Panorama

Ostern: Werden zum Osterfest die Eier knapp?

Rot, gelb oder grün - bunte Eier stoßen zum Osterfest nicht nur bei Kindern auf Begeisterung. Hunderte Millionen werden jedes Jahr verkauft oder selbst gefärbt. Auch in diesem Jahr?
09.03.2025 14:23
Lesezeit: 2 min
Ostern: Werden zum Osterfest die Eier knapp?
Der Landesbauernverband empfiehlt, die Eier für Ostern frühzeitig zu kaufen. „Denn kurzfristig kann es immer zu Engpässen in den Regalen kommen.“ (Foto: dpa)

„Eier sind aktuell knapp“, sagte der Präsident des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick. „Aber wir werden zu Ostern genügend Eier haben.“ Einzelne Engpässe seien allerdings denkbar, zum Beispiel bei manchen Sortierungen. „Der eine möchte gerne Bio, der andere möchte gerne weiß, der nächste möchte gerne groß.“

Werden zum Osterfest die Eier knapp?

Aber woran liegt der Engpass? „Auf dem Markt passen Angebot und Nachfrage im Moment nicht hundertprozentig übereinander“, erklärt Goldnick. Dafür gebe es mehrere Gründe: Zum Beispiel wurden wegen der Vogelgrippe zuletzt immer wieder Legehennen-Bestände gekeult, unter anderem im Norden Deutschlands.

Bis neue Hennen herangewachsen sind, die diese Lücke füllen können, dauert es nach Angaben des Landesbauernverbands Baden-Württemberg ungefähr sieben bis acht Monate. „Es ist ganz normal, dass die Produktionskapazitäten nach einem Peak zu Weihnachten über den Jahreswechsel heruntergefahren werden“, teilte Vizepräsident Jürgen Maurer mit. In dieser Zeit werden Herden ausgetauscht – das heißt, ältere Hennen werden ausgestallt und Jungtiere gekauft. „Aktuell treffen also die eigentliche Saisonterminierung auf nicht planbare Ereignisse wie den Ausbruch der Geflügelpest.“

Deutschland importiert Eier

Verstärkt wird diese Situation durch Vogelgrippe-Fälle auf der ganzen Welt – zum Beispiel Italien und den USA. Außerdem gibt es Goldnick zufolge in den Niederlanden einen umweltpolitisch motivierten Abbau des Hühnerbestands. Das macht sich auf dem deutschen Markt bemerkbar: Denn Deutschland kann sich nicht komplett selbst mit Eiern versorgen. Nur rund 73 Prozent der in der Republik verbrauchten Eier wurden 2023 auch hierzulande produziert. Der Rest wird importiert. Das zeigen Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Ferner trifft die niedrigere Produktion auf eine hohe Nachfrage: „Eier haben ihr Image verändert“, sagte Goldnick. Viele Menschen hätten Eier wiederentdeckt, als eine Quelle tierischen Eiweißes mit vergleichsweise guter CO₂-Bilanz. Dem Bauernverband zufolge lag der bundesweite Pro-Kopf-Verbrauch 2024 bei 244 Eiern – ein Plus von acht Eiern im Vergleich zum Vorjahr.

Preise am Großmarkt auf Allzeithoch

„Die Summe aus diesen Faktoren führt dazu, dass wir aktuell unterversorgt sind“, sagte Goldnick. Normalerweise sei das auch kein großes Problem. Aber vor Ostern kauften um Beispiel auch die Färbereien große Mengen Eier.

Die Folge der Gemengelage: Die Großhandelspreise für Eier steigen. Die freien Marktpreise hätten ein Allzeithoch erreicht, hieß es jüngst in einem Bericht der Deutschen Eier-Union. Eier im Großhandel seien mittlerweile teurer als im Supermarkt. So wurden demnach zuletzt zum Beispiel für 100 weiße Eier – Gewichtsklasse M und unterste Haltungsform - 17,63 Euro fällig.

Bei den Kunden von Discountern und Supermärkten dürfte das Preishoch so schnell allerdings nicht ankommen. Auch Zustände wie in den USA drohten nicht, sagte Goldnick. Zwischen Händlern und Eier-Produzenten gebe es in der Regel einjährige Verträge, die normalerweise im August geschlossen werden. In den meisten Fällen seien also frühestens im Herbst Preiserhöhungen möglich. „Diese spontanen Preissteigerungen auf dem Spotmarkt kommen beim Endverbraucher nicht an. Und wenn, dann nur ganz vereinzelt.“

Bauernverband: Eier frühzeitig kaufen

Der Landesbauernverband empfiehlt, die Eier für Ostern frühzeitig zu kaufen. „Denn kurzfristig kann es immer zu Engpässen in den Regalen kommen.“ Eier halten sich demnach bei richtiger Lagerung mehrere Wochen, sodass man diese auch schon ein bis zwei Wochen vor dem Fest besorgen könne.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft vor der Wende: Warum ausgerechnet Saab neue Hoffnung macht
13.08.2026

Deutschlands Autobauer bauen Stellen ab, doch gleichzeitig wächst die Wirtschaft stärker als erwartet. Neue Startups, mehr Kapitalmarkt...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
13.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...

DWN
Politik
Politik NATO-Reform: Saluschnyj erklärt das mächtigste Militärbündnis der Welt für überholt
13.08.2026

Die Ukraine wollte jahrelang von der NATO lernen. Nun erklärt ihr früherer Oberbefehlshaber das Bündnis für militärisch überholt und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trockenheit kostet Landwirte 600 Millionen Euro
13.08.2026

Die Dürre hinterlässt auf deutschen Feldern deutliche Spuren: Millionen Tonnen Getreide und Raps sind bereits verloren. Für Verbraucher...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien unter Druck: Milliardenverlust zeigt die verborgene Gefahr
13.08.2026

Ein gefeierter Tech-Investor setzte mit gewaltigem Hebel auf KI-Aktien und verlor innerhalb weniger Wochen rund 35 Milliarden US-Dollar....

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
13.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Expertenvorschlag: Ein verpflichtendes Rentensplitting...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
13.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Experten warnen: Pleitewelle hält bis mindestens 2027 an
13.08.2026

Seit Monaten steigt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, obwohl jüngste...