Technologie

Wasserstoff-Produktion in Offshore-Windpark geplant

Im Sommer haben Greenpeace-Aktivisten bei Borkum noch kräftig gegen Gasförderung demonstriert. Jetzt soll nahe der nordfriesischen Insel in einem Windpark Energie in Wasserstoff verwandelt werden. Es ist zunächst mal ein Testprojekt.
28.11.2024 07:27
Aktualisiert: 28.11.2024 08:07
Lesezeit: 1 min

Der vor fast 15 Jahren in Betrieb genommene erste Offshore-Windpark Deutschlands, "Alpha Ventus" vor der ostfriesischen Insel Borkum, soll ein Testfeld für die Wasserstoff-Produktion auf See werden. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die NorthH2 Projektgesellschaft, die Deutsche Offshore-Testfeld- und Infrastruktur-Gesellschaft (DOTI) und die Stiftung Offshore-Windenergie, wie die Beteiligten gemeinsam mitteilten. Demnach soll in dem Windpark zu Demonstrations- und Testzwecken ein Elektrolyseur mit einer Leistung von zehn Megawatt installiert werden.

"Ziel des Forschungs- und Demonstrations-Projekts ist es, die Machbarkeit und Effizienz der Wasserstoffproduktion direkt auf See zu demonstrieren und die benötigten Komponenten zu testen", teilten die Initiatoren mit. So sollten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, um später kommerziell Offshore-Elektrolyseure auf See betreiben zu können, hieß es weiter.

Elektrolyseure bislang an der Küste geplant

Mit erneuerbarer Energie hergestellter Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um Wasser bei der Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, muss sehr viel Energie eingesetzt werden. Wird dazu erneuerbare Energie wie Windstrom genutzt, spricht man von "grünem Wasserstoff". Bislang werden Elektrolyseure vor allem an Land entlang der Küsten Norddeutschlands geplant.

Der Windpark "Alpha Ventus", der rund 45 Kilometer nördlich von Borkum liegt, wurde als erster Hochsee-Windpark Deutschlands im April 2010 in Betrieb genommen. Für den Bau bildete sich ein Konsortium. Die Erfahrungen aus dem Testfeld mit zwölf Windenergieanlagen der Fünf-Megawatt-Klasse sollte allen künftigen Offshore-Windparks zugutekommen.

"Nachdem wir über 15 Jahre den Betrieb von Offshore Windkraftanlagen ausgiebig erforschen konnten, freuen wir uns, dass das Testfeld erneut von einem vielversprechenden Projekt genutzt wird", sagte Eric Richter, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft von "Alpha Ventus", DOTI, in einer Mitteilung.

Meerwasser für Elektrolyse

Die Testanlage auf der Nordsee soll den Angaben zufolge auf dem Fundament einer Windenergieanlage errichtet werden. Der Windpark soll den Elektrolyseur mit Strom versorgen, das für die Produktion benötigte Wasser soll aus dem Meer gewonnen und entsalzt werden. Außerdem soll der gewonnene Wasserstoff gespeichert werden, um bei einer Flaute mit dem Gas eine Rückverstromung testen zu können.

Außerdem sollen Möglichkeiten untersucht werden, wie der produzierte Wasserstoff direkt auf See genutzt werden kann. Ein Transport des Gases per Schiff an Land wird laut der Initiatoren angesichts der geringen zu produzierenden Menge nicht wirtschaftlich sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Mieten statt Kaufen: Deutschland bleibt das Land der Mieter in Europa
29.04.2026

Eigenheim - Nein, danke? In Deutschland ist das Interesse nach einer eigenen Immobilie im europaweiten Vergleich am geringsten ausgeprägt....

DWN
Finanzen
Finanzen Adidas-Aktie im Aufwind: Quartalszahlen des DAX-Wertes übertreffen Erwartungen
29.04.2026

Die Adidas-Aktie hebt nach überraschend starken Quartalszahlen ab. Umsatz und Gewinn überraschen positiv und übertreffen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Arbeitsstunde kostet 45 Euro – nur wenige EU-Länder teurer
29.04.2026

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter....

DWN
Politik
Politik Deutsche Geburtenrate: Zahlen fallen auf historischen Tiefstand
29.04.2026

So wenige Babys wie seit 1946 nicht mehr: Die Geburtenzahl in Deutschland sinkt 2025 laut neuen Daten auf ein historisches Tief....

DWN
Politik
Politik Druschba-Pipeline vorm Aus? Kasachstan will Öl über russische Häfen verschiffen
29.04.2026

Kommt kasachisches Öl nun per Schiff in Deutschland an? Nach der Sperre der Druschba-Pipeline durch Russland leitet Kasachstan einen Teil...

DWN
Politik
Politik Streit um Renteneintritt: Lebenserwartung steigt langsamer als Rentenalter
29.04.2026

Länger arbeiten, aber nicht länger leben? Neue Zahlen zeigen: Das Rentenalter steigt schneller als die Lebenserwartung. Die Debatte um...

DWN
Politik
Politik Rentenstreit um Basisabsicherung: Ist die Rente nicht mehr sicher?
29.04.2026

Der Bundeskanzler löst mit seiner Aussage, dass die Altersvorsorge zukünftig nicht mehr reichen wird, um den Lebensstandard der Bürger...

DWN
Technologie
Technologie KI treibt Deutschland in neue Abhängigkeit
29.04.2026

Künstliche Intelligenz wird in Deutschland schneller Alltag, als viele erwartet haben. Doch die Dominanz US-amerikanischer Anbieter und...