Finanzen

Inflation 2024 bei 2,2 Prozent - aber spürbarer Anstieg im Dezember

Die große Teuerungswelle ist gebrochen, doch zuletzt ging es bei der Inflationsrate wieder nach oben. Nun gibt es aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes - auch für das Gesamtjahr 2024.
06.01.2025 14:59
Aktualisiert: 06.01.2025 14:59
Lesezeit: 2 min

Die Teuerung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher ist 2024 deutlich moderater ausgefallen als in den drei Jahren zuvor - trotz eines Anstiegs zum Jahresende. Im Jahresschnitt legten die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

In den Jahren 2022 (6,9 Prozent) und 2023 (5,9 Prozent) musste Deutschland die höchsten Teuerungsraten seit der Wiedervereinigung verkraften. Vor allem Energie und Lebensmittel hatten sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 sprunghaft verteuert. Auch im Jahr 2021 lag die Inflationsrate mit durchschnittlich 3,1 Prozent noch um einiges höher.

Teuerung zieht im Dezember deutlich an

Im Dezember des gerade zu Ende gegangenen Jahres zog die Inflation allerdings weiter auf 2,6 Prozent an. Im vergangenen Jahr war die Teuerungsrate nur im Januar mit 2,9 Prozent noch höher. Preistreiber waren Dienstleistungen und Lebensmittel, während sich Energie abermals verbilligte. Von November auf Dezember 2024 stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent.

Im Oktober war die jährliche Rate nach zwei Monaten mit sinkenden Werten auf 2,0 Prozent gestiegen, der November brachte mit 2,2 Prozent erstmals seit Juli 2024 wieder einen Wert über der Zwei-Prozent-Marke.

Inflation dürfte vorerst über Zwei-Prozent-Marke bleiben

Volkswirte rechnen damit, dass sich die Teuerungsrate bis ins neue Jahr hinein zunächst über der Zwei-Prozent-Marke festsetzen wird. Unter anderem der Anstieg des CO2-Preises für Benzin, Heizöl und Gas sowie die Verteuerung des Deutschlandtickets dürften die Inflation antreiben.

Mit einer erneuten Teuerungswelle wie in den Jahren 2022 und 2023, als die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft bis auf fast neun Prozent kletterte, rechnet jedoch kein Experte. Stattdessen erwarten Ökonomen für das Gesamtjahr 2025 eine jährliche Teuerungsrate auf dem Niveau von 2024. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise") geht von einer durchschnittlichen Inflation von 2,1 Prozent aus. Das Ifo-Institut rechnet für 2025 mit durchschnittlich 2,3 Prozent Inflation.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich für einen Euro weniger leisten. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft, Einkommenszuwächse werden von der Inflation aufgezehrt.

Dienstleistungen und Lebensmittel erneut Preistreiber

Im Dezember zählten erneut Dienstleistungen wie Gaststättenbesuche, Flugtickets oder Versicherungen zu den Inflationstreibern: Sie verteuerten sich insgesamt um 4,1 Prozent (November: 4,0 Prozent). Für Nahrungsmittel mussten die Menschen in Deutschland 2,0 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Damit verstärkte sich hier der Preisauftrieb wieder etwas.

Günstiger als ein Jahr zuvor waren im Dezember Tanken und Heizen: Insgesamt verbilligte sich Energie gegenüber Dezember 2023 um 1,7 Prozent. Im November hatten die Preise für diese Produkte um 3,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Somit dämpfte die Preisentwicklung bei Energie die Inflationsrate weniger stark als in den Monaten zuvor.

Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel errechneten die Statistiker für Dezember eine Inflationsrate von 3,1 Prozent. Diese Kerninflation bildet die grundlegende Teuerung ab und stellt den Inflationstrend nach Meinung vieler Ökonomen besser dar als die Gesamtrate.

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