Politik

BSW: neues Wahlergebnis zählt 4.277 Zweitstimmen mehr - trotzdem kein Einzug in den Bundestag

Das BSW scheitert final am Einzug in den Bundestag: 0,02 Prozent fehlten! Während sich an der Sitzverteilung nichts mehr ändert, treten auch Korrekturen bei anderen Parteien auf. Gleichzeitig werden Fälle von doppelter Stimmabgabe bekannt.
14.03.2025 12:42
Aktualisiert: 14.03.2025 13:02
Lesezeit: 1 min
BSW: neues Wahlergebnis zählt  4.277 Zweitstimmen mehr - trotzdem kein Einzug in den Bundestag
Hätte Sahra Wagenknecht (BSW) den Sprung ins Parlament geschafft, hätte es für CDU/CSU und SPD nicht für eine Mehrheit der 630 Sitze gereicht.(Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Das BSW verpasst auch nach dem endgültigen Ergebnis der Bundestagswahl den Einzug ins Parlament. Die Partei von Sahra Wagenknecht erhielt im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis aus der Wahlnacht zwar weitere 4.277 gültige Zweitstimmen, wie der Bundeswahlausschuss in seiner Sitzung in Berlin feststellte. Mit 4,98 Prozent blieb sie jedoch knapp unter der fünf Prozent-Hürde.

Am Gesamtergebnis und an der Sitzverteilung im 21. Deutschen Bundestag änderte sich nichts. So erreichte die CDU/CSU 28,5 Prozent, die AfD 20,8 und die SPD 16,4 Prozent. Die Grünen erzielten 11,6 und die Linke 8,8 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. In Sitzen bedeutet dies: CDU/CSU 208, AfD 152, SPD 120, Grüne 85, Linke 64 und SSW 1.

Leichte Stimmenkorrekturen bei mehreren Parteien

Nicht nur beim BSW gab es Veränderungen in der absoluten Zahl der gültigen Zweitstimmen. So erhielt die CDU beispielsweise 1.674 Stimmen mehr, die SPD 840 und die AfD 1.632. Dagegen verlor die FDP 121 Stimmen. Diese Anpassungen seien vor allem auf Berichtigungen der vorläufigen Zweitstimmergebnisse in Niedersachsen (plus 3.271), Bayern (plus 932) und Baden-Württemberg (plus 912) zurückzuführen, wie Bundeswahlleiterin Ruth Brand erklärte.

Brand berichtete zudem von kleineren Mängeln bei der Wahl. So seien im Wahlkreis Trier in Rheinland-Pfalz von der Druckerei auch Stimmzettel für Berlin-Pankow ausgeliefert worden. 15 Bürger hätten damit ihre Stimme abgegeben. Diese Stimmzettel seien für ungültig erklärt worden.

Drei Fälle doppelter Stimmabgabe festgestellt

In mehreren Bundesländern seien vereinzelt Wahlunterlagen versehentlich doppelt verschickt worden. Dort habe man sofort Maßnahmen ergriffen, um eine doppelte Stimmabgabe zu verhindern.

Dennoch wurden drei Fälle doppelter Stimmabgabe registriert, etwa im thüringischen Wahlkreis Eichsfeld-Nordhausen-Kyffhäuserkreis. Dort habe im Wahllokal eine Person den Wahlvorstand abgelenkt, sodass sich eine andere einen zweiten Stimmzettel nehmen konnte und letztlich zwei Stimmzettel abgab. Auch in Hamburg-Wandsbek und im sächsischen Wahlkreis Erzgebirgskreis I seien Wähler zweimal erschienen und es sei ihnen gelungen, doppelt zu wählen. In allen drei Fällen sei Strafanzeige erstattet worden, sagte Brand.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Ehegattensplitting vorm Aus? "Fiktives Realsplitting": Die Institution Ehe soll tiefgreifend verändert werden
05.04.2026

Beim Ehegattensplitting wird das Einkommen beider Ehe- oder Lebenspartner gemeinsam versteuert, was sich lohnt, wenn einer deutlich weniger...

DWN
Technologie
Technologie Chinas Vorherrschaft bei Batterien ist eine Tatsache. Was bleibt Europa noch?
05.04.2026

Europa erhält keine Energiespeicher höchster Qualität. Diese werden vom heimischen chinesischen Markt absorbiert, ähnlich verhält es...

DWN
Panorama
Panorama Klimawandel verändert Deutschlands Wälder und die Forstwirtschaft grundlegend
05.04.2026

Der Wald, wie wir ihn kennen, verschwindet langsam. Steigende Temperaturen, Wassermangel und Schädlingsbefall setzen ihm zu. Fachleute...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Emissionsfreie Baumaschinen in Europa: Hohe Kosten bremsen den Markt
05.04.2026

Die Umstellung auf emissionsfreie Baumaschinen gewinnt an Dynamik, bleibt aber durch hohe Kosten und strukturelle Hürden ausgebremst....

DWN
Finanzen
Finanzen Hebel-ETF-Boom: Der Trend, den Millionen handeln – aber kaum jemand versteht
05.04.2026

Hebel-ETFs versprechen schnelle Gewinne, doch ihre Mechanik bleibt für viele Anleger ein Rätsel. Die Produkte funktionieren völlig...

DWN
Finanzen
Finanzen Riester-Rente vor dem Aus: Das plant die Regierung mit dem Riester-Nachfolger
05.04.2026

Mit dem geplanten Riester-Nachfolger wollen Union und SPD die private Altersvorsorge neu aufstellen. Mehr Rendite, weniger Bürokratie und...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudesanierung: Der unterschätzte Schlüssel zur Energieeffizienz
05.04.2026

Millionen Wohnungen in Europa stammen aus einer Zeit, in der Energieeffizienz kaum eine Rolle spielte. Heute zeigt sich: Wer Gebäude...

DWN
Finanzen
Finanzen Investoren im Wettbewerb mit KI: Wer steuert Risiken besser?
05.04.2026

Künstliche Intelligenz setzt die Softwarebranche unter Druck und verschiebt die Kräfteverhältnisse in der Technologieindustrie. Welche...