Technologie

Künstliche Intelligenz: 57 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf KI

Immer mehr Unternehmen in Deutschland erkennen das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI): Laut dem Digitalverband Bitkom beschäftigen sich mittlerweile 57 Prozent der Firmen ab 20 Beschäftigten mit diesem Zukunftsthema. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Anstieg. Auch in der Bevölkerung wird KI überwiegend positiv wahrgenommen, während Google auf innovationsfeindliche Rahmenbedingungen hinweist, die der Entwicklung von KI im Land entgegenstünden.
17.10.2024 07:30
Lesezeit: 2 min
Künstliche Intelligenz: 57 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf KI
Etwa 78 Prozent der Unternehmen betrachten KI-Anwendungen überwiegend als Chance. (Foto: iStock.com, NicoElNino) Foto: NicoElNino

Die Mehrheit der deutschen Wirtschaft beschäftigt sich nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom inzwischen mit dem Zukunftsthema Künstliche Intelligenz (KI). Nach einer repräsentativen Umfrage unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen sich demnach 57 Prozent der Firmen mit KI auseinander. Vor einem Jahr lag der Wert bei 43 Prozent. 20 Prozent der Unternehmen nutzen aktuell bereits KI im Vergleich zu 15 Prozent im Vorjahr und nur neun Prozent im Jahr 2022, wie Bitkom weiter mitteilte.

Kaum noch KI-Verweigerer

Rund 78 Prozent der Unternehmen sehen in KI-Anwendungen vor allem Chancen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch zehn Punkte niedriger bei 68 Prozent. Die KI-Skeptiker sind inzwischen klar in der Minderheit: Zwölf Prozent betrachten KI vor allem als Risiko, während 8 Prozent keinen Einfluss auf ihr Unternehmen erwarten. Im laufenden Jahr investieren 37 Prozent der Unternehmen in KI, und in den kommenden Jahren wollen 74 Prozent in KI investieren.

Auch in der Bevölkerung überwiegt die positive Sicht auf KI: 74 Prozent der Menschen sehen KI als Chance, nur 24 Prozent als Risiko. Diese Ergebnisse stammen aus einer weiteren repräsentativen Bitkom-Umfrage unter 1.007 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

Testläufe mit ChatGPT & Co.

Praktische Erfahrungen haben die Menschen in Deutschland vor allem mit KI-Anwendungen, die Inhalte erzeugen können: 40 Prozent der Bevölkerung haben generative KI wie ChatGPT, Google Gemini, Claude von Anthropic oder Microsoft Copilot mindestens einmal ausprobiert. 15 Prozent nutzen generative KI häufig, 13 Prozent selten und zwölf Prozent haben sie nur einmal getestet. Ein weiteres Drittel (34 Prozent) kann sich eine zukünftige Nutzung vorstellen, während rund ein Fünftel (22 Prozent) generative KI ablehnt.

Wer generative KI verwendet, erzeugt damit überwiegend Texte (70 Prozent). Danach folgen Bilder (53 Prozent) und mit großem Abstand Videos (neun Prozent), Softwarecode (fünf Prozent) sowie Musik (drei Prozent).

Google fordert innovationsfreundliche Rahmenbedingen

Der US-Internetriese Google warnte auf einem KI-Event in Berlin vor innovationsfeindlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von KI in Europa und in Deutschland. Hierzulande gebe es neben den europäischen Regulierungen zusätzliche lokale Gesetze mit direkter Auswirkung auf den Einsatz von KI, sagte Zentraleuropa-Chef Philipp Justus. „Wir laufen Gefahr, Weltmeister in der KI-Regulierung zu werden. Dabei sollte es doch unser Ziel sein, Innovationsweltmeister zu werden.“

Justus sagte, man benötige Qualifizierungs- und Bildungsprogramme für die Menschen in Deutschland und Europa, damit sie KI auch nutzen können. Er kündigte KI-Trainings und Förderprogramme an. Dazu gehört unter anderem ein kostenloses Basistraining „Erste Schritte mit künstlicher Intelligenz“, das sich an Einsteiger richtet. Es soll insbesondere Anwendungsmöglichkeiten von KI im Unternehmen vermitteln.

In Kooperation mit der Weiterbildungsplattform Coursera biete Google auch einen 10-stündigen Onlinekurs mit Zertifikatsabschluss, der von KI-Fachleuten bei Google geleitet werde, kündigte Justus an. Das kostenpflichtige Training solle vor allem Wege aufzeigen, wie KI die Produktivität im Arbeitsalltag steigern könne.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Trump kündigt Ausweitung an – EU warnt vor Energiekrise
03.03.2026

Der Krieg gegen den Iran weitet sich aus – und Washington rückt enger an Israel heran. Während Trump eine "große Welle" ankündigt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Studie: Abwanderung nach Osteuropa bringt deutschen Firmen wenig
03.03.2026

Viele deutsche Industriefirmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Beliebt sind die mittel- und osteuropäischen Länder. Doch die...

DWN
Politik
Politik Deutschland streicht Solardach-Förderung: Fokus auf Großanlagen
03.03.2026

Die Bundesregierung plant das Aus für garantierte Einspeisetarife kleiner Solardachanlagen ab 2027. Wird die Neuausrichtung auf große...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen
02.03.2026

Der US-Aktienmarkt schloss am Montag uneinheitlich, während der Rohölpreis einen starken Sprung machte. Investoren wogen die Folgen der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Deutsche kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt europäischen Erdgas-Preis um fast 50 Prozent steigen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der europäischer Erdgas-Preis um fast 50 Prozent nach Produktionsstopp. Analysten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...