Unternehmen

Porsche: Gewinn bricht um 30 Prozent ein

Porsche steckt in der Krise: Der Gewinn bricht um über 30 Prozent ein, die Auslieferungen sinken, und die Profitabilität leidet. Besonders das schwächelnde China-Geschäft macht dem Unternehmen zu schaffen. Der Autobauer reagiert mit einem Strategiewechsel, Stellenabbau und einem neuen Fokus auf Verbrenner – doch eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.
12.03.2025 09:36
Aktualisiert: 12.03.2025 09:36
Lesezeit: 2 min

Hinter dem Sportwagenbauer Porsche liegen bewegte Wochen. Nun meldet das Unternehmen einen erheblich gesunkenen Gewinn. Eine rasche Erholung erwartet das Management um Oliver Blume nicht.

Deutlicher Gewinneinbruch

Der Gewinn des Sport- und Geländewagenbauers Porsche ist 2024 stark gesunken. Das Konzernergebnis fiel im Jahresvergleich um 30,3 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro, wie das DAX-Unternehmen in Stuttgart mitteilte. 2023 hatte Porsche unter dem Strich noch rund 5,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. Hauptursachen für das Minus waren das schwache China-Geschäft und hohe Ausgaben für die Erneuerung der Modellreihen.

Umstrukturierung und neue Strategie

Das Unternehmen durchlebte bewegte Wochen: Im Februar verkündete Porsche zunächst eine Neuaufstellung des Vorstands. Der langjährige Finanzvorstand Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen mussten gehen. Kurz darauf wurde bekannt, dass die VW-Tochter ihre Strategie anpasst und unter anderem wieder verstärkt in Verbrenner und Plug-in-Hybride investiert. Bis 2029 sollen zudem rund 1.900 Stellen im Stammwerk Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum Weissach wegfallen.

Umsatzrückgang setzt sich fort

Vorläufige Zahlen und die Prognose für das laufende Jahr hatte Porsche bereits vorgelegt. Zudem hatte die Konzernmutter Volkswagen am Vortag ebenfalls zentrale Zahlen der Tochter veröffentlicht. Auch Volkswagen verdiente 2023 mit einem Rückgang von fast 31 Prozent deutlich weniger als im Vorjahr.

Die Auslieferungen von Porsche sanken 2024 um drei Prozent auf rund 310.700 Fahrzeuge. In China betrug das Minus 28 Prozent. Der Umsatz ging um 1,1 Prozent auf gut 40 Milliarden Euro zurück, der Gewinn im Tagesgeschäft schrumpfte um fast 23 Prozent auf 5,64 Milliarden Euro.

Schwächere Profitabilität

Porsche war zudem weniger profitabel: Die operative Rendite – also der Anteil des Gewinns im Tagesgeschäft am Umsatz – lag mit 14,1 Prozent um 3,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Damit entfernte sich das Unternehmen weiter von seinem langfristigen Ziel von über 20 Prozent. Der neue Finanzchef Jochen Breckner erklärte: "Porsche hat 2024 bewiesen, dass wir auch in herausfordernden Zeiten hochprofitabel wirtschaften und finanziell stabil aufgestellt sind." Mittelfristig bleibt der Sportwagenbauer jedoch vorsichtiger.

Keine rasche Erholung erwartet

In diesem Jahr plant Porsche, wie bereits bekannt, rund 800 Millionen Euro zu investieren, um mit neuen Modellen und einem Sparprogramm die Wende im schwächelnden Geschäft einzuleiten. Blume rechnet daher mit einem Rückgang der operativen Marge auf 10 bis 12 Prozent. Der Umsatz dürfte sich auf 39 bis 40 Milliarden Euro belaufen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Verbraucher mit Risiko umgehen – zwischen Finanzentscheidungen und digitaler Unterhaltung

Risiko ist ein Begleiter fast jeder wirtschaftlichen Entscheidung. Mal ist es größer, mal kleiner. Mal offensichtlich, mal schwer...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Millionenhaftung nach Fehlurteil: Stiftung Warentest unterliegt vor Gericht
24.04.2026

Ein fehlerhaftes Testurteil kommt die Stiftung Warentest teuer zu stehen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat dem Rauchmelder-Hersteller...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ritter Sport: Schokoladenhersteller erstmals von Stellenabbau betroffen
24.04.2026

2025 war kein einfaches Jahr für den Schokoladenhersteller Ritter Sport. Hohe Kosten für Kakao, Energie und Logistik drückten die Firma...

DWN
Technologie
Technologie KI als Jobvernichter: Welche Jobs gefährdet sind und welche nicht
24.04.2026

Künstliche Intelligenz macht viele Arbeitsplätze überflüssig. Doch nicht alle Branchen sind betroffen und es entstehen auch ganz neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt nach und Ölpreis schießt in die Höhe, da die Spannungen um Hormus steigen
23.04.2026

Ein turbulenter Handelstag wirft Fragen auf: Erfahren Sie, welche treibenden Kräfte die globalen Märkte aktuell in Atem halten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Energiepläne der EU: Unsicherheit im Markt für Solaranlagen und Wärmepumpen
23.04.2026

Die EU-Energiepolitik setzt verstärkt auf Förderprogramme für Wärmepumpen und Solaranlagen, doch in der Installationsbranche wächst...

DWN
Politik
Politik Stopp von kasachischem Öl: Russland stoppt Lieferung zur PCK-Raffinerie in Schwedt
23.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg belastet Energiemarkt: EU reagiert mit Krisenpaket
23.04.2026

Die EU reagiert auf steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs mit einem ersten Krisenpaket und bereitet sich auf politische...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwere Ukraine-Hilfe: EU bricht Blockade und verschärft Sanktionen
23.04.2026

Nach dem Ende des wochenlangen Widerstands aus Ungarn hat die Europäische Union den Weg für ein massives Unterstützungspaket...