Technologie

Raketenstart Isar Aerospace: Deutsche Rakete wegen Wind noch am Boden

Das bayerische Start-up Isar Aerospace steht kurz vor dem ersten Testflug seiner Spectrum-Rakete. Doch der Start wurde wegen "ungünstiger Winde" abgebrochen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Das Erreichen des Orbits gilt als unwahrscheinlich. Es wäre der erste Start einer deutschen Rakete ins All.
24.03.2025 15:54
Lesezeit: 2 min
Raketenstart Isar Aerospace: Deutsche Rakete wegen Wind noch am Boden
Schafft es die Spectrum-Rakete von Isar Aerospace in den Orbit? (Foto: dpa) Foto: Brady Kenniston

Spectrum-Rakete von Isar Aerospace: Erreichen des Orbits gilt als unwahrscheinlich - "30 Sekunden Flugzeit wären bereits ein großer Erfolg“

Der Countdown für den ersten Testflug der Spectrum-Rakete des bayerischen Start-ups Isar Aerospace ist abgelaufen. Die Rakete ist noch am Boden. Geplant war der Start am Montag (24. März) innerhalb eines Zeitfensters von 12.30 bis 15.30 Uhr. Doch aufgrund von Sicherheitsbedenken wegen ungünstiger Wetterbedingungen wird die

Start-up Isar Aerospace schrieb auf X: "Der erste Testflug von #Spectrum wird wegen ungünstiger Winde abgebrochen. Die Trägerrakete und die Reichweite bleiben intakt, und das Team arbeitet daran, ein neues Startfenster [...] festzulegen."

Das Hauptziel des Testflugs ist es, möglichst viele Daten und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Ein Erreichen des Orbits wird als unwahrscheinlich angesehen, da bislang kein Raumfahrtunternehmen seine erste Rakete direkt in den Orbit bringen konnte. „Die Rakete darf explodieren, das ist im Rahmen des Testflugs sogar wahrscheinlich“, erklärte eine Unternehmenssprecherin. „30 Sekunden Flugzeit wären bereits ein großer Erfolg.“

Isar Aerospace: Nächste Raketen sind bereits in Arbeit

Sollte der Testflug erfolgreich verlaufen, könnte es schnell weitergehen: Die Produktion der zweiten und dritten Rakete läuft bereits. Wie bald sie einsatzbereit sind, hängt von den Ergebnissen des Erstflugs ab – insbesondere davon, ob nur Software-Anpassungen nötig sind oder auch größere Änderungen an der Hardware erforderlich werden. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder auf dem Startplatz zu stehen“, so die Sprecherin.

Die Spectrum-Rakete ist 28 Meter lang und hat einen Durchmesser von zwei Metern. Je nach Zielorbit kann sie eine Nutzlast (Payload) von 700 bis 1.000 Kilogramm transportieren. Beim zweiten Start soll sie bereits Satelliten befördern. Der bevorstehende Start von Norwegen aus ist in zweifacher Hinsicht eine Premiere: Er markiert nicht nur den ersten Flug für Isar Aerospace, sondern auch den ersten Start einer orbitalen Trägerrakete von Kontinentaleuropa aus.

Münchner Start-Up entwickelt Trägerraketen für den Transport von Satelliten in die Erdumlaufbahn

Isar Aerospace entwickelt Trägerraketen für den Transport von Satelliten in die Erdumlaufbahn. Europa hinkt in der Raumfahrt hinterher – im vergangenen Jahr startete selbst Indien mehr Raketen als der gesamte Kontinent. Ein Grund dafür sind Verzögerungen bei der Entwicklung der europäischen Trägerrakete Ariane 6.

Langfristig plant das Start-up die Produktion von bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr. Bislang konnte das Unternehmen über 400 Millionen Euro an Kapital einsammeln. In der jüngsten Finanzierungsrunde beteiligte sich auch der Nato Innovation Fund – ein von 24 Nato-Staaten unterstützter Wagniskapitalfonds.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Immobilienmarkt unter Druck: Strategien für Käufer und Verkäufer im aktuellen Zinsumfeld

Der Immobilienmarkt in Bremen befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Nach Jahren des kontinuierlichen Preisanstiegs...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenkrise Europa: Krieg wird zur größten Gefahr für das Finanzsystem
06.08.2026

Europas größte Banken halten militärische Konflikte inzwischen für die gefährlichste Bedrohung ihrer Bilanzen. Eine neue Untersuchung...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street schließt uneinheitlich – Disney-Zahlen überzeugen, KI-Rallye verliert an Schwung
05.08.2026

Erfahren Sie, welche unerwarteten Entwicklungen die Wall Street am Mittwoch bewegten und wo sich jetzt die größten Verschiebungen auf dem...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt 2028–2034: Deutschland soll Europas Rechnung bezahlen
05.08.2026

Zwei Billionen Euro, neue Schulden und ein Machtkampf zwischen Berlin und Paris: Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034 drohen...

DWN
Politik
Politik Deutsche Bildungsmisere: Warum der Nachwuchs zum Standortrisiko wird
05.08.2026

Seit Jahren gibt es einen regelrechten Sturzflug bei den Lernleistungen an den Schulen. Inzwischen erreichen mehr als ein Drittel der...

DWN
Politik
Politik Russisches Uran: Moskau hält Amerikas Atomkraft in der Hand
05.08.2026

Amerikas Kernkraftwerke laufen weiterhin mit russischem Uran, während Washington den Ausstieg bis 2028 erzwingen will. Kann ein...

DWN
Politik
Politik EU-Migrationspolitik vor der Zerreißprobe: Ceuta legt Europas Schwäche offen
05.08.2026

Tausende Migranten erreichen Ceuta und innerhalb weniger Tage geraten Europas Regierungen aneinander. Die Krise zeigt, wie tief die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
05.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Panorama
Panorama Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Sprengladung entschärft
05.08.2026

Nach einem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ermittelt die sächsische Polizei. Spezialisten entschärften die Drohne...