Politik

Friedenssignale aus Moskau: Trump-Gesandter trifft Putin – Wirtschaftsabkommen als Schlüssel zur Deeskalation

Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt laut dem US-Sondergesandten Witkoff Bereitschaft für einen Friedensvertrag mit der Ukraine. Ein Treffen in St. Petersburg könnte den entscheidenden Schwung in die Verhandlungen bringen. Ist ein Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine greifbar?
15.04.2025 10:25
Aktualisiert: 15.04.2025 11:36
Lesezeit: 2 min
Friedenssignale aus Moskau: Trump-Gesandter trifft Putin – Wirtschaftsabkommen als Schlüssel zur Deeskalation
Trump-Gesandter Steve Witkoff nach dem Treffen mit Wladimir Putin in St. Petersburg: Hoffnung auf Frieden und neue wirtschaftliche Perspektiven. (Foto:dpa) Foto: Gavriil Grigorov

Putin signalisiert Bereitschaft zu Friedensvertrag

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben eines Gesandten des US-Präsidenten Donald Trump seine grundsätzliche Bereitschaft zu einem „dauerhaften Friedensvertrag“ mit der Ukraine signalisiert. Dies erklärte Steve Witkoff, ein enger Vertrauter Trumps, am Montag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.

Drittes Treffen zwischen Putin und Trumps Gesandtem

Witkoff war am Freitag zu Gesprächen mit Putin in St. Petersburg zusammengetroffen. Es war das dritte persönliche Treffen der beiden seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar. Nach Angaben Witkoffs nahmen an dem Treffen auch zwei ranghohe Kreml-Berater – Juri Uschakow und Kirill Dmitrijew – teil.

Bewegung trotz fehlenden Waffenstillstands

„Putin fordert hier einen dauerhaften Frieden. Auch ohne einen formellen Waffenstillstand sehen wir Bewegung in diese Richtung“, sagte Witkoff. Die Verhandlungen seien das Ergebnis monatelanger diplomatischer Bemühungen. Zugleich betonte der Gesandte, dass es nicht nur um sicherheitspolitische Fragen gehe. Auch wirtschaftliche Interessen stünden im Zentrum der Gespräche zwischen Moskau und Washington.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit als Hebel

„Ich denke, es besteht die Möglichkeit, die bilateralen Beziehungen durch sehr attraktive Handelsmöglichkeiten neu zu gestalten“, so Witkoff. Solche wirtschaftlichen Initiativen könnten seiner Einschätzung nach auch zur Stabilisierung der Lage in Osteuropa beitragen.

Stillstand bei Waffenstillstandsverhandlungen

Die Gespräche verlaufen bislang jedoch schleppend. Trumps erklärtes Ziel, einen umfassenden Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine zu erreichen, bleibt weiterhin unerreicht. Ein gemeinsamer Vorschlag der USA und der Ukraine für einen bedingungslosen Waffenstillstand wurde vom Kreml zuletzt abgelehnt.

Russischer Gegenvorschlag für regionalen Waffenstillstand

Stattdessen brachte Moskau eine alternative Lösung ins Spiel: Ein regional begrenzter Waffenstillstand im Schwarzen Meer könnte möglich sein – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass bestimmte Forderungen erfüllt werden. Details dazu nannte die russische Seite nicht.

Geopolitische Zugeständnisse gegen wirtschaftliche Anreize

Die Äußerungen Witkoffs deuten darauf hin, dass die US-Regierung unter Trump offenbar bereit ist, geopolitische Zugeständnisse mit wirtschaftlichen Anreizen zu verknüpfen – ein Ansatz, der sowohl in Europa als auch innerhalb der NATO auf Skepsis stoßen dürfte.

Sollte es jedoch tatsächlich zu einer Annäherung zwischen Washington und Moskau kommen, wäre dies ein geopolitischer Wendepunkt mit weitreichenden Folgen – nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die strategische Ausrichtung Europas.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Wie gewinnt man den nächsten Krieg? Ex-US-Verteidigungsminister Austin erläutert in Warschau die NATO-Strategie
14.10.2026

Der pensionierte General Lloyd Austin, der unter Präsident Joe Biden US-Verteidigungsminister war, hat beim Warsaw Security Forum die...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell unter Druck: Nach US-Inflationsschub blicken Anleger auf die Fed
14.10.2026

Der Goldpreis tendiert am Mittwochnachmittag in der Verlustzone, weil höhere US-Verbraucherpreise die Hoffnung auf eine Zinssenkung...

DWN
Politik
Politik Trumps Vereinbarung mit Putin dreht sich um weit mehr als Diesel
14.10.2026

Donald Trumps Diesel-Abkommen mit Wladimir Putin wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: US-Gesetze begrenzen russische...

DWN
Technologie
Technologie Starlink in der Ukraine: Streit um neue Geschwindigkeitsgrenze
14.10.2026

In der Ukraine wächst der Ärger über eine offenbar neue Einschränkung beim Satelliteninternet Starlink. Nach Angaben aus dem Umfeld von...

DWN
Politik
Politik Zuckersteuer beschlossen: Kabinett bringt Extra-Steuer auf den Weg
14.10.2026

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der...

DWN
Politik
Politik Grüngasquote für private Haushalte ab 2028 sorgt für Kritik
14.10.2026

Die schwarz-rote Koalition hatte sich bei der Einigung auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz - als Nachfolger des...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose: Warum die nächsten Tage alles verändern könnten
14.10.2026

Bitcoin steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Nach massiven Kapitalabflüssen aus Bitcoin-ETFs und einem Kursrutsch auf nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Sollte ich US-Banken kaufen? Warum ich Citigroup und Wells Fargo genauer prüfe
14.10.2026

Nach der starken Rally ist bei US-Bankaktien Ernüchterung eingekehrt. Gleichzeitig steigen die Gewinne vieler Institute weiter. Für mich...