: Wegbereiter für grünen Wasserstoff
Quest One, ein Wasserstoffspezialist, hat in Hamburg ein Werk zur automatisierten Serienproduktion von Elektrolyse-Stacks eröffnet, wodurch 75 % der Produktionszeit eingespart werden. (Foto: dpa) Foto: Marcus Brandt

Der Wasserstoffspezialist Quest One hat in Hamburg ein Werk zur seriellen und automatisierten Produktion sogenannter Elektrolyse-Stacks offiziell eröffnet. Diese gelten als das technologische Herzstück eines Elektrolyseurs, mit dem grüner Wasserstoff hergestellt werden kann. „Bis jetzt waren alle Elektrolyseure Handarbeit“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei der Einweihungsfeier im Stadtteil Rahlstedt. Mit der Serienfertigung könnten nun 75 Prozent der Produktionszeit eingespart werden. „Das ist beeindruckend.“ Die Herstellung eines Stacks dauere nun weniger als eine Stunde.

Eines der modernsten Werke

„Mit unserem Gigahub eröffnen wir hier in Hamburg einen der weltweit modernsten Standorte für die Erforschung, Entwicklung und Fertigung von Elektrolyse-Technologie in Europa“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Quest One, Robin von Plettenberg. Unternehmensziel bis 2050 sei es, mit den eigenen Elektrolyseuren ein Prozent der globalen Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Derzeit liegen diese den Angaben zufolge bei bis zu 60 Gigatonnen pro Jahr.

Der Bedarf an grünem Wasserstoff etwa für die Düngemittel- und Stahlproduktion oder die Luft- und Schifffahrt sei enorm und steige massiv, betonte von Plettenberg. Analysten sähen den Markt bis 2050 auf 500 bis 600 Millionen Tonen pro Jahr anwachsen. Das entspreche 1,4 Billionen Dollar.

Stacks spalten Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff

Im neuen Werk werden sogenannte PEM-Elektrolyse-Stacks produziert (Protonenaustausch-Membran-Technologie, PEM). Die Technik gilt als eines der wichtigsten Verfahren für die industrielle Wasserstoffgewinnung aus erneuerbaren Energien. Stacks spalten dabei Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen in Sauerstoff und Wasserstoff auf.

„Die hier produzierten PEM-Elektrolyse-Stacks sind das Kernelement der Erzeugung von grünem Wasserstoff in industriellem Maßstab“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Mit einer geplanten Gesamtelektrolysekapazität von mehr als fünf Gigawatt pro Jahr leiste Quest One einen wichtigen Beitrag zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft insgesamt.

Quest One Tochter von MAN Energy Solutions

Das Unternehmen Quest One, das bislang als H-Tec Systems firmierte, hat nach eigenen Angaben bislang rund 600 Beschäftigte an seinem Hauptsitz im bayerischen Augsburg, in Hamburg und im US-amerikanischen Houston. Es ist ein Tochterunternehmen von MAN Energy Solutions und gehört zum Volkswagen-Konzern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie Slowakei: Der Autoriese ohne eigene Automarke
26.09.2026

Kein anderes Land produziert gemessen an seiner Einwohnerzahl so viele Autos wie die Slowakei. Volkswagen, Kia, Porsche und Land Rover...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreichs Wirtschaft: Fünf Warnsignale vor der Präsidentenwahl
26.09.2026

Frankreichs Wirtschaft kommt kaum noch vom Fleck, während der Schuldenberg weiter wächst und Anleger höhere Zinsen verlangen....

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis im Aufwärtsmodus: Während KI träumt, verdienen Ölkonzerne Milliarden
26.09.2026

Der Ölpreis steigt rasant und stellt die Weltwirtschaft vor unbequeme Fragen. Teure Energie kann Inflation anheizen, Wachstum bremsen und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmenskultur: Was Firmen von Netflix wirklich lernen können
26.09.2026

Netflix gilt vielen Unternehmen als Vorbild für Freiheit, Verantwortung und weniger Bürokratie. Doch wer erfolgreiche Managementmodelle...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
26.09.2026

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo überrascht mit neuem Chef aus Deutschland: Eine große Chance für Volvo
26.09.2026

Der Verwaltungsrat von Volvo Cars überrascht erneut mit der Wahl eines Vorstandschefs, diesmal aber mit einem unerwartet starken Namen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kampf ums Wasser: Die wasserhungrigen Industrien
26.09.2026

Sechs Zentimeter am Rheinpegel Kaub, Lieferprobleme bei BASF, schwächelnde Wasserkraftwerke: Der Dürresommer 2026 macht endgültig klar,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.