Finanzen

USA: Staatsverschuldung erreicht 36,6 Billionen Dollar – wer sind die Gläubiger?

Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten hat mit 36,6 Billionen Dollar einen neuen Höchststand erreicht und wächst in den letzten Jahren kontinuierlich um mehrere Billionen Dollar pro Jahr. Dies wirft einige kritische Fragen auf.
18.04.2025 10:57
Lesezeit: 1 min

US-Staatsanleihen als zentrale Finanzmarktwährung

US-Staatsanleihen sind aus dem globalen Finanzsystem nicht wegzudenken. Der US-Dollar fungiert weltweit als Reservewährung, und Staatsanleihen der USA werden von vielen Ländern als Wertpapiere in ihren Währungsreserven gehalten. Diese Anleihen dienen auch als Sicherheit bei der Aufnahme von Krediten und sind ein entscheidendes Element in den Bilanzen amerikanischer Banken.

Trotz dieser hohen Nachfrage nach US-Staatsanleihen steht die US-Verschuldung auf einem gefährlich hohen Niveau. Die Schuldenquote ist mittlerweile auf über 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angestiegen, was von Experten als langfristig nicht tragbar angesehen wird. Die enormen Schulden könnten auf Dauer das wirtschaftliche Wachstum und die Stabilität der Vereinigten Staaten gefährden.

Wer sind die Gläubiger der USA?

Ein Großteil der US-Staatsverschuldung ist in den Händen nationaler Gläubiger. Hierbei spielt insbesondere die Federal Reserve (Fed) eine zentrale Rolle: Sie hält derzeit Anleihen im Wert von über 5 Billionen Dollar, die vor allem während der Corona-Krise 2020 aufgekauft wurden. Diese Maßnahme, bei der die Zentralbank quasi „Geld druckte“, um die Ausgaben der Regierung zu finanzieren, hat den Schuldenstand massiv erhöht.

Doch auch auf internationaler Ebene halten zahlreiche Staaten US-Staatsanleihen als Währungsreserven. Besonders China und Japan zählen zu den größten ausländischen Gläubigern der USA. Dies stellt sicher, dass der US-Dollar als internationale Handelswährung weiterhin eine dominierende Rolle spielt.

Ausblick: Die Risiken einer immer höheren Verschuldung

Mit einer Staatsverschuldung von 36,6 Billionen Dollar sind die USA mehr verschuldet als je zuvor. Zum Vergleich: Der gesamte Wert des weltweit abgebauten Goldes liegt bei rund 20 Billionen Dollar, das globale Bruttoinlandsprodukt bei etwa 115 Billionen Dollar. Die US-Staatsverschuldung entspricht somit rund dem 1930-fachen des jährlichen Staatshaushalts von Estland.

Trotz der hohen Nachfrage nach US-Staatsanleihen, die durch die weltweite Bedeutung des US-Dollars begünstigt wird, könnte eine anhaltend hohe Verschuldung mittelfristig das Vertrauen in die US-Wirtschaft beeinträchtigen. Eine Reduzierung der Verschuldung erscheint angesichts der politischen Lage und der wirtschaftlichen Herausforderungen in den kommenden Jahren als zunehmend schwieriger.

Fazit: Weltwirtschaft im Fokus

Die US-Staatsverschuldung bleibt ein zentrales Thema, das nicht nur die USA, sondern auch die gesamte Weltwirtschaft betrifft. Die Frage bleibt, wie lange die USA die immense Schuldenlast noch aufrechterhalten können, ohne dass es zu langfristigen ökonomischen Verwerfungen kommt. In den kommenden Jahren könnte die Entwicklung der US-Verschuldung einen entscheidenden Einfluss auf die globalen Finanzmärkte haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
29.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt nach – Alphabet, Amazon und Intel belasten Aktienmärkte
29.10.2026

Spannende Wende an der Wall Street: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse der Tech-Riesen ins Wanken bringen.

DWN
Politik
Politik Haushaltskrise der Länder: Kommunale Schulden steigen um fast zehn Prozent
29.10.2026

4.907 Euro je Einwohner: Die Verschuldung der Kommunen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei fällt die Belastung regional sehr...

DWN
Politik
Politik „Gen Z regelt“ mobilisiert: Das ist für Samstag geplant
29.10.2026

In knapp 30 Städten sind Proteste angekündigt, organisiert von einer noch jungen Gruppierung. Nach den Ausschreitungen in Frankreich...

DWN
Politik
Politik Verteidigung des Baltikums: Heereschef Freuding fordert mehr Tempo
29.10.2026

Mehr als 70 Generale und führende Offiziere aus Deutschland und den Niederlanden haben mögliche Brennpunkte im Baltikum erkundet....

DWN
Politik
Politik Umfrage: Deutsche sehen USA ähnlich kritisch wie China
29.10.2026

Kurz vor den US-Zwischenwahlen fällt das Bild der Vereinigten Staaten in Deutschland überwiegend negativ aus. In einer aktuellen...

DWN
Technologie
Technologie Testbericht: Apples erstes faltbares iPhone ist ein kostspieliges, aber überzeugendes Debüt
29.10.2026

Ich erinnere mich noch gut an die Reue, die ich beim Kauf des iPhone 3GS im Jahr 2009 empfand. Bis dahin hatte ich ein BlackBerry Pearl...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Notenbanker belassen Leitzins der Eurozone bei 2,5 Prozent
29.10.2026

Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen am 29. Oktober 2026 unverändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Zugleich...