Wirtschaft

Trump-Zölle: EU lässt Gegenmaßnahmen 90 Tage ruhen

Die EU verzichtet vorerst auf Gegenzölle gegen die USA. Auslöser ist eine 90-tägige Zollpause, die Präsident Trump kurzfristig angekündigt hat. Brüssel will die Gelegenheit nutzen, um Gespräche zu führen – behält aber alle Optionen bei, sollte es keine Annäherung geben.
10.04.2025 14:05
Lesezeit: 1 min
Trump-Zölle: EU lässt Gegenmaßnahmen 90 Tage ruhen
Frachtcontainer in Frankfurt am Main nahe der Europäischen Zentralbank (EZB, hinten, links) auf dem Gelände des DB-Umschlagbahnhofs. Konnte der globale Handelskrieg vermieden werden? (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

EU setzt Gegenzölle auf US-Produkte vorerst nicht um

Nachdem US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Pause bei bestimmten Zöllen angekündigt hatte, reagiert die Europäische Kommission.

Die EU will die geplanten Gegenzölle auf US-Produkte vorerst nicht umsetzen. Dies erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Reaktion auf die jüngste Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, bestimmte Zölle auszusetzen.

Trump hatte nach massiven Turbulenzen an den Aktien- und Finanzmärkten überraschend entschieden, vielen Staaten für neunzig Tage eine Pause bei bestimmten Zöllen zu gewähren. Gleichzeitig ging er mit zusätzlicher Härte gegen China vor und erhöhte die Abgaben auf chinesische Importe weiter.

Verhandlungen sollen Vorrang haben

Von der Leyen erklärte: "Wir haben die Ankündigung von Präsident Trump zur Kenntnis genommen. Wir wollen Verhandlungen eine Chance geben."

Die EU-Gegenmaßnahmen seien von den Mitgliedstaaten ausdrücklich unterstützt worden, sollen jedoch für neunzig Tage ruhen. Ursprünglich hätten erste Maßnahmen bereits kommende Woche greifen sollen.

Von der Leyen betonte: "Wenn die Verhandlungen nicht zufriedenstellend verlaufen, werden unsere Gegenmaßnahmen in Kraft treten." Zudem liefen bereits Vorbereitungen für weitere Maßnahmen. Alle Optionen lägen auf dem Tisch.

EU-Staaten ebnen Weg für erste Maßnahmen

Die EU-Staaten hatten am Mittwoch den Weg für erste Gegenzölle zwischen zehn und 25 Prozent als Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zölle freigemacht. Ab Mitte April sollten unter anderem Sonderabgaben auf Jeans und Motorräder aus den USA greifen.

Weitere Gegenzölle sollten Mitte Mai und Ende des Jahres folgen – was unter anderem Lebensmittel wie Rindfleisch, Geflügel und Zitrusfrüchte wie Orangen und Grapefruits betroffen hätte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Steigende Energiepreise belasten Handel: Umfrage zeigt massive Kostenprobleme
27.04.2026

Weiter steigende Energiepreise verschärfen die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage des Einzelhandels. Laut aktueller HDE-Umfrage ist...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Ladesäulen: Kritik an teuren Prüfregeln - Verbände fordern Ladesäulen-Reform
27.04.2026

Deutschlands Weg zur Elektromobilität gilt als zentral für die Energiewende. Doch neue Vorwürfe aus der Branche stellen bestehende...

DWN
Politik
Politik Sipri-Analyse: Globale Aufrüstung - warum die Militärausgaben explodieren
27.04.2026

Die weltweiten Militärausgaben steigen weiter und erreichen neue Höchststände. Konflikte, Unsicherheit und geopolitische Rivalitäten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GfK-Konsumklimaindex im Sinkflug: Kauflaune unter Druck
27.04.2026

Immer mehr Deutsche halten ihr Geld zusammen: Der GfK-Konsumklimaindex verschlechtert sich weiter und signalisiert sinkende Kauflaune....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Mut zur kreativen Zerstörung": Matthias Bianchi vom Deutschen Mittelstandsbund DMB im DWN-Interview
27.04.2026

Der deutsche Mittelstand steht unter immensem Druck – Bürokratie, Energiepreise und Fachkräftemangel belasten die Unternehmen massiv....

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: BofA-Empfehlung und Bafin-Urteil treiben Aktienkurs
27.04.2026

Nach schwachen Tagen sorgen eine neue Analystenempfehlung und eine Urteil der Finanzaufsicht Bafin für Bewegung bei der Commerzbank-Aktie....

DWN
Finanzen
Finanzen Wohngeld-Auszahlung Mai 2026: Wann das Geld kommt und wer Anspruch hat - das müssen Empfänger wissen
27.04.2026

Die Wohngeld-Auszahlung für Mai 2026 steht an – und für viele Haushalte geht es um bares Geld, Millionen Wohngeld-Empfänger warten auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie unter Druck: Warum der DAX-Wert trotz Milliardenaufträgen fällt
27.04.2026

Trotz voller Auftragsbücher und ehrgeiziger Wachstumsziele verliert die Rheinmetall-Aktie spürbar an Wert, während Analysten...